Erneuerbare Energien Ikea kauft vier deutsche Windparks

Ikea macht auf grün: Die Möbelhauskette hat vier Windparks in Deutschland gekauft. Den Strom will das Unternehmen nicht für die eigenen Filialen nutzen - sondern ins deutsche Netz speisen.

Windpark: Möbelhauskette Ikea investiert in Windenergie
dpa

Windpark: Möbelhauskette Ikea investiert in Windenergie


Hamburg - Ikea investiert in erneuerbare Energien: Die schwedische Möbelkette hat dem spanischen Windkraftspezialisten Gamesa vier Windparks in Niedersachsen, Hessen und Rheinland-Pfalz abgekauft. Das teilten die Unternehmen mit. Die Windräder produzieren pro Jahr 88 Gigawattstunden Strom. Damit ließen sich nach Angaben von Gamesa 17 Ikea-Filialen betreiben. Allerdings wird der Strom nicht in den Möbelhäusern selbst genutzt, sondern ins deutsche Netz eingespeist.

Ikea setzt nach eigenen Angaben auf umweltfreundliche Energien und will seine Energieeffizienz - ausgehend vom Jahr 2005 - weltweit um 25 Prozent steigern. Dazu habe man in Deutschland etwa elf Photovoltaikanlagen am Netz, weitere seien in Planung, teilte das Unternehmen mit. In Berlin setze Ikea zudem auf die Nutzung von Abwasserwärme. Auf den Dächern neuerer Ikea-Häuser werde Regenwasser für die Toilettenspülung gesammelt. Ikea hat in Deutschland 45 Möbelhäuser. Langfristig will das Unternehmen seinen gesamten Strombedarf aus erneuerbaren Energiequellen decken.

Allerdings hat das grüne Image, das sich der Konzern zu geben versucht, auch Kratzer. Im Juni etwa verurteilte ein französisches Gericht Ikea zu 30.000 Euro Geldstrafe, weil beim Bau eines riesigen Lagers in der Hafenstadt Marseille mehrere geschützte Blumen-, Vogel- und Reptilienarten zerstört worden seien.

ulz/AFP



Forum - Diskussion über diesen Artikel
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berns 09.09.2010
1. Überall dabei, wo mit Betrug Geld gemacht wird?
Da wurden leitende Mitarbeiter der IKEA-Bauabteilung wegen Millionenbetrugs vor Gericht gestellt. Jetzt kauft man Windparks, auch eine ziemlich fragwürdige Angelegenheit. Denn der dadurch erzeugte Strom rentiert nur durch die weit überhöhten Subventionen. Der Stromkunde ist der Dumme. Die Verdummung der Deutschen geht rasant weiter. Im Bayerischen Wald wird ein "Pilgerweg Via Nova" für Katholiken mit 175.000 Euro von der EU-Kommission subventioniert. Die deutschen Bauern erhielten in der Krise zusätzliche Finanzhilfen. Der Staat zahlt nun für jede Milchkuh 21 Euro und für jeden Hektar Grünland 37 Euro - zusätzlich zu bestehenden Subventionen, wie etwa den EU-Agrarbeihilfen oder dem ermäßigten Steuersatz auf Agrardiesel. Mehr als 750 Millionen Euro kostet das die Steuerzahler in diesem und im kommenden Jahr. Agrarexperten halten das für einen Rückfall in alte Zeiten, als solche Prämien dazu geführt haben, dass Bauern immer mehr produziert haben und so Milchseen und Butterberge entstanden sind. Ein EU-Vergleich zeigt: Nirgendwo anders bekommen Unternehmen mehr Subventionen als in Deutschland. In der EU flossen im vergangenen Jahr 64 Milliarden Euro Subventionshilfen. Überall wird subventioniert. Subventionen erhalten Bayerische Brauereien, Firmen, die "Bayerischen Meerrettich" verkaufen, ebenso wie der Multimillionär Uli Höneß für seine "Nürnberger Bratwürstlfabrik". Zahlen müssen das alles die Kleinen, die Endverbraucher.
madre 09.09.2010
2. ...
Ich wundere mich, warum nicht viele von den "Plattenbauunternehmen" (Baumärkte, Möbelhäuser) auf erneuerbare Energien umsatteln. Solarzellen mit Regenrinne aufs Dach pappen und schon ist der Laden relativ unabhängig von der Stromversorgung und bekommt sein Toilettenwasser auch vom lieben Petrus. Eine gute Idee. Das natürlich zurzeit noch Subventionen in der "grünen Farbe" stecken, ist ja klar (und macht die Sache schneller rentabel). Aber langfristig müssen halt regenerative Energien her. Daher ist es sinnvoll, ein frühzeitiges Umsatteln zu unterstützen.
sappelkopp 09.09.2010
3. Wahrscheinlich...
...will sich der in meinen Augen rücksichtslose Ausbeuterkonzern mal wieder einen grünen Anstrich geben. Dabei ist gelb-blau schon richtig, gibt in Deutschland ja auch eine IKEA-Partei, die mag Unternehmen, die so arbeiten.
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