London/Frankfurt am Main - Die Finanzminister und Notenbankchefs der sieben wichtigsten Industriestaaten (G7) haben sich gegen eine Manipulation der Wechselkurse ausgesprochen. Die Geld- und Fiskalpolitik werde sich weiter an der Binnenwirtschaft orientieren und ziele nicht auf die Wechselkurse ab, heißt es in einer gemeinsam veröffentlichten Mitteilung. Wie bisher wolle man marktbestimmte Wechselkurse und werde sich weiter eng bei Währungsfragen abstimmen.
Zu den G7 gehören die USA, Kanada, Japan, Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien. Hintergrund der gemeinsamen Erklärung ist die zuletzt entbrannte Diskussion über einen sogenannten Währungskrieg. Sie hatte sich vor allem am jüngsten Anstieg des Euro-Kurses entzündet. Als Grund dafür gilt unter anderem die sehr lockere Geldpolitik der US-Notenbank und der japanischen Notenbank.
Ganz so einig, wie es die Erklärung suggeriert, sind sich die G-7-Länder nicht. Vor allem Frankreich dringt darauf, stärker in die Entwicklung der Wechselkurse einzugreifen. Unmittelbar vor Veröffentlichung der Erklärung hatte der französische Finanzminister Pierre Moscovici eine koordinierte Wechselkurspolitik auf weltweiter Ebene gefordert. Ziel müsse es sein, übertriebene Wechselkursbewegungen zu vermeiden, sagte Moscovici am Rande des EU-Finanzministertreffens in Brüssel. Er dränge die unabhängige EZB jedoch nicht zu Interventionen am Devisenmarkt.
Frankreichs Präsident François Hollande hatte zuletzt von "irrationalen Kursausschlägen" und "unfairem Wettbewerb" gesprochen. Er forderte eine gemeinsame Wechselkurspolitik der Euro-Zone.
Euro-Kurs steigt
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte am Montag dagegen die Skepsis der Euro-Gruppe gegenüber einer aktiven Wechselkurspolitik bekräftigt. Das bedeute, "dass die Wechselkurse nicht manipuliert werden sollen, dass eine zu hohe Flexibilität natürlich auch gefährlich ist", hatte Schäuble gesagt.
Laut Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem wird das Thema Wechselkursdumping auf dem bevorstehenden G20-Treffen in Moskau zur Sprache kommen, wo auch die großen Schwellenländer mit am Tisch sitzen.
Die Erklärung der G7 gab dem Euro-Kurs
am Dienstag neuen Auftrieb: Die europäische Gemeinschaftswährung verteuerte sich bis zum Mittag um mehr als einen halben Cent bis auf 1,35 Dollar. Im frühen asiatischen Handel hatte der Euro noch deutlich unter der Marke von 1,34 Dollar notiert.
stk/dpa/Reuters
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