Energiewende Boom der Batteriespeicher

Batteriespeicher für Solaranlagen erleben in Deutschland eine große Nachfrage. Ein Förderprogramm der staatseigenen KfW-Bank ist nach SPIEGEL-Informationen ausgeschöpft - das Institut will einen Antragsstopp verhängen.

Solarpanels
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Bis vor Kurzem speisten Hausbesitzer den Strom aus ihren Solaranlagen auf dem Dach einfach ins Netz ein. An sonnenreichen Wochenenden bringt das die Netze regelmäßig durcheinander. Eine Lösung für dieses Stabilitätsproblem sind Batteriespeicher, die im Keller den Strom bunkern, und abends, wenn der Bedarf am höchsten ist, wird der Strom dann im eigenen Heim verbraucht.

Aus Sorge um die Stabilität der Netze fördert der Bund mit sehr günstigen Krediten der staatseigenen KfW-Bank den Stromtank im Keller mit einem Batteriespeicherförderprogramm für Fotovoltaik-Anlagen. Und das kommt bei Hausbesitzern offenbar blendend an.

Gut ein halbes Jahr nach Inkrafttreten des aktuellen Programms hat die staatseigene KfW-Bank mehr als zwölf Millionen Euro für fast 4000 Stromspeicher ausbezahlt. Bald schon dürften die 30 Millionen Euro verbraucht sein, die der Bund für das Programm bewilligt hat.

Angesichts der Nachfrage will die KfW-Bank nach SPIEGEL-Informationen noch am Freitag einen Antragsstopp verkünden. Hausbesitzer, die den von ihren Solaranlagen produzierten Strom mit einer Batterie im Keller speichern wollen, bekämen dann keine Zuschüsse mehr vom Staat. Die jetzt bewilligten Anträge stammen zumeist noch aus dem Vorjahr.

Der Erfolg des Batterieförderprogramms steht im Gegensatz zu der geringen Nachfrage nach der Prämie für Elektroautos. "Bei den laufenden Beratungen für den Haushalt 2017 erwarten wir, dass die Große Koalition einer Aufstockung des Programms zustimmt", sagt Grünen-Energieexperte Oliver Krischer.

Bei der KfW-Bank hofft man darauf, dass entsprechende Gelder im Bundeswirtschaftsministerium schnell bereitgestellt werden. Dann könnten ab dem kommenden Jahr wieder Förderanträge bewilligt und ausgezahlt werden.

Mittlerweile bieten eine ganze Reihe von Energieunternehmen große Batterien für den Hausgebrauch an. Einer der ersten Anbieter war der Hamburger Stromdienstleister Lichtblick. Auch Elon Musk, Gründer der Elektroautofirma Tesla, verkündete den Einstieg in die Technologie. Bislang rechnet sie sich noch nicht ohne staatliche Unterstützung. Doch das könnte sich ändern, weil sowohl die Preise für Fotovoltaik-Anlagen als auch für Batterien stark sinken.



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