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13. Dezember 2012, 13:24 Uhr

Kartellverfahren eingestellt

E-Books sollen günstiger werden

Apple und vier große Verlage haben sich verpflichtet, die Preisbindungen für digitale Bücher zu lockern. Im Gegenzug stellte die EU-Kommission ein Kartellverfahren gegen die Firmen ein. Großer Profiteur der Einigung ist der Online-Händler Amazon.

Brüssel - Die EU-Kommission hat bei Apple und vier großen Verlagen eine Lockerung der Preise für digitale Bücher durchgesetzt. Sie verpflichteten sich, aktuelle Verträge, bei denen die Verlage den Preis für E-Books bestimmten, aufzulösen und Händlern für mindestens zwei Jahre mehr Spielraum für Rabatte zu geben. Das gab die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel bekannt. Die Einigung mit der Kommission ist ein Triumph für den Online-Händler Amazon , der auf günstige Preise setzt.

Die vier Verlagsgruppen sind Simon & Schuster, Harper Collins, Hachette und die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. Sie kommen ebenso wie Apple ohne Geldbuße davon.

Apple hatte mit den Verlagen zum Start der E-Book-Plattform seines iPads vor zweieinhalb Jahren ein der deutschen Buchpreisbindung ähnliches Modell ausgehandelt. Dabei bestimmten allein die Verlage den Preis - und zahlten dem US-Konzern die auf seiner iTunes-Plattform übliche Gebühr von 30 Prozent des Verkaufspreises. Zugleich bekam Apple damals die Zusicherung, immer den günstigsten Preis anbieten zu können.

Nach dem Start des iPad-Buchshops setzten die Verlage das Modell auch bei anderen Anbietern durch. Das rief die Wettbewerbshüter in Europa und den USA auf den Plan. Gegen den britischen Penguin-Verlag soll auch jetzt weiter ermittelt werden. Anders als die Konkurrenten hatte er keine Zugeständnisse angeboten.

stk/dpa/AFP

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