Neue Einfuhrzölle EU geht erneut gegen Stahlimporte aus China vor

Die EU hat weitere Zölle auf den Import von chinesischem Stahl verhängt. Noch können die Produzenten aus China gegen die Regelung vorgehen. Europäische Unternehmen würden von neuen Abgaben profitieren.

Stahldraht in einem Lager Dalian, China
REUTERS

Stahldraht in einem Lager Dalian, China


Die EU-Kommission hat neue Maßnahmen gegen den Import von Stahl aus China ergriffen. Die Wettbewerbshüter haben nach einer achtmonatigen Untersuchung vorläufige Einfuhrzölle von bis zu 28,5 Prozent auf korrosionsbeständige Stähle aus China verhängt.

Die Kommission reagierte damit auf eine Beschwerde des Europäischen Stahlverbands Eurofer, zu dem Konzerne wie Thyssenkrupp, Voestalpine und ArcelorMittal gehören. Die drei Konzerne, die selbst diesen Stahl produzieren, dürften von den neuen Regelungen profitieren, schrieben die Experten von Jefferies.

Die chinesischen Einfuhren dieser Stähle seien 2017 um 45 Prozent gestiegen. China ist mit Abstand der größte Stahlproduzent der Welt. Korrosionsbeständige Stähle werden unter anderem im Baugewerbe oder bei Haushaltsgeräten verwendet.

Die EU hat eine ganze Reihe von Stahlsorten aus China mit Zöllen belegt. Zuletzt hatte es im April eine Erhöhung von Importzöllenauf chinesischen Stahl gegeben. Der Vorwurf der EU: Die Hersteller aus Fernost überfluten den europäischen Markt mit Stahl zu Dumpingpreisen.

Die Aufschläge sollen ausländische Waren nun teurer machen und so heimische Hersteller vor unlauterer Konkurrenz schützen. Die betroffenen chinesischen Hersteller haben 25 Tage Zeit, die Entscheidung anzufechten. Die Einnahmen aus den Einfuhrabgaben würden in den EU-Haushalt fließen.

aev/dpa/Reuters



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