EU-Prognose: Strompreise sollen noch 20 Jahre steigen
Bis 2050 will die EU ihren CO2-Ausstoß um 80 Prozent senken - das geht nur mit teuren Investitionen. Industriekommissar Günther Oettinger bereitet die Verbraucher deshalb schon mal auf höhere Preise vor: Bis mindestens 2030 sollen die Kosten steigen.
Hamburg - Die ehrgeizigen Klimaziele der EU werden die Strompreise noch mindestens 20 Jahre lang steigen lassen. Das sagte der EU Energie-Kommissar Günther Oettinger der "Financial Times Deutschland". "Jetzt zu investieren heißt, höhere Preise zu bekommen", sagte Oettinger.
Die EU will bis 2050 den Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) um 80 Prozent im Vergleich zu 1990 senken. Diese Umstellung wird Geld kosten. Laut Oettinger werden die Preissteigerungen Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen treffen. Nach dem nötigem Investitionsschub werde es aber 2030 stabile oder fallende Preise geben, sagte der Energie-Kommissar der Zeitung.
Höhere Strompreise drohen den Verbrauchern auch von anderer Seite. Eine seit August geltende Verordnung zum Stromnetzentgelt befreit Unternehmen mit einem hohen Verbrauch fast vollständig von Netzgebühren - und das rückwirkend für das laufende Jahr. Laut einem Bericht der "Frankfurter Rundschau" haben bis Anfang Dezember bereits 159 Unternehmen einen Antrag auf vollständige Befreiung gestellt.
Die EU-Kommission will in dieser Woche ihre "Energie-Roadmap 2050" beschließen: Fünf Szenarien mit unterschiedlicher Fokussierung werden darin durchgespielt - von einem sehr hohen Anteil erneuerbarer Energien bis hin zu einer Kombination aus erneuerbaren Energien, Atomstrom und Gas-und Kohlekraftwerken mit CO2-Speicherung.
sjm/dpa
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