Tesla-Gründer Elon Musk will jetzt auch noch Tunnel bohren

"Der Verkehr macht mich wahnsinnig. Ich werde einen Tunnel bohren!" Elon Musk schreckt via Twitter die Baubranche auf: Will der Tesla-Gründer nun wirklich Marktführer Herrenknecht angreifen - oder ist die Idee einfach nur verrückt?

DPA

Wenn es um erratische Tweets und vollmundige Ankündigungen geht, gibt es einen Mann, der US-Präsident Donald Trump wenig nachsteht. Es ist Elon Musk, Gründer des Elektroautokonzerns Tesla Chart zeigen. Wenn Tesla wie zuletzt wegen Unfällen mit dem Autopiloten in die Kritik gerät, dann twittert Musk schon mal spät nachts etwas kryptisch anmutende Nachrichten von einem neuen "Masterplan" in die Welt.

Daneben treibt Musk weitere, nicht minder ambitionierte Projekte voran. Die Raumfahrtfirma SpaceX etwa (soll 2018 eine Raumkapsel zum Mars schießen) oder das neuartige Transportsystem Hyperloop (soll Menschen mit 1225 Kilometern pro Stunde durch Röhren schießen).

Nun scheint es, als habe Musk die nächste Branche ins Visier genommen: den Tunnelbau. "Aufregende Fortschritte an der Tunnelfront", twitterte der Tesla-Gründer am Mittwoch. "Ich plane, in einem Monat oder so mit dem Graben zu beginnen."

Die Nachricht bereitet Branchenkreisen Kopfzerbrechen. Was hat Musk vor? Soll der Tunnel tatsächlich - wie in einem weiteren Tweet angekündigt - in Los Angeles verlaufen? Und, wichtiger noch: Darf er das überhaupt, einfach so einen Tunnel graben? Dieser Frage ist das "Wall Street Journal" nachgegangen. Die Antwort der US-Wirtschaftszeitung: Nein, eigentlich nicht. Bevor ein solches Projekt grünes Licht erhalte, müssten die Auswirkung auf die Umwelt untersucht, öffentliche Anhörungen abgehalten und Studien über die Auswirkungen von Lärm und Vibration eingeholt werden.

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Elon Musks Visionen: Tesla, Trips zum Mars und Tunnelbohrer

Musk hatte bereits im Dezember die Entwicklung neuartiger Tunnelbohrer angedeutet. Da saß er offenbar im Auto. "Der Verkehr macht mich wahnsinnig. Ich werde eine Tunnelbohrmaschine bauen und einfach zu graben beginnen", schrieb er auf Twitter.

Der Weltmarktführer für die Herstellung von Tunnelvortriebsmaschinen scheint Musks Ankündigungen allerdings durchaus ernst zu nehmen. Es ist die deutsche Firma Herrenknecht aus Schwanau in Baden-Württemberg. Martin-Devid Herrenknecht, Sohn des Firmengründers, sagte jedenfalls Anfang Januar in einem Interview mit dem "Handelsblatt", man habe Musks Äußerungen "sehr wohl vernommen". Es gebe Gerüchte, Musk interessiere sich für neue Technologien im Tunnelbau. Herrenknecht beobachte jedenfalls "sehr genau, was er vorhat".

Sicher ist sicher. Bei Musk kann man ja nie wissen.

beb

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Seite 1
vanselow 26.01.2017
1. Vermutlich vollautomatisiert
Musk ist auch an Firmen für künstliche Intelligenz beteiligt. Es ist gut vorstellbar, dass man damit nun den Tunnelbau vollautomatisieren kann. Damit wird der Tunnelbau sehr viel billiger und sehr viel schneller.
faehri_60 26.01.2017
2. Auf die eine oder andere Art gar nicht schlecht.
Autoverkehr in Ballungsgebieten von der Erdoberfläche zu verbannen, ist nicht die schlechteste Idee. Abgesehen von den zurückgewonnenen Flächen könnte man Abgase die in den Tunneln entstehen effektiv nachbehandeln .. so dass erheblich mehr Schadstoffe ausgefiltert werden können als im Kfz selbst. Vor allem anderen aber würde der Mensch die Ruhe zu schätzen wissen ... Wie gesagt: nicht unbedingt ein Projekt für Ostfriesland, aber dem "Pott" täte es durchaus gut.
zeichenkette 26.01.2017
3. Tolles Nachrichtenmagazin...
Es geht da um einen Tunnel zwischen dem SpaceX-Gelände und dem dazugehörigen Parkplatz, die von einer vielbefahrenen Straße getrennt sind, was den Mitarbeitern viel Zeit kostet. Diese Tweets sind ein netter Witz, aber den Elefanten aus der Maus machen wie immer die Medien. Naja, besser Tunnel bauen als Mauern... Details: http://www.businessinsider.de/elon-musk-tunnel-plans-los-angeles-2017-1?r=US&IR=T
Flari 26.01.2017
4.
Zitat von vanselowMusk ist auch an Firmen für künstliche Intelligenz beteiligt. Es ist gut vorstellbar, dass man damit nun den Tunnelbau vollautomatisieren kann. Damit wird der Tunnelbau sehr viel billiger und sehr viel schneller.
Den Autopiloten für solche Tunnelbohrmaschinen hat er ja schon. Wenn seine Bohrmaschine dann auch noch die Planung/Genehmigungen übernimmt, die Meissel selber herstellt und wechselt und für die autarke Beseitigung des Abraumes sorgt, sinken die Tunnelkosten ins Bodenlose. Ggf. könnte sich später auch der kleine Mann seinen akkubetriebenen Tesla "B" leisten und sich damit seine eigenen individuellen Tunnel anlegen.
kmgeo 26.01.2017
5. Erschließung von Absatzmärkten
Mexiko und Canada werden demnächst zahlreiche TBM nachfragen, die eben nicht wie die Herrenknechtmaschinen große Röhren über lange Strecken, sondern eher dünne Röhren über kurze Strecken und geringerer Tiefe graben können..... Natürlich in den USA gefertigt und exportiert. Make America great again!
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