Trotz Bonusgrenze Fast 5000 EU-Banker verdienen mehr als eine Million

Ihre Zahl nimmt trotz gedeckelter Boni zu: Banker in der Europäischen Union, die mehr als eine Million verdienen. Fast drei Viertel davon arbeiten in Großbritannien, wo der Gesetzgeber bald noch höhere Gehälter ermöglichen könnte.

Passanten im Londoner Finanzdistrikt
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Passanten im Londoner Finanzdistrikt


Die Zahl der Einkommensmillionäre unter Bankern in der Europäischen Union steigt. Im Jahr 2017 erhielten 4859 von ihnen inklusive erfolgsabhängiger Zahlungen mehr als eine Million Euro, teilte die EU-Bankenbehörde EBA mit. Das sind knapp sechs Prozent mehr als 2016.

Davon waren 3567, also fast drei Viertel, in Großbritannien beschäftigt. In Deutschland waren es 390, in Italien 201, in Frankreich 233 und in Spanien 161.

Als Lehre aus der globalen Finanzkrise gilt seit 2014 in der EU eine Bonusgrenze. Damit soll verhindert werden, dass Banker auf der Jagd nach hohen Sonderzahlungen hochriskante Geschäfte eingehen. Die Regeln sehen vor, dass der Bonus das Fixgehalt standardmäßig nicht überschreiten darf. Sofern die Aktionäre zustimmen, darf die variable Vergütung auch maximal doppelt so hoch ausfallen wie das Fixgehalt.

In Großbritannien könnte die Bonusgrenze nach dem Austritt aus der EU aufgeweicht werden. Das deutete der Gouverneur der Bank von England, Mark Carney, Ende vergangenen Jahres an.

dab/Reuters



insgesamt 33 Beiträge
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kraus.roland 11.03.2019
1. Das ist blinder Kamikaze-Kapitalismus!
Und er wird gegen die Wand fahren.
heikhen 11.03.2019
2. verdienen?!?!
von verdienen kann man wohl eher nicht sprechen. Sie bekommen es, ob berechtigt oder .... Sie bekommen es einfach.
laermgegner 11.03.2019
3. Die Beratergesellschaft ohne Wissen
sucht Vertrauen, nutzt es und spielt mit dem sauer verdienten Geld. Diese Spielsucht wird zocken genannt, wetten auf fallende Kurse - und der Staat schaut zu. Ackermann Ziel Rentide 25 ist das Ziel. Wenn diese Leute ihr Geld wert wären okey, aber sie arbeiten eben nicht- sie spielen - d.h. zocken. Den Geld vermehrt sich nicht durch ehrliche Arbeit.
apfeldroid 11.03.2019
4.
Ich denke, dass die Kameraden denken, dass sie wirklich hart arbeiten und das so gerecht ist. Dabei wenn es sie nicht gäbe, würde sich nichts ändern, und lachen tun sie auch ims Fäustchen, ähnlich wie die Berufsgruppe der "Berater"
NewYork76 11.03.2019
5. Erstaunlich
Fuer mich immer wieder erstaunlich wenn die hohen Boni kritisiert werden. Wenn ein Makler zwei 10 Mio. Immobilien verkauft und 5% Kommission dafuer kassiert, so wird es doch hoffentlich auch keine Aufschreie geben. Von erwachsenen Maennern, die fuer Millionen Euro pro Jahr einem Ball hinterherlaufen will ich erst garnicht anfangen. Zudem klingen fast 5000 Banker natuerlich viel, aber wenn man sich bewusst macht, dass ca 2.9 Mio Menschen in der EU fuer Banken arbeiten, dann sprechen wir hier von ca. 0,2%! Skandaloes!
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