Vorbild Ökostromumlage Geflügel-Lobby fordert Geld für Tierschutz

Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft fordert eine "Zukunftsallianz für praktikablen Tierschutz". Der Staat soll dafür die Verbraucher zur Kasse bitten. Als Beispiel nennt er die EEG-Abgabe für den Klimaschutz.

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Berichte über die Zustände in manchen Geflügelbetrieben schrecken regelmäßig die Öffentlichkeit auf. Vor Beginn der Argarmesse Grüne Woche in Berlin hat der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) nun eigene Ideen für eine "deutsche Zukunftsallianz für nachhaltigen und praktikablen Tierschutz" vorgelegt.

Tierschutz müsse Priorität für alle haben, heißt es in dem Positionspapier von Verbandspräsident Friedrich-Otto Ripke. Zugleich forderte er aber auch, die nationale Nutztierstrategie nicht als Instrument zur Abschaffung der Massentierhaltung zu nutzen.

Anders als in anderen Ländern sei der Tierschutz seit 2002 Staatsziel in Deutschland. Um im globalen Wettbewerb nicht auf der Strecke zu bleiben, bräuchten die Nutztierhalter die Unterstützung der Gesellschaft, die sich an der Finanzierung des Mehraufwands beim Tierwohl beteiligen müsse.

Dabei hofft der Verband offenbar auf staatliche Unterstützung, etwa durch die Einführung eines Preisaufschlags, ähnlich wie bei der Förderung von Ökostrom. "Bei der EEG-Abgabe für den Klimaschutz ist das inzwischen gesetzlich erzwungene Selbstverständlichkeit. Bei Lebensmitteln klaffen Umfragewerte und reales Kaufverhalten nach wie vor weit auseinander", argumentiert der Geflügelverband.

Mit einer nationalen Nutztierstrategie biete sich die Chance, dass sich Bund, Länder, Tierschutz- und Tierhaltungs-, Bauern- und Verbraucherverbände zusammen mit Naturschutz-, Wissenschafts- und Kirchenvertretern auf eine Allianz verständigten, die der Branche für 15 Jahre Planungssicherheit gebe.

Ein staatliches Tierwohllabel könnte auf der seit 2015 bestehenden Initiative Tierwohl aufbauen, heißt es in dem ZDG-Papier. Es könnte neben den Tierschutzanforderungen auch die Fondslösung übernehmen. Bei der Initiative Tierwohl zahlt der Lebensmitteleinzelhandel in einen Fonds ein, mit dem Landwirte Mehraufwendungen für über das gesetzliche Mindestmaß hinaus gehende Tierwohl vergütet bekommen.

beb/dpa

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