Erfolgsunternehmer Das Jobs-Wunder

Sie fangen klein an und schaffen es nach ganz oben. Einige Unternehmer erleben einen rasanten Aufstieg. Was ist ihr Geheimnis? Buchautor Frank Arnold hat die Lebensleistung von Business-Stars untersucht. Beispiel Steve Jobs: Der Apple-Chef hatte nicht nur Ideen - er hat sie auch umgesetzt.

Apple-Gründer Jobs: Die richtigen Fragen gestellt
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Apple-Gründer Jobs: Die richtigen Fragen gestellt


Hamburg - Keine Frage: Steve Jobs ist zurzeit einer der wichtigsten und am meisten bewunderten Konzernchefs. Es gibt nur wenige Topmanager, die in ihrer Karriere einen vergleichbaren Kultstatus erreichen. Denn Jobs hatte nicht nur als Erster die Idee, mit Produkten des Digital Lifestyle wie iPod, iTunes und dem iPhone einen gänzlich neuen Weltmarkt zu begründen.

Er entwickelte in seinem bisherigen Leben auch...

  • ...den ersten erschwinglichen Computer für den Durchschnittshaushalt und erschloss damit einen Massenmarkt.
  • ...einen wirklich benutzerfreundlichen Computer mit mausgesteuerter, intuitiv verständlicher Benutzeroberfläche für alle Anwender
  • ...den ersten komplett digital animierten Kinofilm und machte diesen zu einem Welthit.
  • ...den ersten Computer mit einem Maßstäbe setzenden Design.
  • ...eine neue Generation von Musikabspielgeräten, deren weltweiter Erfolg den des Walkman um ein Vielfaches übertreffen sollte.
  • ...ein Mobiltelefon, das zum Inbegriff einer neuen Generation werden sollte.

Allgemein nennt man Menschen, die gute Ideen haben "innovativ". Aber Steve Jobs war nicht innovativ, weil er als Erster diese bahnbrechenden Ideen hatte. Nein, er war innovativ, weil er sie als Erster auch umsetzte.

Egal ob Apple 1, Apple 2, Apple Macintosh, Toy Story und A Bug's Life, iMac, iPod, iTunes, iPhone oder iPad - sie alle sind Meilensteine im Hinblick auf Umsetzungskraft und wirksame Innovation. Was echte Spitzenleute auszeichnet, ist die Umsetzung: "They are getting the right things done."

Denn Ideen zu haben ist relativ leicht. Aber Ideen auch umzusetzen ist etwas ganz Anderes. Doch jede Organisation braucht die Kernkompetenz der Innovation - egal, ob es sich um eine Regierungsorganisation, eine Nicht-Regierungorganisation, ein Unternehmen der Wirtschaft oder eine Non-Profit-Organisation handelt.

Entscheidend ist das Urteil des Kunden im Markt

Damit eine Organisation diese Kernkompetenz entwickeln kann, muss an erster Stelle das richtige Verständnis von Innovation stehen. Dafür gibt es einen eindeutigen, kompromisslosen Maßstab: das Ausmaß, in dem Nutzen und Zufriedenheit am Markt und für die Kunden geschaffen werden.

Die Bewertung der Innovation kann also nicht innerhalb der Organisation stattfinden, sondern richtet sich ausschließlich danach, was der Kunde will und ob er bereit ist, dafür zu zahlen. Weder der technologische oder wissenschaftliche Wert einer Innovation ist ausschlaggebend noch ist es ihre Originalität, Schönheit oder Qualität oder gar die Meinung der Führungskräfte. Entscheidend ist allein das Urteil des Kunden im Markt.

Gut geführte Organisationen messen ihre Innovationsleistung systematisch. Dabei sollte der Anfangspunkt nicht die Leistung des Unternehmens sein, sondern die Beobachtung des Marktes. Dabei stellen sich vor allem vier Fragen:

  • Welche Innovationen sind in der von uns definierten Periode auf unseren Markt gekommen?

  • Wer hat diese Innovationen auf den Markt gebracht und welche waren besonders erfolgreich?

  • Welche Innovationen in anderen Branchen können unseren Markt beeinflussen?

  • Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für uns?

Innovationen müssen auf der Basis eines profunden Verständnisses des Umfelds diskutiert werden. Darauf aufbauend wird dann die eigene Leistung erörtert. Dazu sind Antworten auf folgende Fragen wichtig:

  • Wie viele und welche Innovationen haben wir erfolgreich eingeführt?

  • Stärken diese Innovationen unsere Marktposition? Wenn ja, wo? In bestehenden Märkten, auf denen wir bereits etabliert sind, oder in Märkten mit großem Wachstum, die für uns vielleicht die Zukunft darstellen?

  • Welchen Umsatzanteil erwirtschaften wir mit welchen Produkten? Wie lange gibt es diese Produkte bereits?

  • Ergibt das insgesamt eine gesunde Struktur?

Zu diskutieren ist aber nicht nur die Leistung, sondern auch die Nicht-Leistung, die verpasste Chance, das Versagen und die Fehler, die Dinge, die wir übersehen haben, die Entwicklungen, auf die wir zu spät oder gar nicht reagiert haben. Und auch die Frage: Warum ist uns das passiert?

Die Antworten auf diese Fragen sind streng genommen keine Messung von Innovationsleistung, sondern eher eine Beurteilung. Trotzdem sind es diese Einschätzungen, die die Basis guter Entscheidungen bilden. Sich in der Führung nur auf Dinge zu verlassen, die man messen und objektiv quantifizieren kann, wäre ein großer Fehler. Wer wie oben skizziert an das Thema Innovation herangeht, ruft zunächst mehr Fragen hervor als Antworten, aber es sind die richtigen und unbedingt notwendigen Fragen.



insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
Hans Blafoo 26.06.2010
1. Schlecht recherchiert
Aus meiner Sicht ist der Artikel (der wahrscheinlich diesem Buch entnommen wurde) schlecht recherchiert. "Denn Jobs hatte nicht nur als Erster die Idee, mit Produkten des Digital Lifestyle wie iPod, iTunes und dem iPhone einen gänzlich neuen Weltmarkt zu begründen." Mit diesem Absatz suggeriert der Autor, dass es vorher keine MP3-Player gab, keine Musikabspielsoftware und auch keine Smartphones. Der iPod war sicherlich besonders, aber sein Erfolg basierte weniger auf Technik als auf Marketing. Es gab auch vorher schon MP3 Player, auch welche mit Flashspeicher oder Festplatte, aber was den iPod wirklich zum Durchbruch verhalf waren die ganzen Stars, die plötzlich iPods hatten. Egal wo man hinschaute, plötzlich hatte jeder Promi (Musiker, Schauspieler etc.) so ein Teil und dadurch wurde das erst richtig bekannt. Vorher hat sich der iPod mehr als schleppend verkauft. Zu iTunes: Es gab vorher schon Musikabspielsoftware, die den gleichen Funktionsumfang hatten (oder noch mehr konnten) wie iTunes. Was der Autor sicherlich meint ist der iTunes Store, aber das ist ein ganz anderer Schuh. Der iTunes Store als Verkaufsplattform für Musik, Filme und Applikationen war der erste seiner Art, der sich richtig durchsetzte. iTunes dagegen ist lediglich ein Programm um darauf zuzugreifen. Insofern hätte man das sauberer formulieren können. Und zum iPhone: Es gab vorher schon Smartphones, die auch einen ähnlichen Funktionsumfang hatten, aber das iPhone genießt schon Sonderstatus, das stimmt. Insgesamt bleibt damit festzuhalten, dass Apple und somit Mr. Jobs, weniger erfunden hat, als uns der Autor hier weiß machen will. Natürlich hat Apple auch einiges erfunden. Aber die hier präsentierten Meilensteine sind somit kaum neue Erfindungen. Die wahre Stärke von Apple ist dagegen bereits bestehende Ideen zu wirklich erfolgreichen Konzepten umzusetzen.
larkmiller 26.06.2010
2. Zum Erfolg gehoert Design.
"...Der iPod war sicherlich besonders, aber sein Erfolg basierte weniger auf Technik als auf Marketing...." Der Erfolg des iPods basiert hauptsaechlich auf dessen einfache Bedienung und Betankung. Man kann von Apple halten was man will, aber in der Hauptsache macht diese Firma schlicht und einfach durchdachte Dinge. Diese Dinge kann man fuer sich akzeptieren oder eben nicht, Fakt bleibt doch, dass erst die Entwickler und Designer von Apple Betriebssysteme, Computer, Smartphones, mp3-Player, Onlinestore etc. in eine absolut brauchbare Form gebracht haben. Dass Apple damit Volltreffer an Volltreffer landet kann man an der teilweise fast schon manischen Ablehnung dieser Firma bzw. deren Podukte festmachen. Ich verwende Appleprodukte, weil ich sie gut, einfach und praktisch finde. Ich werde jedoch solange kein iOS4 aufs iPhone laden, bis diese Datensammelwut geklaert ist. Das ist ein Griff ins Klo bzw. "schlechtes Design".
larkmiller 26.06.2010
3. Zum Erfolg gehoert Design.
"...Der iPod war sicherlich besonders, aber sein Erfolg basierte weniger auf Technik als auf Marketing...." Der Erfolg des iPods basiert hauptsaechlich auf dessen einfache Bedienung und Betankung. Man kann von Apple halten was man will, aber in der Hauptsache macht diese Firma schlicht und einfach durchdachte Dinge. Diese Dinge kann man fuer sich akzeptieren oder eben nicht, Fakt bleibt doch, dass erst die Entwickler und Designer von Apple Betriebssysteme, Computer, Smartphones, mp3-Player, Onlinestore etc. in eine absolut brauchbare Form gebracht haben. Dass Apple damit Volltreffer an Volltreffer landet kann man an der teilweise fast schon manischen Ablehnung dieser Firma bzw. deren Podukte festmachen. Ich verwende Appleprodukte, weil ich sie gut, einfach und praktisch finde. Ich werde jedoch solange kein iOS4 aufs iPhone laden, bis diese Datensammelwut geklaert ist. Das ist ein Griff ins Klo bzw. "schlechtes Design".
Hans Blafoo 26.06.2010
4.
Zitat von larkmiller"...Der iPod war sicherlich besonders, aber sein Erfolg basierte weniger auf Technik als auf Marketing...." Der Erfolg des iPods basiert hauptsaechlich auf dessen einfache Bedienung und Betankung. Man kann von Apple halten was man will, aber in der Hauptsache macht diese Firma schlicht und einfach durchdachte Dinge. Diese Dinge kann man fuer sich akzeptieren oder eben nicht, Fakt bleibt doch, dass erst die Entwickler und Designer von Apple Betriebssysteme, Computer, Smartphones, mp3-Player, Onlinestore etc. in eine absolut brauchbare Form gebracht haben. Dass Apple damit Volltreffer an Volltreffer landet kann man an der teilweise fast schon manischen Ablehnung dieser Firma bzw. deren Podukte festmachen. Ich verwende Appleprodukte, weil ich sie gut, einfach und praktisch finde. Ich werde jedoch solange kein iOS4 aufs iPhone laden, bis diese Datensammelwut geklaert ist. Das ist ein Griff ins Klo bzw. "schlechtes Design".
Da wäre ich ganz vorsichtig. ;) Der iPod lässt sich einfach bedienen, aber meiner Ansicht nach ging das bei früheren Playern auch schon. Die Nomads von Creative waren vielleicht nicht super schick, aber ähnlich gut bedienbar. Die einfache Betankung war am Anfang gar nicht gegeben, da man unbedingt einen Mac brauchte. Wenn man sich die ersten Verkaufszahlen anschaut, waren die Verkaufszahlen für heutige Apple-Verhältnisse eine Katastrophe. Der iPod kam nicht in den Tritt. Allerdings führten die charakteristischen weißen iPod Kopfhörer dazu, dass man irgendwann erkannte wer einen iPod nutzt und wer nicht. Dadurch wurde er dann eigentlich richtig bekannt und das war eben durch die Prominenz getrieben. Ich empfehle dazu die Doku vom Discovery Channel oder den Fortune-Artikel über den CEO of the Decade Steve Jobs. Diese Darlegungsweise macht mehr Sinn. Man sollte davon abkommen, Apple immer wieder als Erfinder von irgendetwas darzustellen. Sie haben es einfach nur weiter gedacht und in den Markt gedrückt.
CHANGE-WECHSEL 26.06.2010
5. ein Buch nach dem anderen
Zitat von sysopSie fangen klein an und schaffen es nach ganz oben. Einige Unternehmer erleben einen rasanten Aufstieg. Was ist ihr Geheimnis? Buchautor Frank Arnold hat die Lebensleistung von Business-Stars untersucht. Beispiel Steve Jobs: Der Apple-Chef hatte nicht nur Ideen - er hat sie auch umgesetzt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,702186,00.html
Und schon wieder ein gesponserter Artikel und ein neues Buch durch die Initiative Neue Sozial Marktwirtschaft. Ich kann mich an "pro kapitalistische" Bücher erinnern über die Leitbilder der amerikanischen Wirtschaft wie Hennry Ford oder Lee Iacocca. Zu Millionen wurden die Bücher weltweit regelrecht verschlungen. Und sind deswegen Millionen Menschen in die gleichen Fußstapfen getreten oder finanziell und materiell dadurch aufgestiegen? Nein, sind sie nicht. Deshalb sind Bücher, wie von dem Buchautor Frank Arnold, Bücher die die Menschheit nicht braucht.
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