Energiewende Vorwärts in die Schwarmstrom-Revolution

MeRegio

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2. Teil: Schwarmintelligenz revolutioniert die Energieerzeugung


Riesige Windparks in der Nord- und Ostsee, das Wüstenstromprojekt Desertec: Die Bundesregierung und die Energiekonzerne sorgen derzeit mit gigantischen Bauvorhaben für Schlagzeilen, die die Ökostromproduktion massiv erhöhen sollen. Laut einer Prognose des Bundeswirtschaftsministeriums soll in Deutschland bis 2030 rund ein Drittel des Strombedarfs aus alternativen Energien gedeckt werden.

Die wahre Ökorevolution findet indes im Kleinen statt: durch Mini-Kraftwerke in den Kellern von Häusern, die gleichzeitig heizen und Strom erzeugen; oder durch Solardächer, die den Energiebedarf von Fabriken decken. Statt weniger zentraler Energiequellen sollen künftig Millionen Kleinkraftwerke Strom liefern.

Der Autobauer Volkswagen Chart zeigen und der Stromerzeuger Lichtblick starteten Anfang September eine erste Großoffensive für das Volksstrom-Netz. Ab 2010 wollen die Unternehmen bis zu 100.000 Blockheizkraftwerke in den Kellern regulärer Wohnhäuser installieren. Diese werden zunächst mit Erdgas betrieben, später möglicherweise mit Biogas. Die Kellerkraftwerke heizen das Haus, produzieren gleichzeitig Strom und senden genaue Angaben an den Versorger. Die Firmen rechnen für das eigene Projekt mit einem Investitionsbedarf von zwei Milliarden Euro.

Milliardenschwere Marktpotentiale

Für das Regierungsprojekt E-Energy werden zwischen Karlsruhe und Stuttgart bereits die Effekte eines solchen Mitmach-Stromnetzes getestet. 200 Haushalte und Firmen werden dafür mit Photovoltaikanlagen, Blockheizkraftwerken oder Brennstoffzellen ausgestattet.

Der Abnehmer wird in diesem Modell zum Erzeuger, und er kann am Strommarkt mitverdienen. Gleichzeitig wird in der Region ein Tarifmodell getestet, bei dem sich der Strompreis an Angebot und Nachfrage orientiert: Sinkt die Menge der vorhandenen Energie, steigt der Preis. Der Nutzer kann über ein Internetportal die Vorgänge im System beobachten und immer dann Strom produzieren, wenn es besonders lukrativ ist - gleichzeitig stabilisiert er das Netz.

Die Firma Lichtblick spricht in diesem Zusammenhang von "virtuellen Kraftwerken". Binnen einer Minute sollen Tausende Energieeinheiten zu einem virtuellen Großgenerator vernetzt werden - und Schwarmstrom produzieren, der Energielöcher stopft; zum Beispiel dann, wenn der Wind plötzlich nachlässt und sich Tausende Windräder nur noch sehr langsam drehen.

Forum - Verlieren die Energieriesen die Kontrolle?
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querdenker13 30.09.2009
1. Die werden nicht weniger verdienen!!!
Zitat von sysopEE-Autos, intelligente Waschmaschinen, Kleinkraftwerke im Keller: Deutschland steht vor einer Energierevolution. Die Kräfteverhältnisse zwischen Verbrauchern und Versorgern verschieben sich dabei grundlegend. verlieren die Konzerne die Kontrolle? Oder werden sie ihre Macht zementieren?
Die großem 4 werden immer Mittel und Wege finden der Bevölkerung das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Rainer Daeschler, 30.09.2009
2.
Zitat von sysopEE-Autos, intelligente Waschmaschinen, Kleinkraftwerke im Keller: Deutschland steht vor einer Energierevolution. Die Kräfteverhältnisse zwischen Verbrauchern und Versorgern verschieben sich dabei grundlegend. verlieren die Konzerne die Kontrolle? Oder werden sie ihre Macht zementieren?
So lange sie Mittel und Wege finden politische Entscheidungsträger zu verwöhnen, wird ihnen die Kontrolle nicht entgleiten. Man muss sie nur in Beiräten einbinden und kann sie so mit verhältnismäßig geringen Beträgen, wie 3100,- € im Jahr, gewogen halten. Erwartet man mehr von den Begünstigten, offeriert man Aufsichtsratssitze in Töchtern, das ist nicht so auffällig wie bei der Konzernmutter selber, oder auch berufliche Perspektiven.
Hartmut Dresia, 01.10.2009
3.
Zitat von querdenker13Die großem 4 werden immer Mittel und Wege finden der Bevölkerung das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Grundsätzlich gehören Energieversorgungsunternehmen in öffentliche Hände. Hier sind die Kommunen besonders gefordert, da zum Beispiel über Gewinne der Energieversorger der öffentliche Personennahverkehr gefördert werden kann. Gerdae jetzt, da dem Arbeitsmarkt das Wasser bis zum Hals steht (http://www.plantor.de/2009/dem-arbeitsmarkt-steht-das-wasser-bis-zum-hals/), wären EVU in öffentlicher Hand auch sehr geeignet, um wirkungsvolle arbeitsmarktpolitische Impulse zu unterstützen.
AndyH 01.10.2009
4.
Zitat von Hartmut DresiaGrundsätzlich gehören Energieversorgungsunternehmen in öffentliche Hände. Hier sind die Kommunen besonders gefordert, da zum Beispiel über Gewinne der Energieversorger der öffentliche Personennahverkehr gefördert werden kann. Gerdae jetzt, da dem Arbeitsmarkt das Wasser bis zum Hals steht (http://www.plantor.de/2009/dem-arbeitsmarkt-steht-das-wasser-bis-zum-hals/), wären EVU in öffentlicher Hand auch sehr geeignet, um wirkungsvolle arbeitsmarktpolitische Impulse zu unterstützen.
Das hatten wir schon. Soll man zurückverstatlichen?
Rainer Daeschler, 01.10.2009
5.
Zitat von AndyHDas hatten wir schon. Soll man zurückverstatlichen?
Dafür spricht einiges, doch in der Praxis nicht in allen Fällen machbar. Schließlich wurden auch ausländische Staastunternehmen eingeladen, sich in Deutschland dumm und dämlich zu verdienen. Frankreich mit 45,01% an der EnBW Schweden mit 100% an Vattenfall Das gibt einen internationalen Scherbenhaufen, wenn man versucht ihnen diese Pfründe wieder zu entreißen.
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