Berlin - Um das Gasnetz von E.on zeichnet sich eine Bieterschlacht ab: Nach dem deutschen Versicherer Allianz meldet jetzt auch das französische Energieunternehmen GDF Suez Interesse an Deutschlands größtem Ferngasnetz an. Dafür sei eigens ein Konsortium gebildet worden, das den Erwerb der E.on-Tochter Open Grid Europe prüfe, sagte der Vorstandschef des Unternehmens, Gérard Mestrallet, am Mittwoch bei der "Handelsblatt-Energietagung" in Berlin. Wer die übrigen Partner des Konsortiums seien, wollte der GDF-Chef noch nicht sagen.
E.on Ruhrgas hatte kürzlich den Verkaufsprozess für die in Essen ansässige Tochter Open Grid Europe gestartet. Sie betreibt das mit etwa 12.000 Kilometern größte Ferngasnetz der Bundesrepublik. GDF Suez
betreibt bereits Gasnetze in Deutschland. Die Pipelines spielen wegen ihrer Verknüpfungspunkte an den Grenzen auch für den Im- und Export von Gas eine große Rolle.
Der deutsche Energieriese hatte nach Angaben eines Bankers Interessenten aufgefordert, ihr grundsätzliches Interesse kundzutun. Mindestens fünf Konsortien wollen demnach das 12.000 Kilometer umspannende Netz kaufen. Darunter sei neben der Allianz
und der kanadische Investor CPP. Zudem hätten unter anderem die australische Investmentbank Macquarie
, GS Infrastructure Partners und Borealis das Geschäft ins Visier genommen.
Die EU-Kommission drängt die Energieriesen seit Jahren dazu, ihre Netze abzugeben. Konkurrent RWE
verkaufte bereits 2010 sein Ferngasnetz an Macquarie.
Im November hatte der Energieriese E.on mit detaillierten Ankündigungen zu seinem Sparprogramm Schlagzeilen gemacht. Weltweit will der Konzern rund 11.000 von etwa 85.000 Arbeitsplätzen abbauen, davon rund 6000 Stellen in Deutschland.
Der durch die Atomwende und das schwächelnde Gasgeschäft unter Druck geratene größte deutsche Energiekonzern E.on will bis Ende 2013 Beteiligungen im Wert von mehreren Milliarden Euro abstoßen.
vks/dpa/Reuters
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