Erstes Quartal: Chrysler erzielt erstmals seit Pleite wieder Gewinn

Diese Zahl könnte das Ende einer langen Leidensgeschichte bedeuten: Chrysler hat im ersten Quartal mehr als 100 Millionen Dollar Gewinn gemacht. Schon bald will der US-Autobauer die Milliarden-Staatshilfen zurückzahlen.

Fiat-Logo: Der italienische Konzern hält 30 Prozent an Chrysler Zur Großansicht
Getty Images

Fiat-Logo: Der italienische Konzern hält 30 Prozent an Chrysler

New York - Der US-Autobauer Chrysler hat erstmals seit seiner Pleite 2009 wieder Gewinn gemacht. Der Konzern verdiente im ersten Quartal dieses Jahres 116 Millionen Dollar (78 Millionen Euro), wie er am Montag mitteilte. Der Umsatz stieg im gleichen Zeitraum um 35 Prozent auf 13,24 Milliarden Dollar. Dazu trug ein um 18 Prozent höherer Absatz bei. Außerdem erhöhte Chrysler die Preise seiner Autos.

Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen noch 652 Millionen Dollar verloren. Alleine im Schlussquartal gab es ein Minus in Höhe von 199 Millionen Dollar. Im ersten Quartal 2010 lag der Verlust noch bei 197 Millionen Dollar.

Die wirtschaftliche Besserung zeichnete sich seit einiger Zeit ab. Die Verkäufe nehmen bereits seit längerem zu, und der Konzern konnte die Milliardenverluste reduzieren. Dabei half dem Autobauer auch das Comeback des US-Marktes. Im ersten Quartal 2011 steigerte Chrysler die weltweiten Verkäufe im Jahresvergleich um 18 Prozent auf 394.000 Fahrzeuge. Im gesamten Jahr 2010 war der Konzern 1,52 Millionen Wagen losgeworden.

In den kommenden Monaten will Chrysler nun seine Staatshilfen aus der Krise zurückzahlen. Der Konzern hatte 2009 insgesamt 7,5 Milliarden Dollar von den Regierungen der USA und Kanadas erhalten. Diese Schulden machen dem Autobauer heute schwer zu schaffen, da die Zinssätze zum Teil bis zu 20 Prozent betragen.

Abhilfe schaffen soll nun eine Umschuldung: Chrysler kündigte eine Anleihe über 2,5 Milliarden Dollar an. Hinzu kommt ein Bankkredit über 2,5 Milliarden und eine Kreditlinie über weitere 1,5 Milliarden Dollar.

Chrysler wird vom italienischen Autobauer Fiat kontrolliert. Der Konzern aus Turin hält derzeit 30 Prozent an dem Unternehmen und soll bald eine Option auf weitere 16 Prozent einlösen. Gemeinsam wollen die beiden Konzerne zu einem der weltweiten Top-Autobauer aufsteigen.

böl/dpa/AFP

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken
  • Nutzungsrechte Feedback

Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6.00 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: