Geldpolitik Europäische Zentralbank hält an Nullzins fest

Die Null steht - auch im November. Die Europäische Zentralbank hat erneut auf eine Änderung ihres Leitzinses verzichtet. Wie es mit den umstrittenen Wertpapierkäufen weitergeht, lässt EZB-Chef Draghi weitgehend offen.

EZB-Zentrale in Frankfurt
REUTERS

EZB-Zentrale in Frankfurt


Die Europäische Zentralbank (EZB) belässt ihren Leitzins zur Geldversorgung von Geschäftsbanken bei 0,0 Prozent. Das gab sie am Donnerstag bekannt. Der Schlüsselsatz liegt sei März auf dem Rekordtief.

Die EZB geht davon aus, dass die Leitzinsen für längere Zeit und weit über die Dauer ihrer Wertpapierkäufe hinaus auf dem aktuellen Niveau oder tiefer liegen werden. Auch die Strafzinsen für Banken, die Geld bei der Zentralbank parken, bleiben auf dem bisherigen Niveau von minus 0,4 Prozent.

Die EZB beschäftigte sich laut ihrem Präsidenten Mario Draghi noch nicht konkret mit der Zukunft ihrer billionenschweren Wertpapierkäufe. Der EZB-Rat habe auf seiner jüngsten Sitzung nicht über eine Verlängerung der Käufe über März 2017 hinaus debattiert, sagte Draghi. Auch habe man sich nicht mit der Möglichkeit einer Verringerung des monatlichen Kaufvolumens (Tapering) beschäftigt. Ein abruptes Ende der Wertpapierkäufe sei jedoch unwahrscheinlich.

Spekulationen über eine schrittweise Verringerung des Kaufvolumens von derzeit 80 Milliarden Euro pro Monat waren zuletzt aufgrund von Medienberichten aufgekommen und hatten an den Finanzmärkten zu spürbar höheren Marktzinsen geführt.

Draghi verwies auf die nächste Zinssitzung im Dezember, wenn dem geldpolitischen Rat neue Projektionen seines Mitarbeiterstabs zu Wachstum und Inflation vorliegen. Außerdem werde man sich dann mit der Arbeit von Fachgremien beschäftigen, die sich derzeit mit Problemen des Wertpapierkaufprogramms auseinandersetzen. Dazu gehören absehbare Knappheiten am Markt für Staatsanleihen. Viele Bundesanleihen weisen bereits so tiefe Renditen auf, dass die Euro-Wächter sie nach ihren eigenen Regeln nicht mehr kaufen dürfen.

dab/kig/Reuters/dpa

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bikerrolf 20.10.2016
1. Fürwahr
Die Null steht. Oder besser: Die Nullen sind in ihrem Starrsinn unverbesserlich. Die schwarze Null in Berlin kennt nur noch ein Ziel, einen ausgeglichenen Haushalt, der gerade in Zeiten von Null-Zinsen und angesichts eines gigantischen Investitionsbedarfs unsinnig ist. Und die italienische Null, die die Spekulanten mit Geld überschüttet, die stets geforderte private Altersversorgung aber verhindert. Wie lange wollen wir uns das noch bieten lassen?
engelchen5711 20.10.2016
2. Damit schrumpfen die Altersrücklagen für den Normalbürger weiter
Und der Staat kann sich bestens sanieren, ebenso wie die Wirtschaftsgrößen. Der kleine Mann auf der Straße hat nur nichts davon. Hat eigentlich Draghi mal darüber nachgedacht, was viele als "Dankeschön" daraufhin wählen?
engelchen5711 20.10.2016
3. Damit schrumpfen die Altersrücklagen für den Normalbürger weiter
Und der Staat kann sich bestens sanieren, ebenso wie die Wirtschaftsgrößen. Der kleine Mann auf der Straße hat nur nichts davon. Hat eigentlich Draghi mal darüber nachgedacht, was viele als "Dankeschön" daraufhin wählen?
drumitus 20.10.2016
4. Wo nur Nullen sitzen....
kann nur ne Null rauskommen. Wer weiss wann mit dieser Geldpolitik der nächste Crash losgeht !
kuschl 20.10.2016
5. Enteignung der Sparer und der Altersvorsorge
Hier wird nichts anderes gemacht, als marode Staaten mit ihren Bergen an Schulden vor dem Finanzcrash zu bewahren. Während die sich ohne erkennbare Strukturverbesserungen ihre Haushalte sanieren oder ihren Ruin hinauszögern, ruiniert man auch auf Kosten der Sparer mit ihren Altersvorsorgen die Geldinstitute und Versicherer. Der deutsche Sparer und Wähler sollte erkennen und bewerten, daß auch die Bundesregierung diesen Kurs mitträgt und das Sparvermögen der kleinen Leute durch diese Finanzpolitik vernichtet, während Herr Schäuble für den von Politikern angehäuften Schuldenberg keine Zinsen mehr zahlt.
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