London - Es ist ein Plan, der Europas Telekommunikationskonzerne gegen die mächtige globale Konkurrenz schützen soll: Mehrere Branchengrößen wollen ein gemeinsames europäisches Netz aufbauen. Über die Idee, sich Infrastruktur länderübergreifend zu teilen, sei bei einem privaten Treffen von EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia mit Chefs der größten Telekommunikationskonzerne in Europa beraten worden, berichtet die "Financial Times" (FT).
Neben der Deutschen Telekom seien bei dem Gespräch auch France Télécom, Telecom Italia und der spanische Marktführer Telefónica vertreten gewesen. Die Unternehmen wollten nun Vorschläge unterbreiten, wie der zersplitterte Markt in Europa besser verbunden werden könne.
Wie die "FT" berichtet, seien die Konzerne von den zahlreichen nationalen Beschränkungen in Europa frustriert und wollten an "konstruktiven Ideen" arbeiten, wie ein gemeinsamer europäischer Telekommunikationsmarkt funktionieren könne. Dabei gehe es der Branche auch um Schutz gegen die Konkurrenz globaler Technologiekonzerne wie Google.
Um ein paneuropäisches Telekommunikationsnetz aufzubauen, müssten die Konzerne allerdings zunächst zahlreiche technische und bürokratische Hürden überwinden. So gelten nicht nur in vielen der 27 EU-Mitgliedstaaten unterschiedliche nationale Regeln, sondern auch die technischen Standards unterscheiden sich zum Teil erheblich.
EU-Wettbewerbskommissar Almunia hatte die Branche im Dezember dazu aufgefordert, sich Gedanken darüber zu machen, wie sie die Effizienz erhöhen könnte. Almunia, der strikt gegen nationale Fusionen vorgeht, da sie die Wettbewerbsfähigkeit einschränken, brachte dabei länderübergreifende Kooperationen ins Spiel.
Die europäischen Telekomkonzerne könnten sich so besser gegen die Branchenriesen aus den USA oder China schützen, die deutlich größere Märkte versorgen. Auch könnten durch Kooperationen die notwendigen Investitionen in neue Mobilfunk- und Glasfasernetze leichter finanziert werden. Während die EU-Kommission die Konzerne unterstützen will, drohen allerdings Einwände von den nationalen Aufsichtsbehörden in Europa.
nck/Reuters
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