Wirtschaft


EuGH-Urteil: Microsoft muss 860 Millionen Euro Strafe zahlen

Der Europäische Gerichtshof hat ein Rekordbußgeld gegen Microsoft bestätigt. Die vor vier Jahren von der EU-Kommission verhängte Kartellstrafe sei rechtens. Nur minimal reduzierten die Richter die fällige Summe - der Software-Konzern muss nun 860 Millionen Euro zahlen.

Microsoft-Chef Steve Ballmer: Der EuGH bestätigt das Rekordbußgeld für den US-KonzernZur Großansicht
REUTERS

Microsoft-Chef Steve Ballmer: Der EuGH bestätigt das Rekordbußgeld für den US-Konzern

Luxemburg - Lange wehrte sich Microsoft, jetzt hat der Software-Konzern erneut verloren: Der Europäische Gerichtshof (EuGH) bestätigte ein von der EU-Kommission verhängtes Rekordbußgeld als rechtens. Einzig die Summe bewerteten die Richter als etwas zu hoch - und setzten das Zwangsgeld von 899 Millionen auf 860 Millionen Euro herab.

Die Luxemburger Richter folgten weitgehend der Entscheidung der Kommission und wiesen "alle Argumente zurück, die Microsoft für deren Nichtigerklärung anführt". Die Kartellwächter in Brüssel hatten das Bußgeld im Februar 2008 damit begründet, dass Microsoft für die Bereitstellung technischer Angaben über sein Betriebssystem Windows jahrelang überhöhte Preise von Konkurrenten verlangt und damit gegen Auflagen der Kommission verstoßen habe. Der Konzern hatte dagegen betont, die Strafe beziehe sich auf längst gelöste "Probleme der Vergangenheit".

Der Streit zwischen der Kommission und Microsoft zieht sich schon über mehrere Jahre. Im März 2004 hatte die Behörde ein Bußgeld von fast 500 Millionen Euro gegen den Konzern verhängt und ihm auferlegt, technische Angaben zu Windows mit anderen Unternehmen und Programmierern zu teilen.

Nachdem das Unternehmen dieser Forderung nach längerem Streit und einem weiteren Bußgeld nachgekommen war, erklärte die Kommission im März 2007, der Konzern verlange für die Bereitstellung der sogenannten Interoperabilitätsinformationen überhöhte Preise. Microsoft senkte die Gebühren aber erst im Oktober, nachdem der EuGH die Kommissionsentscheidung von 2004 bestätigt hatte.

Nur Intel bekam höhere Strafe

Die Kommission attestierte dem Konzern daraufhin zwar, jetzt alle ihre im März 2004 erlassenen Wettbewerbsauflagen zu erfüllen. Allerdings habe Microsoft seitdem "drei Jahre illegales Verhalten" an den Tag gelegt, weshalb das Rekordbußgeld "angemessen und notwendig" gewesen sei.

Theoretisch hätte die Kommission nach eigenen Angaben sogar eine Strafe von 1,5 Milliarden Euro verhängen können. Aber auch so stellte die von der EU-Kommission ursprünglich verhängte Strafe von 899 Millionen Euro einen Rekord dar: Es war die höchste Strafe, die die EU-Kartellwächter bis dahin gegen ein einzelnes Unternehmen verhängt hatten. Insgesamt addieren sich die seit März 2004 gegen Microsoft Chart zeigen verhängten Geldbußen sogar zu einem Betrag von rund 1,68 Milliarden Euro.

Später wurde der Rekord dann allerdings von einem weiteren US-Konzern übertroffen: Intel Chart zeigen bekam im Mai 2009 aus Brüssel eine Rechnung von 1,06 Milliarden Euro wegen Missbrauchs seiner marktbeherrschenden Stellung. Die Klage von Intel gegen diese Entscheidung wird in der kommenden Woche vor dem Gericht mündlich verhandelt.

nck/Reuters/dpa/dapd

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insgesamt 20 Beiträge
dieterdax 27.06.2012
Na toll, das heißt ich darf jetzt wieder von Ubuntu zu Windows Server 2012 wechseln. Ein Bankrott von MS kann ich mir (als selbstständiger Unternehmer) auf Grund diverser Abhängigkeiten einfach nicht leisten.
Na toll, das heißt ich darf jetzt wieder von Ubuntu zu Windows Server 2012 wechseln. Ein Bankrott von MS kann ich mir (als selbstständiger Unternehmer) auf Grund diverser Abhängigkeiten einfach nicht leisten.
daesh 27.06.2012
die Strafe beziehe sich auf längst gelöste "Probleme der Vergangenheit" Eine Strafe wird meist immer für Taten der Vergangenheit verhängt. Umgekehrt wäre das nicht möglich. Außer im Film Minority Report, den ein paar [...]
die Strafe beziehe sich auf längst gelöste "Probleme der Vergangenheit" Eine Strafe wird meist immer für Taten der Vergangenheit verhängt. Umgekehrt wäre das nicht möglich. Außer im Film Minority Report, den ein paar Anwälte von Microsoft scheinbar lieber gesehen haben, anstatt sich mit dem Fall zu beschäftigen.
spongie2000 27.06.2012
Es ist immer wieder verwunderlich, wie Microsoft, für dass es tausende von Programmen gibt, mithilfe derer selbst ein Amateur wie ich eigene Software schreiben kann, so hohe Strafen bekommt, während die blackboxes von Apple [...]
Es ist immer wieder verwunderlich, wie Microsoft, für dass es tausende von Programmen gibt, mithilfe derer selbst ein Amateur wie ich eigene Software schreiben kann, so hohe Strafen bekommt, während die blackboxes von Apple verschont bleiben.
tomie89 27.06.2012
Das würde mich interessieren was die EU mit diesen Strafgeld von Microsoft macht! wofür will sie damit ausgeben? Diät für europäischen politikern?
Das würde mich interessieren was die EU mit diesen Strafgeld von Microsoft macht! wofür will sie damit ausgeben? Diät für europäischen politikern?
tomie89 27.06.2012
Das würde mich interessieren was die EU mit diesen Strafgeld von Microsoft macht! wofür will sie damit ausgeben? Diät für europäischen politikern?
Das würde mich interessieren was die EU mit diesen Strafgeld von Microsoft macht! wofür will sie damit ausgeben? Diät für europäischen politikern?
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  • Mittwoch, 27.06.2012 – 11:05 Uhr
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Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications






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