Grenzenloses Shoppen EU-Parlament verbannt Geoblocking im Onlinehandel

Blockierte Webshops, teure Preise: Onlineshopping im EU-Ausland kann frustrierend sein. Nun hat das EU-Parlament beschlossen, das grenzüberschreitende Einkaufen zu erleichtern.

Onlinehandel (Symbolbild)
DPA

Onlinehandel (Symbolbild)


Der italienische Modeladen liefert die Traumbluse nicht nach Deutschland, und für das Konzert in Paris lassen sich keine Tickets vom heimischen Rechner buchen - mit dem sogenannten Geoblocking konnten Händler Käufer aus dem EU-Ausland bisher ausschließen. Damit ist es in Zukunft vorbei: Das EU-Parlament hat sich mit großer Mehrheit für die weitgehende Abschaffung des Geoblockings im Netz ausgesprochen.

Europaweit können Händler nun nicht mehr wie bislang ausländische Käufer generell von Angeboten ausschließen oder sie automatisch auf Webseiten mit höheren Preisen weiterleiten. Das haben bisher vor allem die großen Onlineshops getan, die in den unterschiedlichen EU-Mitgliedstaaten die gleiche Ware zu verschiedenen Preisen anboten.

Die neue Regelung macht das künftig weitgehend unmöglich. Sie sieht außerdem vor, dass Kunden ihre Ware selbst abholen können, wenn ein Händler generell nicht ins Wunschland liefert. Voraussichtlich tritt die Verordnung bis Ende des Jahres in Kraft.

Ausgenommen sind urheberrechtlich geschützte Güter wie E-Books oder CDs. Hier muss die EU-Kommission das Geoblocking aber innerhalb von zwei Jahren auf den Prüfstand stellen.

Verbraucherschützer sehen die Rechte von Kunden deutlich gestärkt. Die europäische Grünen-Abgeordnete Julia Reda sagte: "Wir machen einen kleinen Schritt nach vorne hin zu einem europäischen Binnenmarkt ohne Diskriminierung nach Wohnsitz."

Das erhoffte Ende vom Geoblocking sei aber nicht erreicht, weil digitale Medien weiterhin an Ländergrenzen haltmachten. So weicht das Angebot von Streamingportalen wie etwa Netflix in den verschiedenen EU-Staaten noch immer voneinander ab. Die EU plant zumindest die Nutzung des eigenen Streamingangebots im EU-Ausland bereits seit rund einem Jahr.

ans/dpa/afp



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