Emporiki Crédit Agricole verkauft griechische Tochter für einen Euro

Frankreichs Großbank Crédit Agricole stößt ihre Problemtochter Emporiki ab. Nach langen Verhandlungen geht sie an die griechische Alpha Bank. Der Preis beträgt einen symbolischen Euro, tatsächlich könnte der Ausstieg Crédit Agricole aber zwei Milliarden kosten.

Emporiki-Filiale in Athen: Verluste von fast sechs Milliarden Euro
REUTERS

Emporiki-Filiale in Athen: Verluste von fast sechs Milliarden Euro


Paris - Es war eindeutig eine Fehlinvestition: Im Jahr 2006 stieg die französische Crédit Agricole bei der griechischen Emporiki-Bank ein. Kurz darauf erfasste die Schuldenkrise Griechenland und bescherte Emporiki schwere Verluste, die sich bis Mitte 2012 auf rund 5,7 Milliarden Euro summierten.

Nun hat Crédit Agricole die Konsequenz gezogen: Zum symbolischen Preis von einem Euro verkauft sie das Institut nach langen Verhandlungen an die drittgrößte griechische Bank Alpha. Das teilten die Franzosen am Mittwoch mit.

Die Trennung wird deutliche Spuren in der Bilanz von Crédit Agricole hinterlassen, sie rechnet mit einer Netto-Belastung von rund zwei Milliarden Euro. Die französische Bank hatte im Januar und Juli bereits insgesamt 4,3 Milliarden Euro in die Emporiki gepumpt. Nun stärkt sie die Emporiki-Kapitalbasis um weitere 550 Millionen Euro. Zudem kauft sie der Alpha Bank Wandelanleihen für 150 Millionen Euro ab. Der Verkauf soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

dab/dap



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