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Minus von mehr als drei Milliarden: Radikalumbau führt bei E.on zu Rekordverlust

Windräder vor Kohlekraftwerk von E.on: Harte Bestandsaufnahme Zur Großansicht
REUTERS

Windräder vor Kohlekraftwerk von E.on: Harte Bestandsaufnahme

Jetzt ist es offiziell: Der Stromkonzern E.on hat im abgelaufenen Geschäftsjahr mehr als drei Milliarden Euro Verlust gemacht. Das liegt am geplanten Radikalumbau des Unternehmens.

Düsseldorf - Der Energieriese E.on muss den schwersten Verlust seit seiner Gründung im Jahr 2000 verbuchen. Unterm Strich summierte sich der Fehlbetrag für das Jahr 2014 auf 3,16 Milliarden Euro, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Geschäftsbericht des Unternehmens hervorgeht. Zuvor war bereits über einen Verlust in dieser Höhe berichtet worden.

Hauptgrund für den Verlust war eine harte Bestandsaufnahme über den tatsächlichen Wert von vielen Geschäften, die den ersten Schritt des geplanten Konzernumbaus bildet. Das führte zu Abschreibungen von 5,4 Milliarden Euro, auf die der Konzern aber schon vor Monaten eingestimmt hatte. Die Aktionäre sollen dennoch wie angekündigt eine Dividende von 50 Cent je Aktie bekommen, das sind 10 Cent weniger als im vergangenen Jahr.

E.on hatte Ende November angekündigt, sich als Reaktion auf die Energiewende 2016 aufspalten und dabei den gesamten Teil mit Kohle-, Gas- und Atomkraftwerken in eine neue Gesellschaft ausgliedern zu wollen. Der Hauptkonzern will sich künftig auf Geschäfte wie Ökostrom, Energienetze und den Vertrieb konzentrieren. E.on hatte bereits im Jahr 2011 im Zuge der Energiewende rote Zahlen geschrieben - damals in Höhe von 2,2 Milliarden Euro.

dab/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 159 Beiträge
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1. Da sieht man wie in Deutschland.....
joG 11.03.2015
....Rechtssicherheit funktioniert. Die Regierung entscheidet und eine kleine Minderheit muß bis zur Enteignung zahlen. Das muß jedem Auslandssinvestor eine sichtbare Warnung sein.
2.
crazy_swayze 11.03.2015
Ein Verlust aus Abschreibungen ist ja nur buchhalterischer Natur. Gut für die Steuerbilanz. Aber Cash wird e.on dennoch gut eingesammelt haben.
3. Aufpassen Herr Wirtschaftsminister!
Kater Bolle 11.03.2015
Auch EON hat Atomkraftwerke die Rückbebaut und entsorgt werden müssen. Hoffentlich ist Das Geld bei EON "gesaft". Aber wir haben da ja auch noch den dummen Steuerzahler (nicht die Konzerne die in Luxemburg "Höllensteuern" zahlen)bei dem nach den Banken auch die Atomreste hängen bleiben. Bei der Asse werden wir das schon mal üben.
4. Danke Bundesregierung...
eisbärchen_123 11.03.2015
...für diese völlig verkorkste Energiewende, den massiven Abbau von Arbeitsplätzen, die Milliarden an verprassten Steuergeldern und den Wirtschaftskrieg den ihr selbst gegen die eigene Industrie anzettelt!! So sägt man sich den Ast ab auf dem man sitzt!
5. Subventionsbetrug
nord1icht 11.03.2015
Vermutlich geht es wieder mal darum, Verluste zu sozialisieren. Sich um den teuren Rückbau zu drücken. Jahrzehntelang Atomsubventionen einstreichen (gegen die die Ökostrom-Zulage ein Witz ist) und dann die Zeche prellen. Viel Erfolg!
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EEG-Umlage
Was ist die EEG-Umlage?
Die EEG-Umlage ist das zentrale Förderinstrument für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Wind-, Solar- und Biogasanlagen können am Markt noch nicht mit Kohle- und Atomkraftwerken konkurrieren. Damit sie trotzdem rentabel sind, wird solchen Kraftwerken der Strom zu einem fixen Preis abgenommen. Dieser liegt deutlich über dem Preis an der Strombörse EEX. Die Differenz von Börsenpreis und fixem Abnahmepreis zahlen die Verbraucher über ihre Stromrechnung.
Warum steigt die EEG-Umlage?
Das hat zwei Gründe. Erstens, weil die absolute Menge des Ökostroms steigt. Durch die Energiewende gehen eine große Menge neuer Ökostromanlagen ans Netz. Zweitens steigt die EEG-Umlage auch relativ. Das hat paradoxerweise mit sinkenden Strompreisen zu tun. Die erneuerbaren Energien erhöhen das Stromangebot in Zeiten großer Nachfrage und senken dadurch den Strompreis an der Börse. Wenn aber der Strompreis sinkt, dann steigt die Differenz zwischen dem tatsächlichen Strompreis und dem fixen Abnahmepreis, den Betreiber von Ökostromanlagen garantiert bekommen - und die Verbraucher per EEG-Umlage ausgleichen müssen.
Zahlen alle Verbraucher die EEG-Umlage?
Im Prinzip ja. Allerdings werden ausgerechnet die größten Stromfresser der Nation entlastet. Sie genießen den Schutz der sogenannten besonderen Ausgleichsregel des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Laut dieser zahlen Firmen die volle EEG-Umlage nur für die ersten eine Million Kilowattstunden Strom, die sie verbrauchen. Für jede weitere Kilowattstunde zahlen sie nur noch zehn Prozent der EEG-Umlage, ab einem Verbrauch von zehn Millionen Kilowattstunden ist es nur noch ein Prozent, ab einem Verbrauch von 100 Millionen Kilowattstunden sind es noch 0,05 Cent. Beispiel: Die Trimet Aluminium AG verbraucht bei voller Auslastung 4,6 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr*. Die Aluminiumhütte muss also nur für rund 0,02 Prozent ihres Gesamtverbrauchs die volle EEG-Umlage zahlen.

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