Ende der Finanzkrise Chinas Wirtschaft wächst bald wieder zweistellig

Die gigantischen Konjunkturprogramme zahlen sich aus: Nach Ansicht staatlicher Konjunkturforscher wird China bereits Ende des Jahres wieder zweistellig wachsen. Damit würde das Land zur alten Wachstumsstärke zurückkehren.

China World Tower in Peking: Die Regierung pumpt 500 Milliarden Euro in die Wirtschaft
AP

China World Tower in Peking: Die Regierung pumpt 500 Milliarden Euro in die Wirtschaft


Peking - China wird nach Ansicht staatlicher Konjunkturforscher bereits Ende des Jahres zur alten Wirtschaftsstärke zurückkehren: Das Wachstum werde voraussichtlich im letzten Vierteljahr 2009 wieder zweistellig ausfallen, sagte der Vizechef des Makroökonomischen Instituts der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC), Chen Dongqi, am Donnerstag: "Der Ausblick für das zweite Halbjahr fällt sehr optimistisch aus." Damit werde die Regierung voraussichtlich ihr Ziel einer jährlichen Wachstumsrate von acht Prozent erreichen. Die Wirtschaftsleistung könne sogar um bis zu neun Prozent zulegen.

China werde allerdings geldpolitisch rasch gegensteuern, falls eine Überhitzung der durch milliardenschwere Konjunkturprogramme angekurbelten Wirtschaft drohe. Chen nannte konkrete Bedingungen, die zu einer Abkehr von der Politik des billigen Geldes der Zentralbank führen könnten. Die geldpolitischen Zügel müssten gestrafft werden, falls die Jahreswachstumsrate neun Prozent übersteige, die Inflation über drei Prozent steige oder das Exportwachstum 15 Prozent überschreite.

China wuchs vor Krise über Jahre zweistellig

Ob alle Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein müssen, ließ der Forscher offen. Während beim Wachstum die Neun-Prozent-Marke in Reichweite kommen dürfte, sind die Inflations- und Exportzahlen derzeit noch weit von den genannten kritischen Punkten entfernt. Die Verbraucherpreise fallen seit Monaten, werden jedoch aus Expertensicht gegen Ende des Jahres wieder anziehen. Die Ausfuhrwirtschaft dürfte ihre schlechten Zeiten ebenfalls bald hinter sich haben.

Vor Beginn der Weltwirtschaftskrise war die Volksrepublik über Jahre zweistellig gewachsen. Die Regierung in Peking pumpt über riesige Konjunkturprogramme knapp eine halbe Billion Euro in die Wirtschaft, während die Zentralbank die Zinsen bereits mehrfach gesenkt hat. Damit soll sichergestellt werden, dass die Wirtschaft des Landes auf Wachstumskurs bleibt.

böl/Reuters



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