Anstieg der Förderung Energieagentur prophezeit sinkenden Ölpreis

Autofahrer können auf sinkende Spritpreise hoffen. Die Internationale Energieagentur sagt bis 2017 einen Rückgang des Öl-Importpreises voraus. Der Grund: Das Angebot werde stärker steigen als erwartet, während sich das Nachfragewachstum abschwäche. Doch die Gefahr von Preisschwankungen bleibe.

Ölförderung nahe Los Angeles: Mehr Förderung in den USA erwartet
DPA

Ölförderung nahe Los Angeles: Mehr Förderung in den USA erwartet


Paris - Die Schwäche der Weltwirtschaft wirkt sich offenbar auf den Ölpreis aus. Die Internationale Energieagentur (IEA) erwartet bis Ende 2017 eine spürbare Entspannung an den Märkten. Der durchschnittliche Importpreis pro Barrel Öl wird der Prognose zufolge kontinuierlich sinken und in fünf Jahren bei 89 Dollar liegen. Für das laufende Jahr rechnen die IEA-Experten mit einem Durchschnittspreis von 107 Dollar für ein 159-Liter-Fass.

Trotz der politischen Unsicherheiten im Nahen Osten sei der Ausblick positiver als erwartet, sagte IEA-Chefin Maria van der Hoeven am Freitag bei der Präsentation des mittelfristigen Ölmarktberichts in Paris. Vor allem im Irak erreiche die Erdölproduktion Spitzenwerte. Die IEA sieht für das Land Potential, zu einem wichtigeren Energieversorger als Russland aufzusteigen. Auch in Saudi-Arabien und Libyen laufe die Ölförderung gut. "Als Folge daraus sind wir optimistisch, dass der angespannte Ölmarkt anfängt nachzugeben", sagte van der Hoeven. Zugleich warnte sie aber auch vor Preisschwankungen angesichts der Wirtschaftskrise und der politischen Entwicklung in einigen Ölförderländern.

Neben einem Anstieg der Ölförderung im Nahen Osten rechnet die IEA auch in Nordamerika mit einer höheren Förderung. Dadurch sei in den kommenden fünf Jahren eine besseren Versorgung der Weltrohölmärkte zu erwarten.

Auch die wirtschaftliche Flaute drückt auf den Ölpreis. Die Experten prognostizieren eine Abschwächung des Nachfragewachstums. Die IEA kürzte ihre Prognose für das Wachstum des weltweiten Ölbedarfs von acht auf sieben Prozent. Bis zum Jahr 2017 dürfte die Ölnachfrage demnach um jährlich 1,2 Prozent auf dann 95,7 Millionen Barrel pro Tag steigen. Im vergangenen Jahr hatte sie noch bei 89 Millionen Barrel gelegen. Die Förderung soll im gleichen Zeitraum um 1,5 Millionen Barrel pro Tag auf 102 Millionen Barrel steigen.

Ölpreis gibt nach IEA-Bericht nach

Der Bericht wirkte sich Händlern zufolge am Freitag auch auf den aktuellen Ölpreis aus. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete 114,58 US-Dollar, und damit 1,15 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI sank um 32 Cent auf 91,75 Dollar.

Der von der IEA erwartete Förderanstieg in Nordamerika zeichnet sich laut einem Bericht der "Financial Times" bereits ab. Ölkonzerne und Handelshäuser wollen demnach künftig deutlich mehr Rohöl aus den USA exportieren. Shell und BP sowie der große Ölhändler Vitol planten, ihre Ausfuhren massiv auszuweiten, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Insider. Die Unternehmen hätten bereits einen entsprechenden Antrag bei der US-Regierung eingereicht. Shell habe bestätigt, einen Antrag gestellt zu haben.

Als Grund für die Pläne nennt die "FT" die hohe Ölproduktion in den USA. Sie liegt derzeit auf einem 16-Jahres-Hoch. Die USA sind traditionell ein großer Netto-Importeur von Rohöl. Aufgrund der Abhängigkeit des Landes von Ölimporten ist für die Ausfuhr von Rohöl eine Genehmigung der Regierung erforderlich. Bei Ölprodukten wie Benzin sind die USA hingegen ein wichtiger Exporteur.

mmq/dpa/dapd/Reuters



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Seite 1
schensu 12.10.2012
1. Na sowas
Zitat von sysopDPAAutofahrer können auf sinkende Spritpreise hoffen. Die Internationale Energieagentur sagt bis 2017 einen Rückgang des Öl-Importpreises voraus. Der Grund: Das Angebot werde stärker steigen als erwartet, während sich das Nachfragewachstum abschwäche. Doch die Gefahr von Preisschwankungen bleibe. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/energieagentur-rechnet-mit-sinkendem-oelpreis-a-860976.html
Nun werden die vagabundierenden Geldströme neue Spekulationsobjekte (heim-)suchen. Und was soll nur aus der deutschen Dämmstoffindustrie werden? Die vielen Arbeitsplätze... Meine Güte.
CMH 12.10.2012
2. Nix Titel
Zitat von sysopDPAAutofahrer können auf sinkende Spritpreise hoffen. Die Internationale Energieagentur sagt bis 2017 einen Rückgang des Öl-Importpreises voraus. Der Grund: Das Angebot werde stärker steigen als erwartet, während sich das Nachfragewachstum abschwäche. Doch die Gefahr von Preisschwankungen bleibe. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/energieagentur-rechnet-mit-sinkendem-oelpreis-a-860976.html
Ich glaub nicht dran, aber mir persönlich ist es auch halbwegs egal.
kojak2010 12.10.2012
3. sehr witzig.
Zitat von sysopDPAAutofahrer können auf sinkende Spritpreise hoffen. Die Internationale Energieagentur sagt bis 2017 einen Rückgang des Öl-Importpreises voraus. Der Grund: Das Angebot werde stärker steigen als erwartet, während sich das Nachfragewachstum abschwäche. Doch die Gefahr von Preisschwankungen bleibe. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/energieagentur-rechnet-mit-sinkendem-oelpreis-a-860976.html
als sich das letzte mal Öl halbiert hat, ging der Preis für Diesel von 1,60 auf knapp 1,35. suuuuuper, wo soll man bloss hin mit dem ganzen gesparten Geld??? bei knapp 80 Prozent Steueranteil ist das ganze eher ein Witz mit Anlauf...
flanke 12.10.2012
4. ...
Zitat von sysopDPAAutofahrer können auf sinkende Spritpreise hoffen. Die Internationale Energieagentur sagt bis 2017 einen Rückgang des Öl-Importpreises voraus. Der Grund: Das Angebot werde stärker steigen als erwartet, während sich das Nachfragewachstum abschwäche. Doch die Gefahr von Preisschwankungen bleibe. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/energieagentur-rechnet-mit-sinkendem-oelpreis-a-860976.html
Die IAE prophezeit einen Rückgang der Ölpreise. Wie SPON jetzt darauf kommt, dass deswegen auch die Spritpreise fallen, ist mir schleierhaft...
EchoRomeo 12.10.2012
5. Jedenfalls scheint Peak-Oil ja dann erreicht
wenn die letzten Tropfen auf der Resterampe verramscht werden. Oder habe ich da etwa wieder was gaaaaanz falsch verstanden?
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