Bayerische Privatbank Scheich aus Katar übernimmt Merck Finck

Vor 140 Jahren wurde die Privatbank Merck Finck in München gegründet. Nun hat das Bankhaus einen neuen Besitzer. Der Emir von Katar kaufte das Geldinstitut, das in Deutschland Vermögen im Gesamtvolumen von mehr als zehn Milliarden Euro betreut.


Brüssel - Die Familie des Emirs von Katar hat die traditionsreiche bayerische Privatbank Merck Finck & Co gekauft. Das teilte die belgische Bankgruppe KBC am Mittwoch mit. Die Herrscherfamilie Al-Thani zahlte über ihre Investmentgesellschaft Precision Capital rund eine Milliarde Euro für die Übernahme der Privatbanken-Gruppe KBL. Merck Finck ist Teil dieser Gruppe.

Der Chef von Precision Capital, George Nasra, erklärte, es handele sich um ein langfristig angelegtes Investment. "Wir werden die Entwicklung von KBL nicht nur auf den europäischen Märkten weiter unterstützen, wo ihr Ruf bereits bekannt ist, sondern auch außerhalb Europas."

Merck Finck betreut mit 350 Mitarbeitern - darunter 130 Beratern - Vermögen von mehr als zehn Milliarden Euro, wie ein Sprecher sagte. Die Kunden sind ausschließlich in Deutschland. Schwerpunkte sind München, wo auch das Stammhaus ist, sowie Frankfurt am Main. Daneben gibt es rund 20 weitere Standorte auch in kleineren Städten. Die Nähe zum Kunden sei wichtig, erklärte der Sprecher.

Durch die Übernahme der Muttergesellschaft KBL durch die katarische Familie ändere sich zunächst nichts. Merck Finck bleibe eine deutsche Bank im Besitz einer luxemburgischen Gesellschaft. Management, Geschäftsmodell und Marken blieben erhalten. Die Übernahme durch einen sehr finanzstarken Investor gebe den Kunden Sicherheit. Das Bankhaus Merck Finck wurde 1870 in München gegründet.

cte/dpa

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