Wirtschaft


Energievisionen: Fünf Geschäftsideen für das Stromnetz der Zukunft

Von Stefan Schultz

Die Energienetze werden dem Internet immer ähnlicher: Durch schlaue Zähler entsteht eine Plattform, auf der findige Start-ups mit neuen Geschäftsideen schnell reich werden können. SPIEGEL ONLINE stellt fünf Konzepte für den Zukunftsmarkt vor - darunter einen App Store für clevere Kontrollsoftware.

Stromleitung: Energienetze werden dem Internet immer ähnlicherZur Großansicht
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Stromleitung: Energienetze werden dem Internet immer ähnlicher

Berlin - Das Stromnetz der Zukunft gleicht einer Plattform, auf der jeder mit jedem kommuniziert. Die Waschmaschine mit dem Wäschetrockner, der Energiezähler mit der Solaranlage auf dem Dach, der Offshore-Windpark in der Nordsee mit dem lokalen Energieversorger.

Immer mehr Geräte versenden Daten, Stromkabel werden zu Quasselstrippen. Profitieren sollen davon alle: die Umwelt, da durch die präzisere Abstimmung der Versorgungsnetze ein höherer Anteil an erneuerbaren Energien verkraftbar wird. Die Strom- und IT-Konzerne, da neue, lukrative Geschäftsfelder entstehen. Und der Verbraucher, der durch effizientere Ressourcennutzung Kosten spart.

Damit die Energiewende kommen kann, sind allerdings noch einige technologische Umwälzungen nötig. Schlaue Stromzähler müssen flächendeckend genutzt werden, damit die Energiemenge, die erzeugt und verbraucht wird, minutengenau gemessen werden kann. Managementsysteme müssen eingesetzt werden, damit die Netze auf die Datenflut reagieren können. Moderne Stromkabel müssen verlegt werden, die Elektrizität über Tausende Kilometer fast verlustfrei transportieren können.

Das Zusammenspiel solch neuer Technologien wird derzeit ergründet. Tausende Haushalte experimentieren mit intelligenten Stromzählern, Schwimmbäder versuchen mit der minutengenauen Regulierung der Wassertemperatur Energie zu sparen. Umwelt- und Wirtschaftsministerium subventionieren die Versuche unter dem Label E-Energy in sechs Modellregionen mit insgesamt 140 Millionen Euro.


Verglichen mit den vielen Milliarden Dollar, welche die USA und China aktuell in eigene nationale Stromnetzprojekte buttern, sind das Peanuts. Auch sonst scheinen die schlauen Stromnetze zumindest im Bundeswirtschaftsministerium nicht gerade oberste Priorität zu genießen. Beim E-Energy-Jahreskongress, der Donnerstag und Freitag in Berlin stattfand, ließ sich Minister Rainer Brüderle (FDP) durch seinen Staatssekretär Hans-Joachim Otto vertreten.

Dennoch tut sich etwas in Deutschland. Erste Experimente zeigen bereits jetzt, wie welch vielfältige Geschäftsideen schlauere Stromnetze eröffnen - und wie stark das wirtschaftliche Denken im Energiesektor im Wandel ist.

Studenten des Münchner Center for Digital Technology and Management (CDTM) präsentierten schon jetzt Geschäftskonzepte für die Zeit nach der Energierevolution: Ideen für das Jahr 2025, in dem sich nach Angaben der Regierung die Strom-Infrastruktur grundlegend und flächendeckend gewandelt haben wird. Das Energienetz gleicht in diesem Szenario dem Internet. Es ist ein Kommunikationsraum, in dem findige Start-ups mit geringem Kostenaufwand clevere Geschäftsideen verwirklichen können.

Fünf solcher Konzepte haben Studenten bereits jetzt entwickelt. SPIEGEL ONLINE stellt sie vor.

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insgesamt 461 Beiträge
querdenker13 30.09.2009
Die großem 4 werden immer Mittel und Wege finden der Bevölkerung das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Zitat von sysopEE-Autos, intelligente Waschmaschinen, Kleinkraftwerke im Keller: Deutschland steht vor einer Energierevolution. Die Kräfteverhältnisse zwischen Verbrauchern und Versorgern verschieben sich dabei grundlegend. verlieren die Konzerne die Kontrolle? Oder werden sie ihre Macht zementieren?
Die großem 4 werden immer Mittel und Wege finden der Bevölkerung das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Rainer Daeschler 30.09.2009
So lange sie Mittel und Wege finden politische Entscheidungsträger zu verwöhnen, wird ihnen die Kontrolle nicht entgleiten. Man muss sie nur in Beiräten einbinden und kann sie so mit verhältnismäßig geringen Beträgen, wie 3100,- [...]
Zitat von sysopverlieren die Konzerne die Kontrolle? Oder werden sie ihre Macht zementieren?
So lange sie Mittel und Wege finden politische Entscheidungsträger zu verwöhnen, wird ihnen die Kontrolle nicht entgleiten. Man muss sie nur in Beiräten einbinden und kann sie so mit verhältnismäßig geringen Beträgen, wie 3100,- € im Jahr, gewogen halten. Erwartet man mehr von den Begünstigten, offeriert man Aufsichtsratssitze in Töchtern, das ist nicht so auffällig wie bei der Konzernmutter selber, oder auch berufliche Perspektiven.
Hartmut Dresia 01.10.2009
Grundsätzlich gehören Energieversorgungsunternehmen in öffentliche Hände. Hier sind die Kommunen besonders gefordert, da zum Beispiel über Gewinne der Energieversorger der öffentliche Personennahverkehr gefördert werden kann. [...]
Zitat von querdenker13Die großem 4 werden immer Mittel und Wege finden der Bevölkerung das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Grundsätzlich gehören Energieversorgungsunternehmen in öffentliche Hände. Hier sind die Kommunen besonders gefordert, da zum Beispiel über Gewinne der Energieversorger der öffentliche Personennahverkehr gefördert werden kann. Gerdae jetzt, da dem Arbeitsmarkt das Wasser bis zum Hals steht (http://www.plantor.de/2009/dem-arbeitsmarkt-steht-das-wasser-bis-zum-hals/), wären EVU in öffentlicher Hand auch sehr geeignet, um wirkungsvolle arbeitsmarktpolitische Impulse zu unterstützen.
AndyH 01.10.2009
Das hatten wir schon. Soll man zurückverstatlichen?
Zitat von Hartmut DresiaGrundsätzlich gehören Energieversorgungsunternehmen in öffentliche Hände. Hier sind die Kommunen besonders gefordert, da zum Beispiel über Gewinne der Energieversorger der öffentliche Personennahverkehr gefördert werden kann.
Das hatten wir schon. Soll man zurückverstatlichen?
Rainer Daeschler 01.10.2009
Dafür spricht einiges, doch in der Praxis nicht in allen Fällen machbar. Schließlich wurden auch ausländische Staastunternehmen eingeladen, sich in Deutschland dumm und dämlich zu verdienen. Frankreich mit 45,01% an der EnBW [...]
Zitat von AndyHDas hatten wir schon. Soll man zurückverstatlichen?
Dafür spricht einiges, doch in der Praxis nicht in allen Fällen machbar. Schließlich wurden auch ausländische Staastunternehmen eingeladen, sich in Deutschland dumm und dämlich zu verdienen. Frankreich mit 45,01% an der EnBW Schweden mit 100% an Vattenfall Das gibt einen internationalen Scherbenhaufen, wenn man versucht ihnen diese Pfründe wieder zu entreißen.
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