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Energiewende: USA genehmigen Super-Sonnenkraftwerk

Barack Obama forciert seine Öko-Strategie: Die US-Regierung hat die Baugenehmigung für das weltgrößte Solarkraftwerk in Kalifornien erteilt. Die Anlage soll so viel Strom erzeugen wie ein Atomkraftwerk, errichtet wird sie von einer deutschen Firma.

Kraftwerk von Solar Millennium (im spanischen Andalusien): Öko-Offensive in den USA Zur Großansicht
dpa

Kraftwerk von Solar Millennium (im spanischen Andalusien): Öko-Offensive in den USA

Washington - Von einer umfassenden Energiewende sind die USA noch weit entfernt, doch die Regierung von Präsident Barack Obama unternimmt jetzt einen großen Schritt in eine grünere Zukunft: Sie hat den Bau eines riesigen Solarkraftwerks in Kalifornien genehmigt. Dies teilte US-Innenminister Ken Salazar am Montagabend in Washington mit.

Entwickelt wird das Projekt federführend von dem deutschen Kraftwerksbauer Solar Millennium unter Beteiligung des US-Ölkonzerns Chevron Chart zeigen. Nach Angaben von Solar Millennium soll das Kraftwerk der größte Solarenergiestandort der Welt werden.

Realisiert wird das Projekt in der Mojave-Wüste in der Nähe von Blythe. Hier entstehen insgesamt vier Solargroßanlangen mit einer Gesamtleistung von rund 1000 Megawatt. Dies entspricht der Kapazität eines Atomkraftwerks. Die produzierte Strommenge sei ausreichend für die Versorgung von 300.000 bis 750.000 Haushalten, teilte das US-Innenministerium mit. Das Investitionsvolumen des Blythe-Projekts wird auf bis zu sechs Milliarden Dollar veranschlagt.

Mit seinem Amtsantritt vor zwei Jahren hatte Barack Obama den USA eine Öko-Revolution versprochen. Zwar basiert die Energieversorgung des Landes nach wie vor zum allergrößten Teil auf Öl, Kohle und Atomkraft. Die erneuerbaren Energien sind in den USA aber tatsächlich auf dem Vormarsch. Überall im Land entstehen große Windparks, oft unter Beteiligung deutscher Firmen. Selbst chinesische Investoren setzen in den USA auf Windstrom. Eine wichtige Rolle spielt darüber hinaus die Solarenergie - vor allem im sonnenreichen Kalifornien.

Der Bau soll nun zügig beginnen

Laut US-Innenministerium ist das Blythe-Projekt nicht das einzige Großvorhaben. Zusammen mit anderen Solarprojekten, die in den vergangenen Wochen genehmigt worden seien, ergebe sich sogar eine Gesamtleistung von 2800 Megawatt. Dies entspreche der Kapazität von drei kleineren oder zwei großen Atomkraftwerken. Damit könnten insgesamt bis zu zwei Millionen Haushalte mit Solarstrom versorgt werden.

Laut Solar Millennium hat die kalifornische Energiebehörde ihre Baugenehmigung für das Blythe-Projekt bereits im September erteilt. Das Unternehmen sei nun zuversichtlich, dass bis zum Jahresende mit dem Bau von zwei Anlagen begonnen werden könne.

Solar Millennium war in Deutschland zuletzt wegen einer Schlammschlacht im Management in die Schlagzeilen geraten. Im März hatte der neue Vorstandsvorsitzende Utz Claassen sein Amt schon nach wenigen Wochen überraschend aufgegeben. Seitdem streiten sich beide Seiten.

Claassen, der zuvor Chef des Atomkonzerns EnBW gewesen war, deutete an, dass bei Solar Millennium nicht alles mit rechten Dingen zugehe, was das Unternehmen entschieden zurückweist. Solar Millennium wiederum drohte dem als extrem schillernd geltenden Claassen mit einer Klage, weil der Manager in seiner kurzen Amtszeit gerade einmal 15 Tage im Büro verbracht habe.

wal/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 181 Beiträge
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1. Na dann
RubyRhod 26.10.2010
Ein Tropfen Wasser auf den heißen Stein also. WOW! BIG NEWS!
2. Sehr gut!
Aquifex 26.10.2010
Solche Projekte bringen die Alternativen Energien nach vorne: Größenordnungen, die im Mix direkt mitreden können. Dieser Solarzellen-Klecker-Kram, der in Deutschland abgeht ist reine Augenwischerei. Desert Tech wäre ein analoges Konzept in "unserer Gegend". So und nur so macht es Sinn! Viel Glück, viel Erfolg und Grüße ins sonnige Californien.
3. Solar Millenium...
interessierter_leser 26.10.2010
... das waren doch die mit dem Cadmium. Na ja auf die paar umweltschädlichen Stoffe kommt es auch nicht mehr an... Bald leben in Amiland nur noch Umweltzombies. Halbtote gestalten, die an den eigens produierten Schadstoffen krepieren. So schafft man es mal wieder aus einer guten Idee das schlechteste Ergebnis für die Menschen und das beste Ergebnis für raffgierige Konzerne herauszuholen.
4. Es ist herzerfrischend zu sehen,
Seifen 26.10.2010
wie es in anderen Ländern voran geht.
5. Atom
dubtown 26.10.2010
Zitat von sysopBarack Obama forciert seine Öko-Strategie: Die US-Regierung hat die Baugenehmigung für das weltgrößte Solarkraftwerk in Kalifornien erteilt. Die Anlage soll so viel Strom erzeugen wie ein Atomkraftwerk, errichtet wird sie von einer deutschen Firma. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,725284,00.html
Deutschland sollte im Gegenzug noch einige alter Meiler verlängern.
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Was sind Solarschulden?
Der Preis
AP
Wer eine Solaranlage betreibt, darf seinen Strom unabhängig vom tatsächlichen Bedarf jederzeit ins Netz einspeisen. Die Vergütung wird durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegt. Seit 1. Januar 2010 erhält man für Dachanlagen 29,37 bis 39,14 Cent pro Kilowattstunde, je nachdem, wie groß die Anlage ist.

Seit 1. Juli 2010 erhält man für Dachanlagen 25,55 bis 34,05 Cent pro Kilowattstunde, je nachdem, wie groß die Anlage ist. Ab 1. Oktober werden die Vergütungen auf 24,79 bis 33,03 Cent reduziert.

Zum Vergleich: Der Preis für konventionellen Strom schwankt an der Energiebörse zwischen fünf und acht Cent. Die Differenz, also die Mehrkosten, tragen die Verbraucher über ihre Stromrechnung.
Die Laufzeit
Die Solarvergütung ist für 20 Jahre garantiert. Das heißt: Wer eine Anlage jetzt baut, dem ist ein bestimmter Fördersatz für die kommenden 20 Jahre sicher. Diese langfristigen Kosten werden als "Solarschulden" bezeichnet.
Die Kosten
Die Höhe der Solarschulden hängt von zwei Faktoren ab: vom Preis für konventionellen Strom und von der Gesamtzahl der installierten Solaranlagen.

Laut VZBV werden die Gesamtkosten, die in den nächsten 20 Jahren getilgt werden müssen, sich wahrscheinlich ab Ende 2010 auf mehr als 100 Milliarden Euro belaufen.
Der Schuldenberg
Bei den errechneten Solarschulden geht es nur um die bereits installierten Module. Jedes Jahr gehen jedoch weitere Solaranlagen ans Netz. Der Solarschuldenberg wächst also jedes Jahr weiter.

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