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Energiewende: EnBW-Chef fordert Hilfen für Hochsee-Windparks

Hans-Peter Villis entdeckt seine grüne Seite: In einem Interview fordert der EnBW-Chef Investitionshilfen für Windparks auf dem Meer - und distanziert sich von der Atomkraft. Als er die Führung des Konzerns übernommen hatte, sagte er noch: "Mein Traum ist es, ein Kernkraftwerk zu bauen."

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DDP / DOTI / Matthias Ibeler

Düsseldorf - Im Kopf von Hans-Peter Villis findet derzeit ein erstaunliches Umdenken statt. Der EnBW-Chef, einst vehementer Befürworter der Atomkraft, macht plötzlich massiv Stimmung für den Ausbau erneuerbarer Energien.

Konkret fordert Villis Investitionshilfen für Windparks auf dem Meer. "Grundsätzlich bin ich von der Kernenergie überzeugt. Ich weiß aber, dass sie nur eine Brückentechnologie sein kann. Wenn es keine Akzeptanz mehr in der Gesellschaft gibt, müssen wir darauf reagieren", sagte er dem "Handelsblatt".

Um den Ausstieg aus der Kernkraft zu beschleunigen, müsse es mehr Investitionsanreize für alternative Energiequellen wie Offshore-Windparks geben. "Durch eine Konzentration der Förderung auf weniger Jahre könnten viele Projekte schneller in Angriff genommen werden."

Vor vier Jahren, als Villis seinen Posten bei dem Konzern antrat, sagte er noch: "Mein Traum ist es, einmal ein Kernkraftwerk zu bauen." Und: "Kernenergie ist keine Brückentechnologie. Sie ist die Zukunft."

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Grafiken: Deutschlands Energiewirtschaft
Villis' Kehrtwende passe gut zu der Tatsache, dass in Baden-Württemberg am 12. Mai eine grün-rote Regierung an die Macht komme, schreibt das "Handelsblatt". EnBW gehört zu 46,5 Prozent dem Land. Die künftige Regierung unter dem Grünen Winfried Kretschmann wird ein gewichtiges Wort bei der Vertragsverlängerung von Villis mitzusprechen haben.

Eine kürzere und höhere Förderung von Hochsee-Windparks hat viele Befürworter. Nach SPIEGEL-Informationen fordert die Energiebranche, den Strom, den Offshore-Windparkbetreiber in die Netze einspeisen, künftig nicht mehr mit 15, sondern mit mehr als 18 Cent pro Kilowattstunde zu fördern. Im Gegenzug soll die Förderdauer von aktuell 14 auf neun Jahre gekürzt werden.

Durch die höhere Förderung, so das Argument, würde die Finanzierung der kapitalintensiven Offshore-Projekte durch Banken erheblich verbessert. Die Rendite für die Betreiber der Offshore-Windparks würde von heute sieben auf bis zu zwölf Prozent steigen, schätzt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG.

Die Regierung soll die Änderung der Förderung befürworten. Denn der Ausbau der Hochsee-Windparks geht wesentlich langsamer voran als geplant.

ssu/dpa-AFX

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insgesamt 39 Beiträge
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1. Oh,
thominator, 27.04.2011
da dreht sich aber einer mit dem Wind....
2. typisch
hmueller0 27.04.2011
Zitat von sysopHans-Peter Villis entdeckt seine grüne Seite: In einem Interview fordert der EnBW-Chef Investitionshilfen für Windparks auf dem Meer - und distanziert sich von der Atomkraft. Als er die Führung des Konzerns übernommen hatte, sagte er noch: "Mein Traum ist es, ein Kernkraftwerk zu bauen." http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,759182,00.html
Es gibt Leute, die fallen immer wieder auf die Füße (oder versuchen es zumindest). Anders ausgedrückt - versuchen aus allem Profit zu schlagen. Wie wäre es denn, wenn Hr. Villis einfach die Miliarden-Gewinne nimmt, die EnBW seit bestehen nicht zuletzt durch die großzügigen (indirekten) Subventionen eingestrichen hat und einen Teil dieser wieder investiert? Schließlich will EnBW doch auch künftig mit den Windparks Gewinn machen? Oder bekommt dann auf einmal jeder Bürger eine Beteiligung oder es werden sogar die Stromkosten gesenkt? Aber versuchen kann man es ja mal. Hat doch bei den AKWs auch funktioniert: Die Allgemeinheit finanziert den Löwenanteil und die Energiekonzerne streichen dafür die Gewinne ein. Klingt doch gerecht, oder?
3. na klar...
derlabbecker 27.04.2011
.... .bisher Verfechter der AKWs kommt nun die 180 Grad Wende, genau wie bei der Merkel. Aber gleichzeitig auch wieder der Ruf nach Staatshilfen etc.... klar, das ist bei solchen Leuten im Sprachschatz voll eingebaut. Wer macht diesem Mann mal klar dass er zuerst mal seine Investitionen aus den Gewinnen tätigen muss, wie jeder andere Geschäftsmann auch? Aber aufgrund des Hypes um den AKW Ausstieg, den Merkel angeworfen hat, sehen diese Leute halt ihre Chance mal eben Steuergelder abzugreifen um ja nicht an die üppigen Gewinne ran zu müssen. Zum kotzen solche Leute!
4. Staatlich garantiert!
mayer60 27.04.2011
Wozu brauchen die staatlich garantierte 12% Rendite?
5. Hauptsache Staatskohle abzocken
genugistgenug 27.04.2011
Zitat von sysopHans-Peter Villis entdeckt seine grüne Seite: In einem Interview fordert der EnBW-Chef Investitionshilfen für Windparks auf dem Meer - und distanziert sich von der Atomkraft. Als er die Führung des Konzerns übernommen hatte, sagte er noch: "Mein Traum ist es, ein Kernkraftwerk zu bauen." http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,759182,00.html
Hauptsache Staatskohle abzocken - egal ob für Kernkraftwerk oder Windpark. Wie üblich die Frage: Was wurde bisher kassiert, wer hat die Kohle abgezockt, wie viel wird noch benötigt? Auf die Frage 'wie viel' habe ich nur eine Antwort 'so viel wie möglich und so lange wie möglich'. PS wann kommen die Forderungen wegen der Abschaltung der AKW's eigentlich? Die Aktionäre dürften sich freuen und der Bürger zahlt.
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