London - Die Europäische Kommission weitet ihre Ermittlungen gegen die Manipulation von Zinssätzen aus. Die seit 18 Monaten anhaltende Untersuchung von Euro- und Yen-Libor-Sätzen sei nun auf in Schweizer Franken angegebene Swaps ausgedehnt worden, berichtet die "Financial Times". Die Kommission könne eine Höchststrafe von zehn Prozent der Jahreseinnahmen pro Manipulationsfall verhängen. Deshalb drohe Instituten, die in allen drei Fällen für schuldig befunden werden, eine Strafe von 30 Prozent ihrer gesamten Jahreseinnahmen, berichtet die britische Zeitung.
EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia werde am Freitag seine Entschlossenheit in dem Skandal bekräftigen, heißt es in dem Bericht weiter. Seine Rede sei als Warnung an die Banken gedacht. Die EU lote zwar gleichzeitig informell die Möglichkeit einer außergerichtlichen Einigung aus, sagten an den Ermittlungen beteiligte Personen. Einige Banken zierten sich jedoch, darüber Gespräche aufzunehmen, da sie die Anschuldigungen für unberechtigt hielten.
Im Rahmen des Libor-Skandals wurden bereits die britischen Großbanken Barclays und RBS zu hohen Geldstrafen verdonnert. Sie hatten mit Händlern anderer Geldhäuser viele Jahre den Libor-Satz, auf dessen Grundlange unzählige Finanzgeschäfte beruhen und abgewickelt werden, verfälscht, um selbst Handelsgewinne einzustreichen. In den Skandal ist auch die Deutsche Bank verwickelt.
cte/Reuters
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