Südostasien EU und Asean verkünden Neustart bei Freihandelsabkommen

Die EU und die südostasiatische Staatengemeinschaft Asean wollen wieder Gespräche über ein Freihandelsabkommen aufnehmen. Vor acht Jahren waren die Verhandlungen geplatzt - weil Europa Bedenken gegen ein Mitgliedsland hatte.

Ein Plakat wirbt für den Asean-Gipfel in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur
DPA

Ein Plakat wirbt für den Asean-Gipfel in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur


Die Europäische Union und die südostasiatische Staatengemeinschaft Asean wollen ihre Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen wieder aufnehmen. Beide Seiten verkündeten am Sonntag am Rande des Asean-Gipfels in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur in einer gemeinsamen Erklärung ihre Absicht, die Gespräche wieder auf den Weg zu bringen.

Die Verhandlungen waren 2007 begonnen, aber aufgrund von Unstimmigkeiten 2009 abgebrochen worden. Insbesondere hatte sich die EU an Menschenrechtsverletzungen im Asean-Mitgliedstaat Burma gestört. Im Jahr 2011 leitete das Land politische und wirtschaftliche Reformen ein.

Wie am Sonntag mitgeteilt wurde, sollen sich gegen Ende des Jahres Vertreter von EU und Asean treffen, um eine Bestandsaufnahme zu machen und die Schritte zu einer Wiederaufnahme der Verhandlungen zu erörtern. EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström sagte in Kuala Lumpur, die EU sei entschlossen, ein Freihandelsabkommen zwischen den Regionen auszuhandeln.

Handelsvolumen von 248 Milliarden Dollar

Während die Gespräche mit Asean auf Eis lagen, handelte die EU gesonderte Freihandelsabkommen mit den Asean-Mitgliedstaaten Malaysia, Vietnam, Thailand und Singapur aus. Neben diesen vier Staaten gehören Burma, Indonesien, Brunei, Laos, die Philippinen und Kambodscha der südostasiatischen Staatengemeinschaft an.

Nach Angaben von EU und Asean ist die EU mit einem Handelsvolumen von 248 Milliarden Dollar (228 Milliarden Euro) der zweitgrößte Handelspartner der Asean-Staaten. Bei den ausländischen Direktinvestitionen in der Region ist die EU führend: Mit einem Umfang von 29,1 Milliarden Dollar stammt gut ein Fünftel der ausländischen Direktinvestitionen in Südostasien aus der Europäischen Union.

cst/Afp



insgesamt 11 Beiträge
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n.nixdorff 26.04.2015
1. Ein
Schritt in die richtige Richtung, die Welt wächst immer weiter zusammen. Jetzt noch TTIP und CETA richtig verhandeln und die gröbsten Schweinereien rausnehmen. Was Australien gelungen ist, sollte die EU mindestens schaffen. Wir müssen uns nichts diktieren lassen, sondern unser wirtschaftliches Gewicht zu unserem Vorteil einsetzen.
Untertan 2.0 26.04.2015
2. Bedenken
Na ob Burma jetzt so viel besser dahsteht als damals...
weltenbummler1 26.04.2015
3. Schlussendlich
haben wir vllt kein TTIP, aber Abkommen mit der restlichen Welt, die TTIP aufs Haar gleichen.
flieger56 26.04.2015
4. TTIP nicht abschließen !
Die EU hat sich an Menschenrechtsverletzungen in Burma gestört,so so. Aber daß die USA jeden Tag weltweit Menschrechte verletzen und die Todesstrafe in den USA an der Tagesordnung ist stört die EU nicht.Einfach nur unglaublich diese Arschkriecherei bei den Amis.
Pipopax 26.04.2015
5. Bürgermeister
Zitat von flieger56Die EU hat sich an Menschenrechtsverletzungen in Burma gestört,so so. Aber daß die USA jeden Tag weltweit Menschrechte verletzen und die Todesstrafe in den USA an der Tagesordnung ist stört die EU nicht.Einfach nur unglaublich diese Arschkriecherei bei den Amis.
Jo. Und dass in DE jede Woche Asylantenheime angezündet werden und dass gewählte Bürgermeister zum Rücktritt genötigt werden von irgendwelchen Nazis das stört wohl auch nicht. Vielleicht lieber zuerst vor der eigenen Tür kehren, bevor man mit dem Finger auf andere zeigt und sich als selbsternannter Möchtegern-wahrer-der-Menschenrechte-in-der-gesamten-Welt aufspielt.
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