Wirtschaft


ThemaEADSRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
 

Ermittlungen EADS-Tochter soll in Saudi-Arabien bestochen haben

EADS-Chef Louis Gallois (Archivbild): Bestechungsermittlungen gegen TochterfirmaZur Großansicht
AFP

EADS-Chef Louis Gallois (Archivbild): Bestechungsermittlungen gegen Tochterfirma

Neue Bestechungsvorwürfe gegen EADS: Laut Zeitungsberichten haben britische Behörden Untersuchungen gegen ein Tochterunternehmen des Konzerns aufgenommen: Der Dienstleister soll für einen Auftrag in Saudi-Arabien  Schmiergeld gezahlt haben.

London - Hat ein EADS-Tochterunternehmen die königliche Familie in Saudi-Arabien mit Milliarden geschmiert, um an einen Auftrag zu kommen? Das britische Betrugsdezernat (SFO) hat eine Bestechungs-Untersuchung gegen den europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern eingeleitet. Das berichteten mehrere britische Medien am Dienstag.

Dabei gehe es um einen zwei Milliarden Pfund (2,3 Milliarden Euro) schweren Auftrag über die Bereitstellung von Kommunikationsdiensten für die Leibwächter der königlichen Familie in Saudi-Arabien, hieß es in der "Financial Times (FT)". Der Auftrag sei an die britische Firma GPT Special Project Management gegangen, die über mehrere Ecken Tochter von EADS ist.

Ein EADS-Sprecher sagte zu SPIEGEL ONLINE, man habe von gewissen Anschuldigungen gehört und untersuche diese. SFO wollte sich zu den Berichten zunächst nicht äußern. Die Zeitung "Daily Telegraph" zitierte jedoch eine nicht näher genannte Quelle in der Behörde, derzufolge eine Untersuchung im Gange ist.

Die Vorwürfe waren offenbar im Rahmen eines Arbeitsrechtsprozesses ans Tageslicht gekommen. Ein früherer Mitarbeiter habe die Firma wegen unrechtmäßiger Kündigung verklagt. Laut "Daily Telegraph" und "Sunday Times" seien dem Mann einige Methoden, die er persönlich gesehen habe, nicht geheuer gewesen. So seien saudischen Beamten Luxusautos, teurer Schmuck und Geld in Cash gegeben worden, hieß es. Der Mann behaupte, er sei gekündigt worden, weil er davon gewusst habe. Auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE wollte sich der EADS-Konzern dazu nicht äußern.

Der Fall ruft Erinnerungen an Anschuldigungen gegen den britischen Rüstungskonzern BAE Systems hervor, in Saudi-Arabien Schmiergeld gezahlt zu haben. Unter anderem war dem Unternehmen vorgeworfen worden, einen saudi-arabischen Prinzen geschmiert zu haben, um sich ein milliardenschweres Waffengeschäft zu sichern.

seh/dpa-AFX/Reuters

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live
insgesamt 6 Beiträge
gsm900 31.05.2011
oder wurde es in bar in einer Bar übergeben?
Zitat von sysopNeue Bestechungsvorwürfe gegen EADS: Laut Zeitungsberichten haben britische Behörden Untersuchungen gegen ein Tochterunternehmen des Konzerns aufgenommen: Der Dienstleister soll für einen Auftrag in Saudi-Arabien* Schmiergeld gezahlt haben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,765984,00.html
oder wurde es in bar in einer Bar übergeben?
heinz4444 31.05.2011
Komisch dass immer nur Deutsche Firmen der Bestechung verdächtigt werden. Ein Schelm der böses denkt.....
Komisch dass immer nur Deutsche Firmen der Bestechung verdächtigt werden. Ein Schelm der böses denkt.....
blob123y 31.05.2011
auf die grosse Trommel hauen. Das ist bei den Saudis ueblich genau so wie es bei uns eben weniger ueblich ist, irgendjemand daraus einen Strick zu drehen zeigt von extremer Unwissenheit und Ueberheblichkeit, denn wenn die nicht [...]
auf die grosse Trommel hauen. Das ist bei den Saudis ueblich genau so wie es bei uns eben weniger ueblich ist, irgendjemand daraus einen Strick zu drehen zeigt von extremer Unwissenheit und Ueberheblichkeit, denn wenn die nicht ihre Zahlung abliefern lieferts ein Anderer ab und der bekommt dann den Auftrag. Es ist absolut ueblich in SA das jemand ein Projekt bekommt, ganz legal mit dem Auftrag daraus Geld fuer Ihn zu machen. In Deutschland, England, USA usw. kassieren die Finanzheie und andere Millionen die sie sich selbst zuschanzen und in Laendern wie SA laeufft dies eben etwas anders ab. Wenn dies ein paar selbsternannte "Cleverling" in England etc. nicht begreiffen ist das deren Problem, die sollten sich mal informieren, merke, die EU ist nicht die Welt !
UnitedEurope 31.05.2011
Großkonzerne bestechen ? Was es alles gibt ...
Großkonzerne bestechen ? Was es alles gibt ...
CommonSense2006 31.05.2011
Dass Großkonzerne bestechen, ist ja nun nichts Besonderes mehr, aber mithin noch berichtenswert, wenn die Umstände stimmen. Aber in Saudi-Arabien ist das ja nun wirklich so überhaupt nichts besonderes. Man muss in [...]
Dass Großkonzerne bestechen, ist ja nun nichts Besonderes mehr, aber mithin noch berichtenswert, wenn die Umstände stimmen. Aber in Saudi-Arabien ist das ja nun wirklich so überhaupt nichts besonderes. Man muss in Saudi-Arabien nicht bestechen. Aber dann macht man auch kein Geschäft, so einfach ist das.
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
alles zum Thema EADS

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




EADS
Die European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) wurde 2000 gegründet. EADS ist der größte Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern in Europa und der zweitgrößte Branchenvertreter der Welt. Das Unternehmen setzt gut 40 Milliarden Euro pro Jahr um und beschäftigt fast 120.000 Mitarbeiter.





TOP



TOP