Hahn - Neu ist das Vorgehen der Europäischen Union nicht, neu ist aber die scharfe öffentliche Kritik von Ryanair-Chef Michael O'Leary: Die Europäische Kommission führe einen Feldzug gegen regionale Flughäfen in Deutschland, sagte der Ire am Mittwoch auf dem Flughafen Frankfurt-Hahn. Der im EU-Beihilfeverfahren erhobene Vorwurf illegaler öffentlicher Finanzhilfen für die staatlichen Airport-Betreiber sei falsch.
Die EU verschwende mit diesen "unnötigen", langen Untersuchungen Millionen von Euro und gefährde damit die wirtschaftliche Zukunft der deutschen Standorte Frankfurt-Hahn, Düsseldorf-Weeze und Lübeck-Hamburg, sagte O'Leary. Er betonte, die Abkommen zwischen regionalen Flughäfen und Ryanair
entsprächen den EU-Wettbewerbsvorschriften. Gleichzeitig verzichte die EU darauf, große Airlines zur Rückzahlung illegaler staatlicher Beihilfen zu verpflichten.
Die EU hatte unter anderem Zweifel an der Rechtmäßigkeit staatlicher Beihilfen für den Flughafen Hahn angemeldet, da sie dem Airport einen unlauteren Vorteil gegenüber seinen Wettbewerbern verschaffen könnten. Sollte sich herausstellen, dass die Unterstützung nicht zulässig war, müsste der Flughafen sie zurückzahlen. Ryanair ist für Hahn die mit Abstand wichtigste Fluggesellschaft.
Die von der EU eingeleiteten 18 Prüfverfahren im Zusammenhang mit sogenannten Low-Cost-Flughäfen zielten vor allem auf Ryanairs Wachstum an "sekundären und regionalen Flughäfen", sagte O'Leary. Der Geschäftsführer der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH, Jörg Schumacher, bezeichnete das Verfahren als "Damoklesschwert". Er appellierte an die EU, das Verfahren endlich zu entscheiden, damit Planungssicherheit bestehe. Die Verfahrenskosten beliefen sich für den Flughafen mittlerweile auf etwa eine Million Euro.
Das Land Rheinland-Pfalz hält derzeit 82,5 Prozent der Anteile an Frankfurt-Hahn und sucht aktuell nach privaten Investoren. Ryanair selbst habe an einer solchen Beteiligung allerdings kein Interesse, sagte O'Leary.
nck/dpa/dapd
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