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Boombranche: Umsatz mit Energieeffizienz steigt auf 146 Milliarden Euro

Die Strom-, Heiz- und Benzinpreise steigen, Lösungen zum Energiesparen werden dadurch attraktiver: Laut einer Verbandsstudie hat die Branche 2012 rund 146 Milliarden Euro Umsatz gemacht, 16 Prozent mehr als im Vorjahr.

Wärmedämmung: Effizienz wird zum Wachstumstreiber der Baubranche Zur Großansicht
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Wärmedämmung: Effizienz wird zum Wachstumstreiber der Baubranche

Hamburg - Die Energiekosten sind Preistreiber Nummer eins in Deutschland. Die Kosten für Elektrizität sind so stark gestiegen, dass der Bundesumweltminister sich eigens an einer Strompreisbremse versuchte - bislang vergeblich. Für Verbraucher, die ihre Wohnung mit Öl heizen, war 2012 das bislang teuerste Jahr. Auch Tanken war 2012 so teuer wie noch nie. Tendenz in allen drei Fällen: steigend.

Die beste Strategie, dem stetigen Preisschub vorzubeugen, ist weniger Verbrauch. Und so werden Produkte und Dienstleistungen zum Energiesparen attraktiver. Im Jahr 2012 ist ihr Umsatz auf 146 Milliarden Euro gewachsen, 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Das geht aus einer Studie hervor, die der Branchenverband Deneff am Dienstagvormittag vorstellen will und die SPIEGEL ONLINE vorliegt. Mehr als 800.000 Jobs hängen mittlerweile von der Energiesparbranche ab, schreibt Deneff weiter.

Besondere Bedeutung habe der Geschäftsbereich Energieeffizienz in den Branchen Baustoffe/Bauinstallation, Energieberatung und Gebäudemanagement, heißt es in der Erhebung. Hier steige der Umsatz im Segment Effizienz deutlich schneller als die Erlöse der gesamten Branche. Im Bereich Gebäudemanagement etwa ist der Gesamtumsatz laut Deneff-Hochrechnung um nicht einmal fünf Prozent gestiegen - die Erlöse im Bereich Effizienz dagegen um fast 30 Prozent.

Die Zahlen sind Teil des sogenannten Branchenmonitors Energieeffizienz, in dem die Größe des Markts erstmals vermessen wird. Deneff räumt ein, dass es sich bei den veröffentlichten Zahlen nur um Hochrechnungen handelt. Branchenverbände neigen in solchen Schätzungen dazu, die eigene volkswirtschaftliche Bedeutung besonders positiv darzustellen.

Insgesamt definiert Deneff drei Wachstumstreiber für die Branche. Neben den steigenden Energiepreisen verstärkte auch der technologische Fortschritt die Attraktivität von Produkten und Dienstleistungen zur Steigerung der Energieeffizienz. Dritter Treiber seien die sich verändernden politischen Rahmenbedingungen.

Hier stockt die Entwicklung allerdings: Zwar ist Deutschland eine Nation mit wenig eigenen Rohstoffen und einem hohen industriellen Energieverbrauch und hat ein großes Interesse daran, seine Abhängigkeit von Energieimporten zu verringern. Bei der Ausarbeitung einer EU-Richtlinie zur Steigerung der Effizienz aber versuchte die deutsche Regierung eher, die Auflagen für die Industrie abzuschwächen.

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1. Ich
ibiza61 14.05.2013
Zitat von sysopDPADie Strom-, Heiz- und Benzinpreise steigen, Lösungen zum Energiesparen werden dadurch attraktiver: Laut einer Verbandsstudie hat die Branche 2012 rund 146 Milliarden Euro Umsatz gemacht, 16 Prozent mehr als im Vorjahr. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/energieeffizienz-umsatz-steigt-2012-auf-146-milliarden-euro-a-899180.html
glaube, dass das bei Neubauten inzwischen Vorschrift ist. Die Steigerung ist also nicht ganz freiwillig geschehen, sondern staatlich verordnet. Es hat sich nämlich inzwischen herausgestellt, dass sich eine Nachrüstung nicht rechnet und die verwendeten Dämmmittel sogar grösstenteils gefährlich sind.
2.
M. Michaelis 14.05.2013
146 Milliarden für wieviele Milliarden Einsparung in welcher Zeit ? Leider amortisieren sich diese Inventionen selten, von den Schäden unsachgemässiger Billigdämmungen ganz zu schweigen,
3. Neben den drei genannten Wachstumstreibern...
marbh 14.05.2013
...sollte man die extrem niedrigen Zinsen als vilelleicht wichtigsten Faktor nicht vergessen.
4. Das stimmt nur kurzfristig:
Promet 14.05.2013
"Die beste Strategie, dem stetigen Preisschub vorzubeugen, ist weniger Verbrauch." Das muss doch jedem mit einer soliden Halbbildung klar sein. Unternehmen, die in jedem Jahr Profit und Umsatz steigern müssen, können doch nicht bei rückläufigem oder auch nur konstantem Mengenabsatz, das sollte ja das Ziel der Energiesparerei der Verbraucher sein, den Preis pro Einheit auch nur konstant halten. Je weniger wir verbrauchen, desto kräftiger drehen die Oligopolisten der Energiewirtschaft an der Preisschraube. Da nutzt auch die Einführung einer Scheinmarktwirtschaft bei den Strompreisen nix. Was beim Strom helfen könnte, ist die Stärkung dezentraler Versorgungsstrukturen mit einem hohen Anteil alternativer Energien. Aber da sei ja bekanntlich Gott, die Merkel und die Viererbande vor. Wenn ich das nötige Investitionskapital hätte, wäre ich von der elektrischen Energie bis zur Trinkwassergewinnung und Schmutzwasserbeseitigung autark, auch wenn der laufende Betrieb teurer wäre als der Bezug durch die Absahner mit der Gelddruckmaschine.
5.
DocEmmetBrown 14.05.2013
Zitat von ibiza61glaube, dass das bei Neubauten inzwischen Vorschrift ist. Die Steigerung ist also nicht ganz freiwillig geschehen, sondern staatlich verordnet. Es hat sich nämlich inzwischen herausgestellt, dass sich eine Nachrüstung nicht rechnet und die verwendeten Dämmmittel sogar grösstenteils gefährlich sind.
Es ist doch immer die Frage was "sich nicht rechnet" bedeutet. Wer nur dämmt, um seine Energiekosten zu senken wird nur schwer bzw. gar nicht eine Amortisierung erreichen. In unserem Fall haben wir aber auf dieser Art und Weise sowieso fällige Sanierungen der Fassade, der Fenster und der Heizung günstig finanziert. Da geht es dann weniger um Amortisierung sondern um Werterhalt. Nach den ersten 3 Jahren kann man aus finanzieller Sicht sagen, dass die zu zahlenden Zinsen und auch ein Teil der Tilgung durch die Einsparung (ca. 60%) finanziert sind. Und ja, man sollte schon darauf achten mit was man dämmt, wie und durch wen. Wenn ich im Umfeld die Heimwerker ihre Baumarkt-Styroporplatten an die Wand kleben sehe, wird mir Angst und Bange.
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