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Energiewende: US-Finanzinvestor pumpt Milliarden in Windparks

Der Finanzinvestor Blackstone will von der deutschen Energiewende profitieren. Das Unternehmen steckt Milliarden Euro in Offshore-Windparks - und erwartet Renditen von bis zu 20 Prozent.

Berlin - Der US-Finanzinvestor Blackstone steckt einem Zeitungsbericht zufolge Milliarden in deutsche Offshore-Windparks. Für das 1,2 Milliarden Euro schwere Projekt "Meerwind" nahe Helgoland stehe die Finanzierung, berichtet die "Financial Times Deutschland". Dies wolle das Unternehmen noch am Freitag bekanntgeben. Für einen zweiten Windpark in der Nordsee mit einem Volumen von 1,3 Milliarden Euro habe Blackstone eine Genehmigung gekauft.

Weitere sollen folgen: "Wir sind in Diskussionen, um Genehmigungen für weitere Windparks zu erwerben", sagte Blackstone-Manager Sean Klimczak dem Blatt. Blackstone lockt die Aussicht auf hohe Gewinne: "Wir erwarten Private-Equity-ähnliche Renditen", sagte Klimczak. Das wären 15 bis 20 Prozent im Jahr.

Grund für die Zuversicht ist die Regulierung in Deutschland, laut Klimczak "eine der besten der Welt". Zudem profitiert das Unternehmen vom Förderprogramm der Bundesregierung und der KfW. "Sonst würde Meerwind nicht stattfinden", sagte Klimczak. Der börsennotierte US-Investor ist in Deutschland vor allem als Minderheitsaktionär der Telekom bekannt. Kürzlich hatte Blackstone den hessischen Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin gekauft.

cte/Reuters

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insgesamt 395 Beiträge
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1. Ist ja interessant, diese schöne neue Welt
wifgas 05.08.2011
Zitat von sysopDer Finanzinvestor Blackstone will von der deutschen Energiewende profitieren. Das Unternehmen steckt Milliarden Euro in Offshore-Windparks - und erwartet hohe Renditen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,778507,00.html
der politisch korrekten und "klimafreundlichen" Energiegewinnung. Man stimmt das Volk ein auf mehr oder weniger stark steigende Strompreise ("Der Ausstieg aus Kernenergie & Co kostet natürlich ne Menge Geld beim Verbraucher..."), während kapitalistische Groß-Strukturen offenbar traumhafte Renditen einfahren dürfen. Vom Verbraucher finanziert, weil gnadenlos vorgeschrieben, natürlich. Damit dürfte dem gelernten Beobachter der Szenerie "Wirtschaftssystem" wieder einmal klar werden, dass auch diese schöne, nützliche und idealismusträchtige Sache zum Spielball weltweiter Casinospieler mutieren wird, und in diesem Spiel nichts weiter zählt als die messbaren Geldflüsse in globalen Kanälen, die mit den Daseinsinteressen der Bevölkerung nichts zu tun haben.
2. Schöne neue, teure Welt!
karlgutknecht 05.08.2011
Höchst wahrscheinlich wird die durch den deutschen Mob bewirkte Energiewende als eines der größten Milliardengräber in die Geschichtsbücher der Bundesrepublik eingehen. Es überkommt mich immer wieder ein Déjà-vu Erlebnis, gab es nicht ähnliche wunderbare Versprechen anlässlich der deutschen Einheit. Blühende Landschaften, ein Paradies von Milch und Honig. Dieser Spaß hat den deutschen Michel nun schon über 1,5 Billionen Euro (1500 Milliarden) gekostet, Ende offen. Als Ergebnis kann man attestieren, das nun die Sozialversicherungskassen leer sind, den Ostdeutschen eine hervorragende Infrastruktur für eine stark schrumpfende Bevölkerung zur Verfügung steht und der Westen Deutschlands auf dem Zahnfleisch geht. Was also wird die Energiewende bringen, die von den gleichen Gehirnriesen unter Ablehnung aller warnenden Stimmen gnadenlos durchgezogen wird. Nun zunächst sind schon einmal über 100 Milliarden Euro für die Einspeisegebühren der Solarenergie zu schultern, die dank der Lobbyarbeit und gut platzierter Spenden, ungebremst weitergeht. Bei der jetzigen Ausbaugeschwindigkeit, werden in kürzester Zeit, die Grenze von 150 Milliarden Euro geknackt werden. Allerdings trägt diese Segnung der Ingenieurkunst im Durchschnitt nur 3 % (!) zur Energieversorgung der Bundesrepublik bei. Nun soll also die - zugegeben - wesentlich effektivere Windenergie 15 – 20 % Rendite abwerfen, wer dafür Sorgen ist absehbar, der sich nach GRÜNER Öko-Energie sehnende deutsche Wutbürger, der allerdings nach durch das EEG schnell ansteigenden Energiekosten, seine Wut dann gegen die raffgierigen Ökostromproduzenten richten darf. Eigentlich sollte man den deutschen Bürger eine gewisse Intelligenz zusprechen dürfen, aber aus den gemachten Erfahrungen heraus, ist das nicht zu begründen. Immer wieder fallen die Bundesbürger auf neue Rattenfänger herein, dieses Mal haben die renditegeilen Investoren ein GRÜNES Mäntelchen an und die blöde Gemeinde folgt der verlockenden Melodie vom GRÜNER Glückseligkeit. Für die Investoren, spielen derartige romantische Überlegungen keine Rolle „Grund für die Zuversicht ist die Regulierung in Deutschland, laut Klimczak "eine der besten der Welt". Zudem profitiert das Unternehmen vom Förderprogramm der Bundesregierung und der KfW“. Die Schweine wechseln, der Trog allerdings wird immer wieder von den gleichen blöden Leuten gefüllt. Hurra Deutschland wird GRÜN!
3. die Amis haben es kapiert
Herzbubi 05.08.2011
während in Deutschland noch viele Bürger lang gepflegte ideologische Scheuklappen aufhaben legen die Amis ihr Geld in die erneuerbaren Energien an. Auch wenn die Zukunft aus meiner Sicht in regionalen Kraftwerken liegen ist ein KW aus Ofshore immer noch besser als aus herkömmlicher erzeugter Energien. Wann wacht der der deutsche Michel endlich auf?
4. War das Absicht oder ein faux pas ?
si_tacuisses 05.08.2011
Zitat von sysopDer Finanzinvestor Blackstone will von der deutschen Energiewende profitieren. Das Unternehmen steckt Milliarden Euro in Offshore-Windparks - und erwartet hohe Renditen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,778507,00.html
Blackstone hat eine Genehmigung gekauft ? Würde mich in der republica korrupta nicht weiter wundern. Wer hat denn die Hände da aufgehalten ??
5. Ist doch verständlich
Kalle79 05.08.2011
Ist doch logisch, dass jetzt die großen Finanzinvestoren in deutsche Windparks investieren. Die Börsen rauschen gerad in den Keller und dank EEG garantieren die deutschen Stromkunden den Investoren 10-20% Rendite über Jahrzehnte!
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Was kostet der Atomausstieg?
Zu den Kosten des Atomausstiegs kursieren verschiedene Zahlen. Die wichtigsten Werte im Überblick:
Privatwirtschaftliche Investitionen
Für den Atomausstieg müssen neue Windräder, Solaranlagen, Biomasseanlagen und Gaskraftwerke gebaut werden. Stromleitungen müssen ausgebaut werden. Hinzu kommen Investitionen in Energieeffizienz. Nach SPIEGEL-ONLINE-Berechnungen belaufen sich die Investitionen insgesamt auf rund 170 Milliarden Euro bis 2020. Andere Forschungsinstitute kommen auf ähnliche Werte.
Haushalt
Die Politik streitet vor allem darüber, was die Energiewende für Auswirkungen auf den Haushalt hat. Die im vergangenen Jahr beschlossene Brennelementesteuer etwa sollte der Regierung jährlich 2,3 Milliarden Euro bringen. Jetzt drohen die Energieversorger, gegen die Abgabe zu klagen - ihrer Ansicht nach war sie an die Laufzeitverlängerung gekoppelt. Manche fordern neue Subventionen für Industrien mit besonders hohem Energiebedarf.

Gleichzeitig verknüpft die Regierung Ausgaben mit dem Programm, die für den Atomausstieg gar nicht nötig sind: So will sie die Mittel für die Wärmedämmung alter Gebäude steigern. Generell gilt: Entschieden ist noch nichts - für Kostenberechnungen in puncto Haushalt ist es noch zu früh.
Strompreis
Die Preise für Endverbraucher werden auf absehbare Zeit nur wenig steigen. Denn der Strom, den sie beziehen, wird stets über mehrere Jahre eingekauft. Der aktuelle Preisschub fällt vorerst kaum ins Gewicht.

Bis Ende des Jahrzehnts könnte der Preis indes um mehrere Cent steigen. Allein durch den Netzausbau und die Großhandelspreise wäre ein Anstieg um drei Cent möglich - dazu kämen Milliardenkosten aus der EEG-Umlage.ssu

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