Energiewende: E.on will Finanzinvestoren an Hochsee-Windparks beteiligen

Die Offshore-Windenergie gilt als Schlüsseltechnik für den Atomausstieg - dementsprechend groß ist der Bedarf an neuen Hochsee-Windparks. Der Stromkonzern E.on will mit einem neuen Beteiligungsmodell das nötige Kapital dafür auftreiben: Vor allem risikoscheue Finanzinvestoren sollen einsteigen.

Offshore-Windpark: Mit Finanzpartnern noch größere Projekte stemmen Zur Großansicht
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Offshore-Windpark: Mit Finanzpartnern noch größere Projekte stemmen

Hamburg - Neue Windparks auf hoher See sind teuer - der Energiekonzern E.on versucht nun, Finanzinvestoren an seinen Offshore-Projekten zu beteiligen und so noch größere Vorhaben anpacken zu können. Derzeit liefen erste Gespräche mit Interessenten, sagte Mike Winkel, Chef der Konzerntochter Climate & Renewables, der "Financial Times Deutschland". E.on sei bereit, Minderheitsbeteiligungen an Windparks abzugeben, sagte Winkel.

In den kommenden fünf Jahren will der Konzern selbst sieben Milliarden Euro in den Ausbau seiner Kapazitäten bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen investieren. Die Beteiligung von Investoren könnte wie eine Art Hebel auf dieses Kapital wirken. Der größte Energieversorger Deutschlands hofft, dass sich Finanzinvestoren für diese Variante interessieren, um vom Umbau der deutschen Energiewirtschaft zu profitieren.

E.on will die Entscheidungshoheit bei den Projekten jedoch nicht aus der Hand geben. Nach dem nun bekanntgemachten Modell sorgt der Energiekonzern für die Entwicklung und operative Führung der Projekte und reserviert sich die Mehrheit der Anteile. Als Investoren hat E.on Chart zeigen eher risikoscheue Investoren wie Pensionsfonds oder Rückversicherungen im Blick. Diese sind bisher an kapitalintensiven Infrastrukturanlagen wie Strom- oder Gasnetzen beteiligt. Dieses Geschäft gilt als risikoarm, aber immer noch renditeträchtiger als zum Beispiel Staatsanleihen.

Der Ausbau der Windenergie hinkt derzeit den ehrgeizigen Plänen der Bundesregierung weit hinterher. Laut einer aktuellen Bilanz des Bundesverkehrsministeriums stehen bisher gerade einmal 27 Windräder im deutschen Gebiet der Nord- und Ostsee. Bis zum Jahr 2030 sollen es 10.000 sein. Immerhin ist bereits der Bau von 2000 Offshore-Windrädern genehmigt. Hemmnisse für einen schnelleren Ausbau sind unter anderem Probleme bei der Anbindung an das Stromnetz am Festland und ein Mangel an speziellen Ausrüsterschiffen für die Errichtung der Windparks.

fdi/Reuters

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1. Sehr sinnvoll !
Jonny_C 20.02.2012
Gute Idee von E.ON. Damit wird man in ein paar Jahren wirklich Geld verdienen können, und Deutschland kann die Energie-Wende schaffen. Was wir jetzt aber noch dringender brauchen sind neue intelligente Leitungsnetze. Wir "planen" dafür schon ein erstes kleines Schalt und Kontroll Rechenzentrum...... Allen eine erfolgreiche Woche !
2. Der Sonnen-Minister…
karlgutknecht 20.02.2012
Zitat von sysopDie Offshore-Windenergie gilt als Schlüsseltechnik für die Energiewende. Energiewende: E.on will Finanzinvestoren an Hochsee-Windparks beteiligen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,816307,00.html)
Die Bundesregierung, wie auch die Medien behaupten allerorts zum widerholten Male (s. SPON), das bei der Energiewende die Windkraft zu bevorzugen sei, die realen Zahlen dagegen sprechen eine völlig andere Sprache: Weil die Preise für Solarmodule dank der chinesischen Billiganbieter allein im ersten Halbjahr 2011 um rund 30 Prozent gefallen sind, bleibt es für Investoren in Deutschland ein äußerst lukratives Geschäft, sich Solarzellen aufs Dach zu setzen. So sagen die Anlageexperten der Investmentbank Morgan Stanley voraus, dass in diesem Jahr erneut die Leistung von 6500 Megawatt auf deutsche Dächer geschraubt werden wird. Und die Credit Suisse erwartet sogar einen Zubau von 7500 Megawatt Solarleistung. Branchenbeobachter erwarten, dass Deutschland im diesem Jahr mit einer wahren Flut von Billig-Solarmodulen überschwemmt wird, weil andere große Abnehmerländer wie Tschechien oder Italien ihre Solarförderung drastisch zurück gefahren haben. Deutschland aber, das als einziges Land (!) übrig bleibt, das Solarenergie weiter in unbegrenzter Höhe und Menge fördert, dürfte dann den größten Teil der Weltproduktion an Modulen geradezu aufsaugen. Nach inoffiziellen, aber gleichlautenden Schätzungen aus Kreisen des Bundesumwelt- und des Bundeswirtschaftsministeriums könnte so im diesem Jahr erneut eine Rekordanschlussleistung an Solarkraft hinzukommen. Eine gewaltige Überkapazität, die den Spielraum für die Förderung anderer, effizienterer Ökostromarten stark einschränkt, und damit die Chancen für eine nachhaltige ökologische Energiewende zu vertretbaren Kosten verringert. Denn falls die Wirtschaftspolitiker der Unionsfraktion mit ihrer Forderung nach Deckelung der Solarausgaben scheitern sollten, ist die Messe erst einmal gelesen, glaubt ein Kenner der Solarszene: "Dann wird es wohl bis weit nach der nächsten Bundestagswahl 2013 dauern, bis man sich wieder mit dem Thema beschäftigt und endlich jemand die Notbremse zieht." Sowohl das RWI wie auch die Verbraucherschützer, geben dieser Einschätzung Rückendeckung. "Gerade die Photovoltaik-Branche hat aber die gesunkenen Kosten nicht an die Verbraucher weitergeben. Es kann nicht sein, dass die Verbraucher diese Mitnahmeeffekte über das EEG finanzieren. Die Einspeisevergütungen müssen daher deutlich sinken“, sagte Holger Krawinkel, Energieexperte des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, dem Handelsblatt. Auch Branchen-Insider mahnen Änderungen an. „Wenn wir die Vergütung nicht den Kosten anpassen, dann fliegt uns das um die Ohren“, warnte Philippe Welter, Herausgeber der Fachzeitschrift „Photon“. Solange die Renditen in diesem Geschäft um ein vielfaches höher sind, als Renditen beim Ausbau der Windenergie, solange werden wie in der Vergangenheit die "risikoscheuen Inverstoren", weiterhin den Solarwahnsinn weiter massiv befeuern. Selbst Befürworter der Solarenergie, mahnen einen Deckelung des Zubaus an, warum kann sich Herr Dr. Röttgen dieser Bewertung nicht anschließen mag. Er muss wohl seine "Gründe" haben.... Windenergie predigen, Solar ausbauen, ja warum wohl...?
3.
ir² 20.02.2012
Zitat von sysopDie Offshore-Windenergie gilt als Schlüsseltechnik für die Energiewende - dementsprechend groß ist der Bedarf an neuen Hochsee-Windparks. Der Energiekonzern E.on will mit einem neuen Beteiligungsmodell das nötige Kapital dafür auftreiben: Vor allem risikoscheue Finanznvestoren sollen einsteigen. Energiewende: E.on will Finanzinvestoren an Hochsee-Windparks beteiligen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,816307,00.html)
Tja, und die Grünen erzählen dem Stimmvieh noch immer was von "dezentraler Energieversorgung" und "Bürgerbeteiligung". Jetzt füttert man die Heuschrecken mit dem Geld aus dem EEG. Mal sehen wann der atomangstgeschütteltet und klimakatastrophenhysterisierte Deutsche Michel den Schwindel durchschaut.
4. Solarenergie ausbauen!
linksoben 20.02.2012
Zitat von karlgutknecht..... Er muss wohl seine "Gründe" haben.... Windenergie predigen, Solar ausbauen, ja warum wohl...?
Karl, hinterfagen Sie nicht ständig, was sich intelligente Menschen überlegt haben, sondern tuen Sie endlich was der Minister sagt, siehe oben.
5.
ir² 20.02.2012
Zitat von linksobenKarl, hinterfagen Sie nicht ständig, was sich intelligente Menschen überlegt haben, sondern tuen Sie endlich was der Minister sagt, siehe oben.
Diese Geisteshaltung hat ja Tradition in Deutschland. Der Untertan (http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Untertan)
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