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Sorge um EZB-Geldpolitik: Dax schließt mit deutlichen Verlusten

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REUTERS

Notenbanker Draghi

Die Europäische Zentralbank geht im Kampf gegen die niedrige Inflationsrate volles Risiko. Anleger reagieren zunächst euphorisch - doch dann stürzen die Kurse regelrecht ab. Was war da los?

Nach einer rasanten Achterbahnfahrt hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag weit im Minus geschlossen. Zunächst hatte die Europäische Zentralbank (EZB) mit einer überraschend stark gelockerten Geldpolitik für ein Kursfeuerwerk gesorgt. Kurz danach ließen jedoch Kommentare von EZB-Präsident Mario Draghi die Aktien wieder abstürzen.

Nach der Ankündigung der EZB, noch mehr Geld in die Märkte zu pumpen, war der deutsche Leitindex zunächst um mehr als 2,5 Prozent in die Höhe geschnellt. Erst gut 4 Punkte vor der "magischen" Marke von 10.000 Punkten stoppte der Aufstieg. Am Nachmittag fiel schwankte der Dax um fast 500 Punkte und schloss auf seinem Tagestief bei 9498 Zählern - ein Minus von 2,31 Prozent.

Die Europäische Zentralbank hatte den Leitzins erstmals auf null Prozent gesenkt und ihre monatlichen Anleihekäufe von 60 auf 80 Milliarden Euro erhöht. Zudem müssen Banken künftig einen Strafzins von 0,4 Prozent zahlen, wenn sie überschüssiges Geld bei der EZB parken wollen, bislang lag des Strafzins bei 0,3 Prozent.

Damit übertraf EZB-Chef Draghi zwar die hohen Erwartungen der Anleger. "Aber die Hauptangst ist, dass es das erst einmal gewesen ist", sagte Credit-Agricole-Stratege David Keeble. "Die Äußerung Draghis, er gehe von keinen weiteren Zinssenkungen aus, wurde als die letzte Patrone interpretiert", sagte auch Marktstratege Andreas Paciorek von CMC Markets. "Er hat geliefert, aber die Frage ist jetzt, ob noch mehr kommen könnte - wohl eher nicht", ergänzte ein Börsianer.

ssu/dpa

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insgesamt 15 Beiträge
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1. Kapitalflucht
abs44 10.03.2016
In anderen Kontinente ist die Folge! Hier bekommt ich ja nichts mehr für mein Geld. Wie möchte ich außerdem für die Rente vorsorgen wenn ich mit Inflation Minus mache!?
2.
silenced 10.03.2016
Kann ich auch Geld leihen bei der EZB? Zu -0,13% Zinsen am besten, ein Betrag von 2,52Mrd € wäre perfekt. Danke!
3. Verrückte Aktienmärkte
twocents 10.03.2016
Egal, was Draghi oder Yellen tun, die Märkte drehen es so oder so, wie sie gerade wollen.
4.
marthaimschnee 10.03.2016
Inzwischen schaffen es wohl nicht mal mehr die allmächtigen Märkte, etwas positives an der jetzigen Wirtschaftsentwicklung zu entdecken. Das wäre allerdings ein Zeichen, daß sich die Spekulanten doch noch nicht vollkommen von der Realwirtschaft gelöst haben. Besserung ist natürlich nicht in Sicht. Statt der liberalen Stillstandspolitik mit dem Schritt nach links zu kontern und Wachstum durch mehr Ausgaben, kompensiert aus den Taschen der Reichen zu realisieren, schreiten wir energisch nach rechts, wo überhaupt keine Lösungen warten. Möge die Katastrophe ihren Lauf nehmen!
5. Die böse Börse und die Marktstrategen
jj2005 10.03.2016
Das Schöne am Analystendasein ist, dass sich meistens keiner dafür interessiert, was man z.B. um 15:38 geschrieben hat ("EZB-Beschluss katapultiert die Börsen nach oben").
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