Nach Milliardenverlusten Wall-Street-Star schließt Hedgefonds

Mit seinem Hedgefonds Eton Park war der frühere Goldman-Sachs-Banker Eric Mindich jahrelang ein Star der Finanzbranche. Doch das Jahr 2016 verlief katastrophal. Nun gibt Mindich auf - so wie einige Kollegen vor ihm.

Finanzviertel in Manhattan
REUTERS

Finanzviertel in Manhattan


Einst waren Hedgefondsmanager die Stars unter den Finanzhaien. Für sich und ihre betuchten Kunden verdienten sie Renditen, von denen normale Anleger nur träumen konnten. Doch nun steckt die Branche in der Krise. Die Gewinne sprudeln nicht mehr. Immer wieder müssen prominente Fondsmanager aufgeben.

Der jüngste Abgang ist ein besonders prominenter: An diesem Donnerstag kündigte Eric Mindich die Schließung seiner sieben Milliarden Dollar schweren Investmentfirma an. Bis Ende April sollen 40 Prozent des Gelds an die Investoren zurückgezahlt werden. Für den Rest werde die Abwicklung noch etwas länger dauern, schrieb Mindich in einem Brief an die Investoren, über den die Nachrichtenagentur Reuters und die "New York Times" berichten.

Mindich galt einst als Wunderkind der Wall Street. Mit nur 27 Jahren war er 1994 bei der legendären Investmentbank Goldman Sachs zum jüngsten Partner aller Zeiten aufgestiegen.

Auch Eton Park war lange eine Gelddruckmaschine. Als Mindich die Firma 2004 gründete, sammelte er auf Anhieb sagenhafte drei Milliarden Dollar bei Anlegern ein - eine der größten Hedgefonds-Gründungen überhaupt. In den Jahren 2012 und 2013 fuhr der wichtigste Fonds der Firma, der Eton Park Fund, Gewinne von zwölf beziehungsweise 22 Prozent pro Jahr ein.

Doch 2016 ging es steil abwärts. Mehr als neun Prozent lag der Fonds im Minus, das verwaltete Vermögen schrumpfte von neun auf sieben Milliarden Dollar. In seinem Brief an die Investoren beschreibt Mindich "eine Kombination aus Branchenproblemen, einem schwierigen Marktumfeld und - wichtig - unseren eigenen enttäuschenden Geschäftszahlen 2016", die dazu geführt habe, dass sich die Investment-Philosophie nicht mehr durchhalten lasse.

Eton Park ist nicht der erste große Hedgefonds, der wegen Problemen schließt. Im vergangenen Jahr gab es bereits einige ähnliche Fälle, der vielleicht bekannteste darunter war Perry Capital.

stk



Forum - Wie gefährlich sind Hedgefonds?
insgesamt 293 Beiträge
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Seite 1
Ghost12 23.09.2009
1.
Zitat von sysopSie wetten auf Rohstoffpreise, Währungen, Zinsen - eben auf alles, was hohe Rendite verspricht. Hedgefonds gelten Kritikern deshalb als "Heuschrecken". Die Fonds erleben eine neue Blüte - doch die G20 tut sich schwer, klare Regeln zu finden. Für wie gefährlich halten Sie Hedgefonds? Diskutieren Sie mit!
Die Hedgefonds haben ihre Lobby mit Steinbrück/Asmussen unmittelbar im Finanzministerium. Wer das nicht gefährlich findet, kann auch nicht gegen Hedge Fonds sein. Vielleicht gibt es ja auf Kosten der Steuerzahler endlich sogar mal einen "Bad Hedge Fond". P.S.: kleiner Insider- Hedge Fonds sind zum großen Teil sozusage Zweckgesellschaften der großen Banken, die einfach mal ihre Wetten ausgelagert haben. Gerade jetzt bietet sich diese Praxis aus Bilanzierungsgründen sozusagen an.
Crom 23.09.2009
2.
Hedgefonds sind nicht gefährlich, im Gegenteil. Viele Firmen "hedgen" (d.h. absichern) ihre Preisriken über Hedgefonds und damit habe diese eine wichtige Aufgabe. Würde jemand behaupten, dass eine Feuerversicherung gefährlich ist? Das ist im Grunde auch eine "Wette", eine Wette darauf das kein Feuer ausbricht.
Tolotos 23.09.2009
3. Wegelagerei
Zitat von sysopSie wetten auf Rohstoffpreise, Währungen, Zinsen - eben auf alles, was hohe Rendite verspricht. Hedgefonds gelten Kritikern deshalb als "Heuschrecken". Die Fonds erleben eine neue Blüte - doch die G20 tut sich schwer, klare Regeln zu finden. Für wie gefährlich halten Sie Hedgefonds? Diskutieren Sie mit!
Das Ziel von Hedgefonts ist es, Geld aus dem Wirtschaftssystem auf das eigene Konto zu , ohne eine entsprechende Gegenleistung zu erbringen. Letztlich ist es nichts anderes als eine moderne Form der Wegelagerei, denn das Geld, was sie „erwirtschaften“ wird denen entzogen, die reale Werte schaffen.
Crom 23.09.2009
4.
Zitat von TolotosDas Ziel von Hedgefonts ist es, Geld aus dem Wirtschaftssystem auf das eigene Konto zu , ohne eine entsprechende Gegenleistung zu erbringen. Letztlich ist es nichts anderes als eine moderne Form der Wegelagerei, denn das Geld, was sie „erwirtschaften“ wird denen entzogen, die reale Werte schaffen.
Das ist falsch, sie erbringen ja eine Gegenleistung, genau so wie die Feuerversicherung. Wird ja keiner gezwungen mit denen zu "wetten" bzw. besser mit denen Geschäfte zu machen.
Tolotos 23.09.2009
5.
Zitat von CromDas ist falsch, sie erbringen ja eine Gegenleistung, genau so wie die Feuerversicherung. Wird ja keiner gezwungen mit denen zu "wetten" bzw. besser mit denen Geschäfte zu machen.
Wohl eher wie ein Hütchenspieler! Nein, aber die Unternehmen werden gezwungen so zu handeln, dass sie nicht zum leichten Opfer werden. Sie wetten nicht, sondern sind nur der Wetteinsatz.
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