Erneuerbare Energien Ökostromverbrauch steigt auf Rekordhoch

Wind, Sonne, Biomasse: An Neujahr kamen zeitweise 95 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien. Der CO2-Ausstoß stagnierte 2017 trotzdem.

Windräder hinter Strommasten
DPA

Windräder hinter Strommasten


Neuer Rekord: An Neujahr kam zeitweise 95 Prozent des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien. Das geht aus einem Bericht der Berliner Denkfabrik Agora Energiewende hervor. Zwar habe der Rekord nur wenige Stunden angedauert, "aber immerhin: das ist ein gutes Zeichen", sagte Agora-Geschäftsführer Patrick Graichen dem ZDF. Mit 88 Prozent wurde demnach der bisherige Rekord am 30. April 2016 erreicht.

Dem Bericht zufolge war der Grund für den Rekord vor allem starker Wind und für wenige Stunden auch etwas Solarstrom. Wie immer an Feiertagen sei außerdem der Stromverbrauch etwas geringer gewesen. Im Durchschnitt lag der Anteil aus erneuerbaren Energien am Stromverbrauch laut dem Bericht im vergangenen Jahr bei 36,1 Prozent.

Zudem schätzt Graichen, dass die Stromkunden im neuen Jahr voraussichtlich um 1,4 Prozent auf etwa 30 Cent je Kilowattstunde zulegen werden. Das liege vor allem an den höheren Preisen im Strom-Großhandel, die ihrerseits durch teurere Rohstoffe wie Erdgas, Kohle oder Erdöl getrieben seien. Wind- und Solarstrom werde dagegen günstiger, weil staatliche Subventionen verringert worden seien.

Nach einer weiteren Auswertung der Denkfabrik habe der deutsche Treibhausgas-Ausstoß allerdings abermals bei über 900 Millionen Tonnen Kohlendioxid gelegen, wie bereits im Jahr 2016. Der Zielwert für 2020 beträgt 750 Millionen Tonnen CO2.

koe/AFP/dpa



insgesamt 76 Beiträge
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Besserwasser 04.01.2018
1. Wo ist der Lektor ?
Kriegt am Stromkunden schon für 30 Cent? "Zudem schätzt Graichen, dass die Stromkunden im neuen Jahr voraussichtlich um 1,4 Prozent auf etwa 30 Cent je Kilowattstunde zulegen werden."
ostap 04.01.2018
2. Na also, es geht doch
Wenn auch nur kurzzeitig, es ist gezeigt worden, dass es mit EE geht. Dass für den normalen Alltag noch viel gemacht werden muss, ist unstrittig. Es sind dezentrale Netze aufzubauen und zu perfektionieren, es sind mehr Speicher einzusetzen, es sind neue Wind- und Solaranlagen zu errichten usw. - aber es geht. Nachdem Gundremmingen wieder einen Block abgeschaltet hat, ohne dass das Netz zusammengebrochen ist, darf als weiterer Beweis gesehen werden, dass die Energiewende richtig und notwendig ist.
Benjowi 04.01.2018
3. Energiewende ins Nichts
Solange der sogenannte Ökostrom nicht 24/7 verfügbar ist, sind die ganzen Rekorde nichts wert, denn die fossilen Kraftwerke müssen zwangsläufig durchlaufen-man kann sie wegen der Zeitkonstanten nicht herunterfahren- und bilden quasi eine zweite notwendige Infrastruktur, was die Wahnsinnspreise erklärt. Es ist unbegreiflich, dass offensichtlich viele Menschen nicht begreifen oder nicht begreifen wollen, dass der Bedarf an elektrischer Leistung einer Zeitfunktion folgt, die zu jedem Zeitaugenblick ausgeglichen sein muss-da nützt die ganze aufaddierte Ökoenergie nix, wenn sie zum falschen Zeitpunkt ansteht. Und deswegen sinkt auch der CO2-Ausstoß nicht-wie sollte er auch. Und über echte Dunkelflauten, die es durchaus bei uns schon über längere Zeit gegeben hat, sollte man erst garnicht nachdenken-da schüttelt es einen. Zur Zeit ist es halt eine Energiewende ins Nichts (Zitat H.W.Sinn)!
wissen007 04.01.2018
4. Trotz Rekordhoch sind erneuerbare Energien eine Pleite ....
In dem Beitrag von Herrn Graichen werden als Fakten genannt: - der Rekord (95 % des Stromes aus erneuerbaren Energien) habe nur wenige Stunden angedauert - der Rekord war vor allem wegen des starken Windes und für wenige Stunden auch durch etwas Solarstrom möglich. - an Feiertagen sei außerdem der Stromverbrauch etwas geringer gewesen - im Durchschnitt lag der Anteil aus erneuerbaren Energien am Stromverbrauch in 2017 bei lediglich 36,1 Prozent - Stromkunden werden in diesem Jahr voraussichtlich um 1,4 Prozent mehr bezahlen, also etwa 30 Cent je Kilowattstunde - der Zielwert für 2020 bezüglich CO2 wurde abermals weit verfehlt Kann in Anbetracht dieser Faktenlage jemand erklären, wie mit erneuerbaren Energien eine zuverlässige Versorgung mit elektrischem Strom zu konkurrenzfähigen Preisen aus technischer Sicht möglich sein soll????
noalk 05.01.2018
5. Die Stagnation ist doch ein gutes Zeichen
Selbst wenn das Ziel von 750 Tg in 2020 verfehlt werden sollte, wäre es aus meiner Sicht schon ein Erfolg, wenn die 900 Tg unterschritten würden. Was ich michallerdings frage: Wem werden eigentlich die CO2-Äquivalente der Waren aus dem Im- und Export zugerechnet?
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