Hauptstadt-Airport: Flughafen-Eröffnung droht erneut zu scheitern

Die Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER muss offenbar wieder einmal verschoben werden: Laut übereinstimmenden Presseberichten ist die für Oktober geplante Inbetriebnahme abgesagt - und frühestens 2014 möglich. Die Berliner Grünen machen Bürgermeister Wowereit für das Desaster verantwortlich.

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dapd

Hauptstadt-Flughafen: Probleme beim Brandschutz

Berlin - Der Eröffnungstermin für den Berliner Großflughafen BER steht offenbar wieder auf der Kippe. Die Flughafen-Gesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) habe die Inbetriebnahme am 27. Oktober 2013 abgesagt, berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf interne Unterlagen. Aufgrund massiver Baufehler sei ein BER-Start frühestens 2014 möglich. Ursprünglich war die Eröffnung für Sommer 2012 geplant. Die DPA bestätigte die Meldung ebenso wie der RBB, der sich auf Quellen aus dem Aufsichtsrat berief.

"Die FBB informierte am 18.12.2012 die Gesellschafter und die anwesenden Firmenvertreter (...) über die Terminabsage", zitierte die "Bild" aus einem Vermerk der BER-Baufirma. Technik-Chef Horst Amann habe eine Eröffnung 2013 ausgeschlossen. Hauptproblem sei, dass beim Brandschutz abweichend von der Baugenehmigung gebaut worden sei.

Demnach schrieb die Bauaufsichtsbehörde am 28. Dezember 2012 einen mahnenden Brief an den Brandschutzplaner des Flughafens. Die Genehmigung zu erreichen werde "Zeit und Kraft verlangen", heißt es darin. Der zuständige Beamte habe vermerkt, er werde sich nicht "verbiegen, um den Murks zur Genehmigung zu führen".

Grüne fordern Konsequenzen für Bürgermeister Wowereit

Bereits Ende Dezember hatte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer gesagt, der Bund sehe Anzeichen dafür, dass auch der 27. Oktober 2013 als Eröffnungstermin nicht eingehalten werden könne. Ähnlich hatte sich zuvor bereits Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit - Chef des Flughafenaufsichtsrats - geäußert. Er hatte Mitte Dezember gesagt, niemand könne garantieren, dass der Eröffnungstermin 27. Oktober 2013 eingehalten werde.

Die Inbetriebnahme des Baus in Berlin-Schönefeld war wegen Mängeln bei der Bauplanung und technischer Probleme bereits dreimal verschoben worden. Unter anderem gab es Beanstandungen der Brandschutzanlagen, zuletzt wurde über mögliche Probleme bei der Kofferbeförderung berichtet.

Die Verzögerungen verursachen hohe Zusatzkosten. Berichten zufolge soll der Flughafen statt ursprünglich zwei mindestens 4,3 Milliarden Euro kosten. Der Bund ist mit 26 Prozent an der Betreibergesellschaft des Flughafens beteiligt. Weitere Anteilseigner sind die Länder Berlin und Brandenburg mit je 37 Prozent.

Wegen der erneuten Verschiebung werfen die Berliner Grünen Wowereit "völliges Versagen" vor. Die Fraktionschefin Ramona Pop sprach von einem schwarzen Tag und einem riesigen Schaden für die Stadt. Am Sonntagabend kündigte Pop in einer RBB-Sendung die Beantragung einer Sondersitzung des Berliner Abgeordnetenhauses für kommende Woche an. Dann müsse Wowereit die Wahrheit sagen, so Pop.

Zudem wollen die Grünen einen Misstrauensantrag gegen Wowereit stellen. "Er ist zu einer Belastung für unsere Stadt geworden", sagte Pop. Sie sei fassungslos, dass die neuerliche Verschiebung offenbar seit Mitte Dezember bekannt gewesen und Wowereit in den Weihnachtsurlaub gefahren sei, ohne zu informieren. Wenn das stimme, müsse das Konsequenzen haben.

ulz/AFP/dapd/dpa

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insgesamt 276 Beiträge
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1. Grossbaustellen laufen in D aus dem Ruder
NorthernOak 06.01.2013
so beim angeblichen Vorzeigeflughafen BB, so bei der Elbharmonie, weitere sind vorhanden, nur nicht momentan abrufbereit. Ist es ein Zeichen vom Sozialdemokratischen Filz, dass in der Regel in ihrer Regierungsverantwortung derartige schlimme Pannen passieren? Selbst Chinesen sind in der Lage Grossprojekte im Kostenanschlag und Zeitplan fertigzustellen. Verantwortung zu nehmen will niemand fuer diese Disaster, es wird sich im Land der Kuscheljustiz auch dafuer und andere Brennpunkte, nichts aendern, solange diese Idiologie und Mentalitaet vorherrscht.
2. Ach...
cyn 06.01.2013
... so eine Überraschung aber auch.
3. Der Staat ist immer unfähig
ericdbl 06.01.2013
und erzielt immer mit maximalem Aufwand minimale Wirkung. Mit dem Flughafen kann man wohl nur noch eines machen: abreißen.
4. Seien wir dankbar
schandmaul1000 06.01.2013
Das die größten Pfeifen der Republik in der Politik tätig sind und nicht in der Wirtschaft.
5. Gähn
helmi-schutzhelm 06.01.2013
Ist doch nichts Neues. Wowereit ist inzwischen nur noch peinlich ;-(
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