Neuer Ärger für Elon Musk Buchhalter geht, Tesla-Aktie rauscht ab

Nach nur einem Monat ist Schluss: Chefbuchhalter Morton verlässt Tesla, die Aktie verliert zehn Prozent an Wert. Und Konzernboss Elon Musk raucht öffentlich einen Joint - entgegen früheren Beteuerungen.

Elon Musk (Archiv
AFP

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Und Elon Musk konsumiert doch Marihuana: In einem Interview hatte der Tesla-Chef Ende August dies noch abgestritten. Jetzt rauchte er während eines Podcasts eine Tabak-Marihuana-Mischung.

Musk verglich in dem Gespräch mit dem Komiker Joe Rogan seinen unablässig arbeitenden Erfindergeist mit "Explosionen". Als kleiner Junge habe er sich gefragt, ob er verrückt sei, weil es anderen Menschen offenbar nicht so erging wie ihm.

"Ich glaube, du willst nicht notwendigerweise ich sein", sagte Musk zu seinem Gesprächspartner. "Du würdest das nicht besonders mögen." Vielleicht sei es am Anfang "toll, aber was, wenn es nicht mehr aufhört".

Musk raucht angeblich "fast nie"

Während des weitschweifigen Gesprächs mit Rogan paffte Musk eine ihm angebotene Zigarette mit einer Tabak-Marihuana-Mischung. Im US-Bundesstaat Kalifornien ist der Konsum erlaubt. "Ich rauche Gras normalerweise nicht, fast nie", sagte der US-Unternehmer. "Ich finde nicht, dass es gut für die Produktivität ist. Es ist wie eine Tasse Kaffee im Rückwärtsgang."

Auch in einem Interview mit der "New York Times" Ende August hatte Musk gesagt, dass Marihuana einen lähmenden Effekt habe. Er räumte allerdings ein, manchmal das Schlafmittel Ambien zu konsumieren.

Der Tesla-Chef hatte Mitte August mit Tweets für Wirbel gesorgt, in denen er über einen möglichen Rückzug seines Unternehmens von der Börse gesprochen und gesundheitliche Belastungen eingeräumt hatte. An den Aktienmärkten sorgte die unkonventionelle Ankündigung für Unruhe. Ende August verkündete Musk, dass Tesla nun doch an der Börse bleibe.

Tesla-Chefbuchhalter tritt ab

Für weiteren Aufruhr bei dem Elektroauto-Pionier sorgt der Rücktritt von Chefbuchhalter Dave Morton. Er verlässt das Unternehmen nach nur einem Monat im Amt mit sofortiger Wirkung, teilte Tesla mit. Die Aktie des Unternehmens verlor im frühen Handel an der Wall Street fast zehn Prozent auf den tiefsten Stand seit Anfang April.

Mortons Abgang ist für die Firma, der zuletzt bereits viele Manager den Rücken kehrten, ein großer Verlust. Der Finanzfachmann hatte eine wichtige Personallücke schließen sollen, sein Vorgänger Eric Branderiz hatte Tesla am 7. März "aus persönlichen Gründen" verlassen.

Er fühle sich unwohl mit dem Ausmaß des öffentlichen Interesses, das Tesla auf sich ziehe - und mit dem Arbeitstempo, hieß es. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge soll zudem Personalchefin Gaby Toledano nach einer Auszeit nicht mehr in das Unternehmen zurückkehren.

Für Tesla kommen die Probleme höchst ungelegen. Das Unternehmen kämpft schon länger mit Produktionsschwierigkeiten beim Hoffnungsträger Model 3, seinem ersten günstigen Elektroauto für breitere Käuferschichten.

Derzeit sorgt auch eine bizarre Fehde zwischen Musk und einem britischen Taucher für Aufsehen, der im Juli bei der Rettung eines thailändischen Fußballteams aus einer Höhle mitgeholfen hatte.

brt/AFP/Reuters/dpa



insgesamt 63 Beiträge
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thomas_linz 07.09.2018
1. Wenn in der Spiegelredaktion
ein Mitarbeiter nach 4 Wochen wieder geht, steckt der Spiegel dann auch in Schwierigkeiten? Ehrlich gesagt, wenn schon jeder negative Furz zu Tesla erwaehnenswert ist, warum nicht mal was zur aktuellen Situation auf dem E-Automarkt schreiben. Da passieren gerade spannende und auch aus deutscher Sicht durchaus positive Dinge. Diese ganze Negativpresse ist ja bald nicht mehr zum aushalten.
Bell412 07.09.2018
2. "But I didn't inhale"..
..fehlt jetzt nur noch. Muss mal schauen, speziell im Heise-Forum werden nun die Wellen wieder hochschlagen, und die Musk-Jünger, die ihren Heiland herabgewürdigt sehen, wieder unbarmherzig auf die Musk-Ächter einprügeln. Und umgekehrt. Demnächst haben wir dann noch 'ne Musk-Story mit Monica L. ? :)
firmentrottel 07.09.2018
3.
Ein vermeitnltiches Genie und Guru wird entzaubert. Musk ist halt doch kein Gott, für den er sich selsbt und seine Jünger ihn gerne halten. Er hat das gleiche Problem wie Donald Trump: Widerspruch oder andere Menschen auf seiner Augenhöhe gehen überhaupt nicht ins einem Kosmos. Dies selbst, wenn sie ihm nützlich sind. Er ist halt das Genie, an das keiner herankommt. Die Entzauberung geht weiter
klogschieter 07.09.2018
4. Technologie
Die ist einfach weiter heute als noch in den Siebzigern. Damals dauerte es Monate, bis "The Last Waltz" in die Kinos kommen konnte, weil es halt mit den damals verfügbaren Mitteln nicht so ganz einfach war, die weißen Flecken unter Neil Youngs Nase wegzuretuschieren.
jasper366 07.09.2018
5.
Zitat von thomas_linzein Mitarbeiter nach 4 Wochen wieder geht, steckt der Spiegel dann auch in Schwierigkeiten? Ehrlich gesagt, wenn schon jeder negative Furz zu Tesla erwaehnenswert ist, warum nicht mal was zur aktuellen Situation auf dem E-Automarkt schreiben. Da passieren gerade spannende und auch aus deutscher Sicht durchaus positive Dinge. Diese ganze Negativpresse ist ja bald nicht mehr zum aushalten.
Nunja, erstens ist es dieses Jahr nicht der erste Mitarbeiter in höherer Position der das Handtuch wirft oder, so wie jetzt auch die Personalchefin, nach Auszeit (hier Mutterschutz) nicht zurück kommt. Zweitens sorgt das zwitschern von Musk gerade ebenfalls nicht unbedingt dafür das die Investoren ruhig bleiben. Drittens wurde gestern bekannt das Tesla die angepeilten 6000 Model 3 / Woche im August wohl nicht erreicht hat, bzw. sogar immer noch unter 5000 Stck liegt. Die Aktie hat heute fast 20 € verloren und dümpelt nach einem Tiefstand von 219 EUR um kurz nach 15 Uhr bei aktuell bei 226 EUR (Eröffnung war knapp 240 EUR). All das kann wohl in der Tat 'Schwierigkeiten' nennen.
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