Gespräche mit Gewerkschaften gescheitert Bei Eurowings drohen neue Streiks

Fluggäste der Lufthansa-Billigtochter Eurowings müssen möglicherweise erneut mit Streiks des Kabinenpersonals rechnen. Gespräche zwischen dem Unternehmen und den Gewerkschaften Ver.di und UFO sind gescheitert.

Airbus A330 von Eurowings
REUTERS

Airbus A330 von Eurowings


Die Gespräche zwischen der Lufthansa-Tochter Eurowings und den Gewerkschaften UFO und Ver.di über einheitliche Tarifverträge für Flugbegleiter sind laut UFO gescheitert. "Wir haben nach wie vor den klaren Auftrag unserer Mitglieder, bessere Tarifbedingungen für sie zu verhandeln", sagte die stellvertretende UFO-Vorsitzende De la Cruz am Freitag.

Die konkurrierenden Gewerkschaften wollten zusammen mit dem Unternehmen ein Abkommen schließen, das den Flugbegleitern bei Eurowings einheitliche Tarifverträge ermöglichen sollte. Ver.di hatte Anfang Dezember mit Eurowings einen Abschluss erreicht, den UFO scharf kritisiert und als "massive Provokation" bezeichnet hatte. UFO sei dennoch an einer gemeinsamen Lösung interessiert gewesen, sagte Verhandlungsführerin Sylvia De La Cruz. Das sei nun gescheitert.

UFO-Tarifvorstand Nicoley Baublies sagte der Mitteilung zufolge: "Leider bleibt uns deshalb nichts anderes übrig, als mit den 'normalen' gewerkschaftlichen Mitteln die Ziele der EW-Mitarbeiter zu verfolgen, und mit dem besseren Vertrag auch die Mehrheit der Kabinenmitarbeiter bei Eurowings zu überzeugen." Konkrete Pläne für Streiks oder andere Aktionen nannte Baublies aber nicht. UFO hatte Ende Oktober bei Eurowings gestreikt. Ver.di und UFO beanspruchen für sich, bei der Lufthansa-Tochter die stärkere Gewerkschaft zu sein.

Der Konflikt zwischen UFO und Eurowings köchelt bereits seit drei Jahren. Im Kern geht es um die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung der Flugbegleiter. Zudem ärgert die Arbeitnehmervertreter, dass die vor Kurzem neu gestartete Eurowings nur im Ausland wachsen soll, wo Mitarbeiter schlechter verdienen. Für die Lufthansa-Spitze hingegen hat Eurowings strategische Priorität: Die Airline soll den Vormarsch von Ryanair und anderen Billigfluggesellschaften stoppen.

nck/dpa/Reuters

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Affenhirn 16.12.2016
1. Schade
Hier versucht offenbar eine Minigewerkschaft mit allen Mitteln das Versinken in der völligen Bedeutungslosigkeit zu verhindern. Das wird ihr letzten Endes nicht gelingen. Akzeptanz unter den übrigen Beschäftigten oder gar den Kunden ist offensichtlich auch kein Thema. Wird die Gewerkschaft durch Ryan Air gesponsort?
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