Energiewende RWE und E.on wollen bei Atomfirma aussteigen

Ausstieg aus der Uran-Produktion: Die Energieriesen E.on und RWE planen laut "Handelsblatt", sich von Anteilen an der britischen Nuklearfirma Urenco zu trennen. Das Unternehmen beliefert Atomkraftwerke mit angereichertem Uran.

Atomkraftwerk Unterweser: Das AKW zählt zu den Altmeilern, die abgeschaltet wurden
DPA

Atomkraftwerk Unterweser: Das AKW zählt zu den Altmeilern, die abgeschaltet wurden


Frankfurt am Main - Der Atomausstieg führt offenbar selbst bei den Energieriesen zu einem Umdenken: E.on und RWE wollen laut "Handelsblatt" ihren Anteil am Nukleardienstleister Urenco loswerden. Die Unternehmen prüften einen Verkauf ihrer gemeinsamen Beteiligung von einem Drittel. Das berichtet die Zeitung unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Die Konzerne haben den Verkauf von Beteiligungen angekündigt, um ihre Schulden abzutragen und sich trotz Belastungen durch den Atomausstieg in Deutschland finanzielle Spielräume zu verschaffen. Berater sollen den Ausstieg bereits vorbereiten, allerdings seien die Pläne noch in einem frühen Stadium. Beide Unternehmen wollten sich der Zeitung zufolge nicht zu dem Thema äußern. Neben E.on und RWE sind den Angaben zufolge noch Großbritannien und die niederländische Regierung mit jeweils einem Drittel an Urenco beteiligt.

"Die Eigentumsverhältnisse sind schwierig", zitiert das "Handelsblatt" eine Person aus dem Umfeld der deutschen Energiekonzerne. Urenco hat seinen Sitz in Marlow in Großbritannien und beliefert die Betreiber von Atomkraftwerken mit angereichertem Uran. Im vergangenen Jahr setzte der Konzern 1,3 Milliarden Euro um und erzielte dabei einen Nettogewinn von 387,1 Millionen Euro.

cte/Reuters



insgesamt 10 Beiträge
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rsi 07.09.2011
1. Ach...
... die steigen auch wieder ein, wenn sich die Zeiten irgendwann mal wieder ändern.
kabelfritze 07.09.2011
2. Ab dafür
Zitat von sysopAusstieg aus der Uran-Produktion: Die Energieriesen E.on und RWE planen laut "Handelsblatt", sich von Anteilen an der britischen Nuklearfirma Urenco zu trennen. Das Unternehmen beliefert Atomkraftwerke mit angereichertem Uran. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,784805,00.html
Da sollten E.on und RWE sich sputen, so lange sie noch was kriegen für den Laden.
Braunschweiger77, 07.09.2011
3. Urenco
Zitat von kabelfritzeDa sollten E.on und RWE sich sputen, so lange sie noch was kriegen für den Laden.
Keine Sorge Chinesen oder Russen nehmen die Anteile mit Kußhand und freuen sich über das Know-How, welches Deutschland natürlich verloren gehen wird.
ostap 07.09.2011
4. Dilettanten
Zitat von sysopAusstieg aus der Uran-Produktion: Die Energieriesen E.on und RWE planen laut "Handelsblatt", sich von Anteilen an der britischen Nuklearfirma Urenco zu trennen. Das Unternehmen beliefert Atomkraftwerke mit angereichertem Uran. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,784805,00.html
Das hätten sie mal vor 10 Jahren machen sollen, als der Atomausstieg beschlossen wurde, aber andere Länder dachten, es geht uneendlich weiter mit der Atomindustrie. Nun, nach Fukushima, wo sich ein Land nach dem anderen aus dieser Todestechnologie verabschiedet, kann man natürlich nur noch zum Diskcountpreis den Laden loswerden. Echte Stümper!
kabelfritze 07.09.2011
5. Technik kommt, Technik geht
Zitat von Braunschweiger77Keine Sorge Chinesen oder Russen nehmen die Anteile mit Kußhand und freuen sich über das Know-How, welches Deutschland natürlich verloren gehen wird.
Sie tun ja gerade so, als wäre eine Zentrifuge zur Urananreicherung die Krone der Ingenieurskunst. Ist sie nicht. Heute kann kein Mensch mehr das Skalenband eines Röhrenradios wechseln, und niemand findet das bedauerlich. Ich denke, dass Deutschland sich (vielleicht gerade noch) rechtzeitig neu positioniert. Es gibt Beispiele für Länder die das nicht tun. Auf internationalen Windenergie- Kongressen z.B. kommen die Franzosen immer aus der letzten Reihe angeködelt und wollen Dinge wissen, die die Anderen längst als bekannt voraussetzen. In zehn Jahren sind die Karten neu gemischt und dann sehen wir mal, wer das schlechteste Blatt hat.
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