Studie zu Stresstest Europäischen Banken fehlen 280 Milliarden Euro

Europäische Banken müssen ihre Kapitaldecke einer Studie zufolge im kommenden Jahr deutlich aufpolstern: Im Zuge des Stresstests der Aufsichtsbehörden könnte bei den Geldinstituten ein Kapitalbedarf von 280 Milliarden Euro aufgedeckt werden, warnt die Unternehmensberatung PwC.

Blick aus dem künftigen Konferenzraum der EZB: Lücke von 280 Milliarden Euro
DPA

Blick aus dem künftigen Konferenzraum der EZB: Lücke von 280 Milliarden Euro


London - Vor den Ergebnissen des angekündigten Stresstests für europäische Banken fürchtet sich die Finanzbranche schon länger. Mehrere Studien haben unterschiedliche Fehlbeträge von bis zu einer Billion Euro prognostiziert. Jetzt haben die Wirtschaftsprüfer und Unternehmensberater von Pricewaterhouse Coopers (PwC) eine neue Studie vorgelegt, die den Kapitalbedarf der europäischen Banken auf 250 Milliarden Euro beziffert.

Um diese Summe müssten die Institute ihre Kapitalpolster aufstocken, wenn sie den Gesundheitscheck durch die europäischen Aufsichtsbehörden überstehen wollen, teilte PwC am Donnerstag mit. "Den europäischen Banken stehen einige turbulente Jahre bevor", sagte der zuständige PwC-Manager Miles Kennedy. Sowohl europäische als auch nationale Aufsichtsbehörden würden Druck auf die Banken ausüben, ihre Sicherheitspuffer zu stärken.

Die Europäische Zentralbank (EZB) will zunächst die Bilanzen der 128 größten europäischen Banken unter die Lupe nehmen, bevor sie in knapp einem Jahr die Aufsicht übernimmt. Anschließend sollen die Geldhäuser in einem Stresstest unter Beweis stellen, dass sie eine Krise, beispielsweise ausgelöst durch einen Konjunktureinbruch, mit einem ausreichenden Kapitalpuffer überstehen würden.

Institute wie die Deutsche Bank oder Barclays haben ihr Kapital bereits um Milliarden aufgestockt. PwC geht jedoch davon aus, dass die bisherigen Bemühungen der Branche nicht ausreichen. Einen Teil des noch bestehenden Kapitallochs könnten die Geldhäuser unter anderem durch den Verkauf von Unternehmensteilen beheben. Den größten Teil - nämlich 180 Milliarden Euro - müssen die Institute laut PwC aber durch die Aufnahme von frischem Kapital stopfen.

nck/Reuters

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insgesamt 13 Beiträge
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kritischer-spiegelleser 28.11.2013
1. Wer zu wenig hat wird eben dichtgemacht
Das wird schon so lange diskutiert und immer noch weigern sich Banken zu reagieren. In der Hoffnung auf "Rettung" durch Draghi und den deutschen Steuerzahler. Das darf absolut nicht mehr geschehen. Die Reaktionszeit war lange genug!
wernerz 28.11.2013
2. Na, wenn schon!
Wetten, dass der deutsche Steuerzahler, natürlich alternativlos, Beträchtliches dazu beitragen soll, den bedauernswerten Bankern allesamt ein er(ein)trägliches Leben zu ermöglichen.
juergw. 28.11.2013
3. Kein Problem...
Zitat von sysopDPAEuropäische Banken müssen ihre Kapitaldecke einer Studie zufolge im kommenden Jahr deutlich aufpolstern: Im Zuge des Stresstests der Aufsichtsbehörden könnte bei den Geldinstituten ein Kapitalbedarf von 280 Milliarden Euro aufgedeckt werden, warnt die Unternehmensberatung PwC. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/europaeischen-banken-fehlen-laut-pwc-studie-280-milliarden-euro-a-936174.html
wenn die Ukraine das Geld der EU nicht will,kann Brüssel das Geld den Banken geben.
bugs bunny 28.11.2013
4. no problema
Das kann doch alles aus dem ESM gesponsert werden. Die Banken handeln frei nach dem Motto ist der Ruf erst ruiniert lebt sich's völlig ungeniert Merke, in Europa sind alle Banken systemrelevant. Deshalb muss der EU-Bürger, zu vorderst der deutsche Steuerzahler, eben tief in die Tasche greifen.
SoReal 28.11.2013
5. Banken
Bank ist das Schimpfwort dieses Jahrzehnts. Ob man vielleicht durch die Bankenkriese drauf schließen sollte das der Kapitalismus auch nicht funktioniert oder man doch daran festhalten sollte... Zumindest bin ich dafür das Banken nicht gerettet werden, sondern nur das Guthaben der Kunden sollte vom Staat und dem Insolventkapital der Bank ausbezhalt werden kommt warscheinlich sogar billiger.
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