Kennzeichnung und Inhalt EU verschärft Regeln für Babynahrung

Schluss mit niedlichen Babyfotos auf Säuglingsnahrung! Das EU-Parlament hat strengere Regeln für Produkte wie Milchpulver beschlossen. Pestizide sollen "auf ein Mindestmaß" reduziert werden.

Strahlendes Baby: Grüne wollten Pestizide ganz aus der Nahrung verbannen
Corbis

Strahlendes Baby: Grüne wollten Pestizide ganz aus der Nahrung verbannen


Brüssel/Hamburg - Die Vorschriften zur Kennzeichnung und zum Inhalt von Lebensmitteln für Babys und Menschen mit Gesundheitsproblemen wie Allergien werden in der EU verschärft. Eine entsprechende Verordnung hat das EU-Parlament am Dienstag beschlossen. Es handelt sich um einen Kompromiss, der zuvor mit den EU-Staaten ausgehandelt wurde. Somit kann die Neuregelung innerhalb weniger Wochen in Kraft treten - nach Veröffentlichung im Europäischen Amtsblatt. Für bereits produzierte Lebensmittel gelten Übergangsregelungen.

Die Neuregelung untersagt künftig eine "idealisierende" Werbung für Milchpulver - etwa in Form von niedlichen Babyfotos. Dadurch solle verhindert werden, dass Mütter zum Verzicht aufs Stillen und zum Kauf von Muttermilchersatz animiert werden, erläuterte die CDU-Abgeordnete Renate Sommer.

Zur Verordnung gehört eine Positivliste von Zutaten, die in Nahrungsmitteln für Babys bis zu einem Jahr zugelassen sind. Pestizide sollen "auf ein Mindestmaß" reduziert werden. Die Forderung der Grünen, giftige Pestizide ganz aus Babykost zu verbannen, fand weder im Rat, in dem die 27 EU-Staaten vertreten sind, noch im EU-Parlament eine Mehrheit.

Strengere Vorgaben für Diätnahrung

Strenger geregelt wird auch die Definition von Diätnahrung. Künftig fallen unter diesen Begriff nur noch Lebensmittel für eine extrem kalorienarme Ernährung, die Ärzte krankhaft übergewichtigen Patienten verschreiben. Dagegen dürfen etwa Müsliriegel oder Drinks zum Abnehmen nicht mehr als Diät beworben werden, wie dies derzeit noch in einigen EU-Staaten der Fall ist.

Sogenannte "Wachstumsmilch" für Kinder von einem bis drei Jahren soll die EU-Kommission näher untersuchen. Dazu muss die Brüsseler Behörde einen Bericht über die Ernährungsbedürfnisse von Kleinkindern vorlegen. Eine Reihe dieser Milchprodukte habe keinen positiven Einfluss auf die Gesundheit von Kleinkindern und sei sogar schädlich, betonte die Co-Vorsitzende der Grünen Rebecca Harms. Nun werde dieses Problem endlich in Angriff genommen.

yes/AFP

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insgesamt 21 Beiträge
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Seite 1
wieschen 11.06.2013
1. auf ein
..das wäre eine echte Neuerung :)
steinaug 11.06.2013
2. Warum
verbinde ich EU immer nur mit Verboten, Bevormundungen und Einmischung ? Liegt das an mir ?
hansmaus 11.06.2013
3.
Komisch, meine erste wurde gestillt der kleine nicht mehr aber der ist weder sofort tot umgefallen noch macht er mit seinen 5 Jahren jetzt einen manisch depressiven Eindruck. Meine Frau hat auch nur und ausschließlich abgestillt weil so lustige putzige Babybildchen auf den Packungen waren.....mein Gott für wie blöd wird man eigentlich gehalten.
inci2 11.06.2013
4.
Am besten wäre es, nur noch abschreckende Werbung, bzw. Werbung mit extrem auffälligen Warnhinweisen zuzulassen, da man sich nicht entschließen kann, dem sozialistischen Muster folgend, Werbung ganz zu verbieten.
inci2 11.06.2013
5.
Zitat von steinaugverbinde ich EU immer nur mit Verboten, Bevormundungen und Einmischung ? Liegt das an mir ?
Nein, es liegt nicht an Ihnen. Ich denke, das geht Millionen anderer EU-Bürger genau so.
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