Verfahren gegen Italien EU knöpft sich in der Abgasaffäre Fiat vor

Fiat Chrysler wird wegen möglicher Abgastricks stärker in die Zange genommen. Nun hat die EU-Kommission laut Insidern ein Verfahren gegen Italien eingeleitet. Rom soll den Einsatz von Abschalteinrichtungen erklären.

Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne
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Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne


Trotz aller Unschuldsbeteuerungen von Fiat Chrysler ermitteln bereits mehrere US-Behörden gegen den italienisch-amerikanischen Autokonzern wegen möglicher Abgasmanipulationen. Nun schaltet sich auch die EU-Kommission in die Affäre um überhöhte Abgaswerte ein. Die Wettbewerbshüter nehmen Insidern zufolge jetzt auch Italien wegen Fiat Chrysler ins Visier. Die Kommission wolle ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Regierung in Rom einleiten, sagten mit dem Vorhaben vertraute Personen.

Italien sei Erklärungen dafür schuldig geblieben, dass der Einsatz von Abschalteinrichtungen in den Abgasreinigungssystemen bestimmter Fiat-Modelle gerechtfertigt sei. Gegen Deutschland und einige weitere Länder hatte die Kommission nach dem VW-Abgasskandal schon im Dezember ein derartiges Verfahren eröffnet.

Zuerst hatte das "Handelsblatt" darüber berichtet, dass sich die EU-Kommission nun Italien vorknöpft. Das Verkehrsministerium in Rom war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Im Februar hatte Italien mitgeteilt, bei Fiat-Chrysler-Fahrzeugen sei keine illegale Software festgestellt worden. Die sogenannten "defeat devices", mit denen bei Abgastests getrickst werden kann, sind in der EU seit zehn Jahren verboten. Seit dem VW-Dieselskandal ringen die EU-Behörden darum, die Mitgliedsstaaten zu einer konsequenten Verfolgung von Verstößen gegen dieses Gesetz zu bringen.

kig/Reuters



insgesamt 3 Beiträge
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DerDifferenzierteBlick 17.05.2017
1.
Ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Italien ist seit mindestens einem Jahr überfällig. Es ist absolut unverständlich, warum dies nicht bereits im letzten Jahr eingeleitet wurde. Schließlich sind bereits seit einem Jahr eindeutige Beweise vorhanden, dass auch Fiat die Abgaswert-Messungen bewusst manipuliert hat und Italien hat bisher keine entsprechenden Schritte unternommen. VW hat bisher schon über 20 Mrd. für die Manipulation zahlen müssen. Und all die anderen Hersteller, die ebenfalls Abgaswerte manipuliert haben?
Airkraft 17.05.2017
2. Einer nach dem Anderen,...
Einer nach dem Anderen, nur nicht drängeln. Es kommt jeder dran, früher oder später ;-)
Thorongil 17.05.2017
3. "Italienisch-Amerikanischer Automobilkonzern"
Fiat-Chrysler ist eine niederländische Firma. Aus Steuergründen.
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