Schlingernde Modekette: Esprit findet neuen Chef

Ein ausgewiesener Experte soll Esprit zu frischem Glanz verhelfen: Die Modekette bekommt einen neuen Chef. Der Manager kommt vom spanischen Textilgiganten Inditex.

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Esprit-Geschäft in Hongkong: Aktie schießt um 29 Prozent nach oben

Hongkong - Der Modekonzern Esprit hat einen neuen Chef. Der spanische Manager José Manuel Martínez Gutiérrez werde die Leitung des Unternehmens übernehmen, teilte das an der Hongkonger Börse notierte Unternehmen am Dienstag mit. Seine Berufung werde spätestens Ende September wirksam. Der Kurs der Aktie schoss nach der Ankündigung um 29 Prozent nach oben.

Martínez löst den Niederländer Ronald van der Vis ab, der im Juni seinen Rücktritt angekündigt hatte. Martínez kommt vom spanischen Textilriesen Inditex, zu dem auch die Kette Zara gehört. Bei dem Unternehmen war er für die Strategie und Umsetzung des Vertriebsmodells zuständig. Der Konzern ist derzeit sehr erfolgreich, weil er unter anderem dank schneller Produkt- und Kollektionswechsel zügig auf Veränderungen in der Kundennachfrage reagieren kann. Vor seiner Zeit bei Inditex leitete Martínez für acht Jahre das Handels- und Konsumgütergeschäft von Kinsey & Company in Spanien.

Die Aufgabe des neuen Chefs wird nun sein, die schlingernde Modekette mit Sitz in Ratingen bei Düsseldorf wieder auf Kurs zu bringen. Esprit kämpft mit sinkenden Umsätzen und Gewinnen. Van der Vis, der Esprit seit 2009 leitete, hatte dem Konzerns eine Neuausrichtung verordnet, die bis 2015 rund 1,7 Milliarden Euro kosten soll. Aufsichtsratsmitglied und Ex-Chef Heinz Krogner hatte das Konzept des Niederländers heftig kritisiert. In einem Interview hatte Krogner dem Esprit-Chef vorgeworfen, die Marke vernachlässigt und die Kunden vergrault zu haben.

Der Konzern befindet sich mitten in einem tiefgreifenden Umbau. Seit den Rücktritten von van der Vis und dem früheren Metro-Chef Hans-Joachim Körber vom Posten des Verwaltungsratsvorsitzenden hatte das Unternehmen etwa ein Drittel seines Börsenwerts verloren. Esprit macht rund 80 Prozent seines Umsatzes in Europa und leidet stark unter der schleppenden Nachfrage in der Schuldenkrise.

yes/dpa-AFX/Reuters

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