Elon Musk Unterstützt der Tesla-Chef Trumps Zollpläne?

Elon Musk scheint Donald Trumps harte Gangart im Handelsstreit zu begrüßen - so werden Äußerungen des Tesla-Chefs wiedergegeben. Was wirklich dahinter steckt.

Elon Musk und Donald Trump im Februar 2017 im Weißen Haus
AP

Elon Musk und Donald Trump im Februar 2017 im Weißen Haus


Elon Musk würde gerne nach seinen Vorstellungen in China Geschäfte machen. Doch der geplante Bau einer Fabrik des Elektroautoherstellers Tesla in Shanghai zieht sich hin. Die Volksrepublik hält ausländische Investoren an der kurzen Leine. Nun sieht Musk in der Diskussion um Schutzzölle offenbar eine Chance, Druck gegen Peking aufzubauen.

Via Twitter wandte sich der Unternehmer öffentlich an US-Präsident Donald Trump - am selben Tag, als dieser die Schutzzölle für die amerikanische Stahl- und Aluminiumindustrie verkündete. "Denken Sie, die USA und China sollten gleiche und faire Regeln für Autos haben?", schrieb Musk an Trump gerichtet.

Er sei zwar gegen Importzölle, schreibt Musk weiter. Doch die gegenwärtigen Regeln machten die Sache sehr schwierig. "Es ist, als ob man bei einem Olympischen Wettkampf Bleischuhe trägt."

Es herrsche eine ungleiche Behandlung von US-Autofirmen in China im Vergleich zu chinesischen Autobauern in den USA, twitterte Musk. Dies habe er bereits mit der vorherigen US-Regierung besprochen, passiert sei nichts. "Ich will nur ein faires Ergebnis, idealerweise mit gleichermaßen moderaten Zöllen/Regelungen. Nicht mehr." Er rechne mit einer Einigung. China habe sich bereits willens gezeigt, den Markt zu öffnen.

China begrenzt den Anteil ausländischer Konzerne an chinesischen Firmen und belegt importierte Autos mit hohen Zöllen. Tesla will Autos in der Volksrepublik bauen und ist über den Bau einer Fabrik in Shanghai schon seit Längerem in Gesprächen mit den chinesischen Behörden. Als Hürde in den Verhandlungen gilt, dass Musk über jedes lokale Unternehmen die komplette Kontrolle behalten will.

Musk und Trump haben ein nicht ganz unbelastetes Verhältnis. Im Sommer 2017 hatte der Manager ein Beratergremium des US-Präsidenten verlassen - als Reaktion auf den Rückzug der USA vom Pariser Klimaschutzabkommen. Trumps aktueller Kurs scheint wieder mehr in Musks eigene Strategie zu passen.

mmq/Reuters



insgesamt 35 Beiträge
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gammoncrack 09.03.2018
1. Also, ich kann nun wirklich an keiner Stelle erkennen,
dass Musk für diese Import-Zölle ist. Er findet die bestehenden Regeln seitens China nicht richtig, aber er sagt keinesfalls, dass die Lösung die von Trump erlassenen Importzölle sind. Das liest man in sein Twittern etwas hinein, was dort aber nicht steht, im Gegenteil.
s.l.bln 09.03.2018
2. Das paßt doch
Zwei Milliardäre, deren Firmen aber auf Kosten anderer Geld verbrennen. Die Chinesen werden ihm was husten. Die haben ganz klar die Absicht, die Elektromobilität weltweit zu dominieren und idealerweise im Monopol zu versorgen. Da machen sie auch kein Geheimnis draus. Nicht umsonst sichern sie sich überall die Nutzungsrechte für die relevanten Rohstoffe, vor Allem in Afrika und Indien . Musk hofft nur auf Trumps Naivität. Der soll für ihn die Schlacht mit den Chinesen austragen, in der Hoffnung, billige Tesla aus China importieren zu können. Deshalb gefällt ihm auch der Gedanke nicht, daß überhaupt Zölle erhoben werden. Im Grunde bittet er Trump, Arbeitsplätze nach China zu verlegen.
observerlbg 09.03.2018
3. Elon Musk spielt ein gefährliches Spiel?
Wer Nähe zu DT sucht, muss sich in ein paar Jahren erklären. Dazu kommt noch, dass er Druck auf die chinesische Exekutive ausüben will. Und die ist ja nicht nachtragend, ABER sie vergessen nichts. Ich denke jedoch, SPON spekuliert hier nur.
cougar60 09.03.2018
4. Na ja, das die Amischleudern in Europa, Deutschland nicht sonderlich _
starkt nachgefragt werden. Das liegt weniger an Importzöllen als Handelshemmnis, als an der im Vergleich zu europäischen Fabrikaten relativ simplen Technik, und einer nicht allzu guten Verarbeitung der amerikanischen PKWs. Soll Trump docj Strafzölle auf PKWs er deutschen Premiumhersteller erheben. Einige Us-amerikanische Besserverdiener werden trotzdem lieber einen AUDI, BMW, oder Mercedes kaufen
rene_schulz 09.03.2018
5. Richtig
Die Grundgedanken die von Musk und Trump angesprochen werden, sind ja vollkommen richtig. Weltweit sollten alle fair und gleich behandelt werden, was ein langer Weg ist. Länder die sich regelrecht abschotten (China) oder durch unfaire Praktiken wie Staatshilfen Industrien anderer Länder zerstören (China) und Patente und der Schutz nicht beachten (China) müssen unter Druck gesetzt werden mit dem Ziel siehe oben. Trump hat in der Problembeschreibung also absolut Recht, wenn Länder teils 10fach so hohe Zölle verlangen, die Märkte mit Produkten fluten um Konkurrenten zu zerstören und Patentschutz stetig verletzen (soll die USA allein mehr als 300 Mrd. Dollar jedes Jahr kosten). Ohne Druck tut sich da auch nicht viel. Nur aus meiner Sicht muss Trump beides tun, gleichhohe Zölle ankündigen oder in Verhandlungen eintreten, so dass die Zölle für alle niedriger werden und die Handelsbedingungen fair und gleich. Damit ist nämlich allen am meisten gedient
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