Karlsruhe/Stuttgart - Der Energieversorger EnBW hat seinen Technikvorstand Hans-Josef Zimmer wieder ins Amt berufen. Zugleich wurde bekannt, dass der Konzern mehrere Verfahren gegen ihn führt - verbunden mit Schadensersatzforderungen in zweistelliger Millionenhöhe.
Ein Sprecher des zuständigen Landgerichts Landau in der Pfalz bestätigte, dass zwei Klagen gegen Zimmer und drei seiner damaligen Kollegen vorlägen. Die Unterlagen seien schon zugestellt, Zimmers Anwälte hätten bis Ende Februar Zeit, sich zu äußern.
Der zum 1. Januar in die EnBW-Spitze zurückgekehrte Technikvorstand hatte sein Mandat im Sommer niedergelegt, wegen Ungereimtheiten bei Nuklearbrennstoff-Geschäften in Russland. Damals hatte es geheißen, er gehe aus freien Stücken. Der Konzern hatte erklärt, der Manager wolle so eine "vorbehaltlose Prüfung von russischen Geschäftstätigkeiten" ermöglichen. Zum Ergebnis dieser Untersuchung sagte ein Sprecher des Energieriesen am Mittwoch: "Es gab keine Gründe aus der internen Aufarbeitung, die es begründet hätten, ihn nicht wieder zu bestellen".
Zum offensichtlichen Widerspruch zwischen Klage und Zusammenarbeit sagte der Sprecher lediglich, das Unternehmen habe juristische Schritte zur Sicherung seiner Interessen einleiten müssen. Ob börsennotierte Unternehmen klagen, ist nicht nur ihre eigene freie Entscheidung, sondern hängt auch vom Aktienrecht ab. Zum Inhalt der Verfahren äußerte sich EnBW nicht.
Nach Informationen der Nachrichtenagentur "dpa" fordert der Energieversorger insgesamt 90 Millionen Euro von vier damaligen Mitarbeitern, wobei auf Zimmer nur ein kleinerer Teil entfällt. Die EnBW hatte im vergangenen Jahr wegen Geschäftsproblemen in Russland weit mehr als 100 Millionen Euro abschreiben müssen. Zimmer und anderen Mitarbeitern wirft das Unternehmen Verstöße bei der Vertragsumsetzung vor.
usp/dpa/dapd
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