Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Energiewende: Gabriel plant neue Zumutungen für Energieversorger

Braunkohletagebau in der Nähe von Aachen: Kohleverstromung als Klimakiller Zur Großansicht
DPA

Braunkohletagebau in der Nähe von Aachen: Kohleverstromung als Klimakiller

Kraftwerksstillegung, Senkung des Kohlepfennigs, Endlagersuchgesetz: Wirtschaftsminister Gabriel macht es den Energiekonzernen nicht leicht dieser Tage. Nach SPIEGEL-Informationen will er sogar komplett aus der Kohleverstromung aussteigen.

Die Bundesregierung will zehn Gigawatt Kraftwerksleistung aus Stein- und Braunkohle vom Netz nehmen. Entsprechende Schritte werden derzeit nach SPIEGEL-Informationen in der Energieabteilung des Bundeswirtschaftsministeriums unter dem grünen Staatssekretär Rainer Baake vorbereitet. Die geplante Stilllegung entspricht der Leistung von rund zwei Dutzend kleineren Kraftwerken. Mittelfristig plane Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) aus Klimaschutzgründen sogar komplett aus der Kohleverstromung auszusteigen.

Wie sich die Reduzierung der Kraftwerkskapazitäten langfristig auf den Strompreis auswirkt, ist zunächst schwer abzuschätzen. Zunächst aber wird er vielleicht etwas billiger. Der Grund: Die Bundesregierung senkt die Umlage, die Verbraucher für den Ausbau der erneuerbaren Energien zahlen, auf 6,17 Cent pro Kilowattstunde, also um knapp 0,1 Cent. Am Mittwoch wollen die Übertragungsnetzbetreiber die Zahl verkünden, die ein Gradmesser ist für die Kosten der Energiewende. "Das Sinken der Umlage hat nichts mit der EEG-Reform von Gabriel zu tun, zeigt aber, dass die Erzeugung von Grünstrom immer günstiger wird", sagt Grünen-Energieexperte Oliver Krischer dem SPIEGEL. Fraglich ist allerdings, ob die Elektrizitätsunternehmen die Preissenkungen tatsächlich an die Verbraucher weitergeben.

Unterdessen bereiten die großen Energieversorger E.on Chart zeigen und RWE Chart zeigen weitere juristische Schritte gegen das umstrittene Endlagersuchgesetz der Bundesregierung vor. Aus ihrer Sicht besteht keine Notwendigkeit, eine Alternative zu dem erforschten Endlager für nukleare Brennstäbe in Gorleben zu suchen. An den geschätzten Mehrkosten in Höhe von 2,5 Milliarden Euro wollen sie sich nicht beteiligen. Bereits Anfang Oktober hatten die Konzerne Feststellungsklagen gegen die notwendig gewordene Zwischenlagerung von Brennelementen auf eigenen Grundstücken eingereicht.

Mit den Klagen wollen die Konzerne die Bundesregierung dazu bewegen, Verhandlungen über die umstrittene Atomstiftung aufzunehmen. Die Atomkonzerne planen die von ihnen gebildeten Rücklagen in Höhe von rund 30 Milliarden Euro in eine Art öffentliche Stiftung einzubringen. Im Gegenzug soll der komplette Rückbau der Atomkraftwerke und die Lagerung radioaktiver Abfälle an diese Einrichtung übertragen werden. Nachdem die Pläne im Mai frühzeitig bekannt geworden waren, hatte die Bundesregierung alle offiziellen Gespräche über das Thema abgelehnt.

mik

Diesen Artikel...
Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 243 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Ich lach mich schlapp
u.loose 12.10.2014
der grüne Krischer will an 0,1 Cent Senkung die einer zu kräftigen Erhöhung der Umlage folgen, ablesen, dass "Grünstrom" immer billiger wird... Wenn das nicht alles soooo traurig wäre, müsste man laut loslachen!
2. Das wir die aber nicht besonders beunruhigen
Erich91 12.10.2014
erstens gibts ja auch wieder Subventionen wegen dem Posten nach der Politkarriere und zweitens wirds letztendlich der Verbarucher bzw. der Kleinverbarcuer sprich Bürger zahlen müssen.
3. Endlager
Mut_zur_Aufrichtigkeit 12.10.2014
Die Endlagersuche wird durch politische und emotionale Beweggründe behindert. Würde man sich auf rein logische und wissenschaftlich fundierte Argumente beschränken hatten wir schon längst ein Endlager.
4. Keine Sorge...
pieterbruegel 12.10.2014
Zitat von u.looseder grüne Krischer will an 0,1 Cent Senkung die einer zu kräftigen Erhöhung der Umlage folgen, ablesen, dass "Grünstrom" immer billiger wird... Wenn das nicht alles soooo traurig wäre, müsste man laut loslachen!
..der Strom wird nicht billiger sondern teurer.Woher sollen den die Dividenden -das leistungslose Einkommen -für unserer armen Aktionäre herkommen?Wir wollen doch nicht die Veramung unserer Oberschicht provozieren...;-)
5. Unser Siggi
furzgurk 12.10.2014
Wie plant er denn aus der Kohleverstromung auszusteigen? Hat er im Keller einen Fusionsreaktor gebastelt? Sollte er nicht für die deutsche Wirtschaft arbeiten? Ach was haben wir eine tolle Regierung...
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH





Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: