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Erstmals seit sechs Jahren: Deutsche Löhne steigen stärker als französische

Frankreichs Regierung wirft Deutschland gern Lohndumping vor - dabei sind die hiesigen Tarifgehälter 2009 stärker gestiegen als die jenseits des Rheins. Im Schnitt bekamen die deutschen Arbeitnehmer 2,7 Prozent mehr Geld als im Vorjahr.

Wiesbaden - Erstmals seit sechs Jahren haben deutsche Arbeitnehmer ihre französischen Kollegen bei Tariferhöhungen abgehängt. Die tariflichen Monatsverdienste in der Privatwirtschaft stiegen 2009 im Schnitt um 2,7 Prozent und damit um einen halben Prozentpunkt mehr als in Frankreich, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte.

Die durchschnittliche Preisentwicklung verzerrt den Vergleich der beiden Länder nicht: Sowohl in Deutschland als auch in Frankreich war das Niveau der Verbraucherpreise fast stabil.

Die Entwicklung ist auf politischer Ebene durchaus relevant: Frankreichs Regierung wirft Deutschland stets vor, zu wenig für den Binnenkonsum zu tun und zu sehr auf Export zu setzen. Schuld daran sei die Lohnzurückhaltung in der Bundesrepublik. Die Bundesregierung weist diesen Vorwurf zurück - und bekommt nun durch die Tarifentwicklung des vergangenen Jahres Recht.

Wenn man allerdings länger zurückblickt, liegt Deutschland immer noch hinter dem Nachbarland: Für die Jahre 2003 bis 2009 betrug die Lohnsteigerung in der deutschen tariflich gebundenen Privatwirtschaft durchschnittlich 2,2 Prozent. Frankreichs Arbeitnehmer kamen auf 2,7 Prozent.

Die höchste Steigerung in Deutschland gab es im vergangenen Jahr in der Energie- und Wasserversorgung sowie der Entsorgungswirtschaft (plus 3,3 Prozent). Die geringsten Steigerungsraten verzeichneten das Gastgewerbe (plus 1,3 Prozent) und "sonstige Dienstleistungen", wozu etwa Reisebüros, Garten- und Landschaftsbau, Zeitarbeit, Wach- und Sicherheitsgewerbe zählen, mit einem Plus von einem Prozent.

wal/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
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1. Kein Deutsches Problem
redtokiller 23.06.2010
Zitat von sysopFrankreichs Regierung wirft Deutschland gerne Lohndumping vor - dabei sind die hiesigen Tarifgehälter 2009 stärker gestiegen als die jenseits des Rheins. Im Schnitt bekamen die deutschen Arbeitnehmer 2,7 Prozent mehr Geld als im Vorjahr. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,702411,00.html
ja ja wenn man sich die Fakten anschaut , dann sieht die Lage anders aus. Wenn Frankreich aufgrund des dortigen Lohnniveaus nicht genug Unternehmer findet , die Arbeit anbieten können, dann ist es bestimmt kein Deutsches Problem.
2. was soll der Beitrag??
Juergen Wolfgang, 23.06.2010
Zitat von sysopFrankreichs Regierung wirft Deutschland gerne Lohndumping vor - dabei sind die hiesigen Tarifgehälter 2009 stärker gestiegen als die jenseits des Rheins. Im Schnitt bekamen die deutschen Arbeitnehmer 2,7 Prozent mehr Geld als im Vorjahr. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,702411,00.html
Das muss ein versehen sein, dieser Artikel!! Uns (14.000 MA) haben sie (Management) das Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld und sonstige Zulagen gestrichen. Die tariflich vereinbarte Gehaltserhöhung wurde ausgesetzt bzw. gestrichen, weitere Entlassungen stehen an. Mit diesem Beitrag des SPON sollen wohl die Arbeitnehmer geblendet werden... Ist das von der FDP/CDU - Regierung lanciert worden um einem Volksaufstand vorzubeugen?? Ich sehe der Wahrheit ins Auge und lasse mich nicht von solch Lügen blenden.
3. Mehr
spon.li 23.06.2010
Zitat von sysopFrankreichs Regierung wirft Deutschland gerne Lohndumping vor - dabei sind die hiesigen Tarifgehälter 2009 stärker gestiegen als die jenseits des Rheins. Im Schnitt bekamen die deutschen Arbeitnehmer 2,7 Prozent mehr Geld als im Vorjahr. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,702411,00.html
Ich hätt auch gern 2.7 Prozent mehr Gehalt...
4. ...
Andreas Heil, 23.06.2010
Zitat von redtokillerja ja wenn man sich die Fakten anschaut , dann sieht die Lage anders aus. Wenn Frankreich aufgrund des dortigen Lohnniveaus nicht genug Unternehmer findet , die Arbeit anbieten können, dann ist es bestimmt kein Deutsches Problem.
Ha, ha. Der Artikel spielt - wie schon lange etabliert - mit dem Unterschied zwischen nominalen Tariflöhnen und tatsächlich bezahlten Reallöhnen. Da sieht's dann schon reichlich anders aus. http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/VerdiensteArbeitskosten/Bruttoverdienste/Tabellen/Content50/Reallohnindex,templateId=renderPrint.psml Alles wie gehabt. Und netto noch schlimmer.
5. Gescheitert
Stefanie Bach, 23.06.2010
Zitat von Andreas HeilHa, ha. Der Artikel spielt - wie schon lange etabliert - mit dem Unterschied zwischen nominalen Tariflöhnen und tatsächlich bezahlten Reallöhnen. Da sieht's dann schon reichlich anders aus. http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/VerdiensteArbeitskosten/Bruttoverdienste/Tabellen/Content50/Reallohnindex,templateId=renderPrint.psml Alles wie gehabt. Und netto noch schlimmer.
Offensichtlich muss jetzt reale Politik durch fadenscheinige Propaganda ersetzt werden. Krugman und Flassbeck sprechen da eine andere und deutlichere Sprache: Gescheitert - Warum die Politik vor der Wirtschaft kapituliert (http://www.plantor.de/2009/gescheitert-warum-die-politik-vor-der-wirtschaft-kapituliert/)
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