Wirtschaftsbarometer Geschäftsklima in der Eurozone hellt sich deutlich auf

Neue Daten von der EU-Kommission überraschen die Ökonomen: Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone hat sich deutlich stärker verbessert als erwartet - besonders in drei Ländern, darunter auch Deutschland.

Kunden mit Tüten (Archivbild): Verbraucher in Einkaufslaune
DPA

Kunden mit Tüten (Archivbild): Verbraucher in Einkaufslaune


Das Geschäftsklima in der Eurozone hat sich deutlich aufgehellt. Die Stimmung verbesserte sich in allen Branchen: bei Einzelhändlern, Verbrauchern, Dienstleistern sowie in der Industrie und der Baubranche.

Das Wirtschaftsbarometer für die Eurozone, der sogenannte Economic Sentiment Indicator (ESI), stieg um 1,6 auf 103,9 Punkte, schreibt die EU-Kommission in einer Mitteilung. Volkswirte hatten nur mit einem Anstieg auf 103,0 Punkte gerechnet. Der ESI stieg besonders signifikant in Italien mit 2,4 Punkten, gefolgt von Deutschland mit 1,8 Zählern und Spanien mit 1,7 Punkten.

Auch der Business Climate Indicator (BCI) stieg: um 0,14 Punkte auf 0,23 Zähler, teilt die EU-Kommission mit. Auch dieser Wert überstieg die Erwartungen, Experten waren nur von einer Steigerung auf 0,18 Punkte ausgegangen.

Der größte Gewinner

Aus Branchensicht gab es keine Verlierer. Besonders gefragt war der Autosektor, der mit plus 1,69 Prozent die Liste anführte. Am Ende der Branchenrangliste fanden sich die Versorger, die im Schnitt um 0,31 Prozent zulegten.

Die gute Stimmung zeigt sich auch an den Börsen. Die wichtigsten Aktienmärkte Europas haben am Montag vor allem von positiven Vorgaben aus Übersee profitiert. Stützend wirkten zudem der wieder schwächere Euro und die erneut sinkenden Ölpreise. Der EuroStoxx 50 legte am späteren Vormittag um 1,13 Prozent auf 3720,47 Punkte zu. Damit zeichnet sich für den Leitindex der Eurozone ein Plus von rund 18 Prozent in dem am Dienstag zu Ende gehenden Quartal ab. Es wäre das stärkste Plus seit dem dritten Quartal 2009.

Der Dax hat sich am Montag von seiner Schwäche in der Vorwoche erholt und wieder die Marke von 12.000 Punkten übersprungen. Laut Marktbeobachtern profitierte auch der deutsche Leitindex von den guten Vorgaben der Börsen in Übersee: Er kletterte im frühen Handel um 1,51 Prozent auf 12.047 Punkte. Damit machte er die Verluste der vergangenen Woche komplett wett.

Die Wirtschaftsweisen in Deutschland blicken jedenfalls optimistisch auf die Konjunktur in der Bundesrepublik. Der Sachverständigenrat hatte in der vergangenen Woche die Wachstumsprognose für 2015 verdoppelt.

bos/dpa/Reuters

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insgesamt 21 Beiträge
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karlsiegfried 30.03.2015
1. Fröhliche Ostern
Nach Ostern gibt es eine neue Analyse und die besagt das Gegenteil. Sind wir schon gewohnt.
schwallofix5000 30.03.2015
2. sparen ist nicht mehr
anscheinend haben viele erkannt, das man alles geld ausgeben/investieren sollte, welches man besitzt. Bevor es nur noch den wert von buntem Toilettenpapier besitzt. mach ich auch so kaufe kaufen kaufen.
dasdondel 30.03.2015
3. unrealistisch
schwacher Euro bedeutet Importe verteuern sich. Was wird importiert ? genau diesen Branchen wird es schlechter gehen. Wie realistisch ist nun der Glaube an den Aufschwung ?
stand.40 30.03.2015
4. Geschäftsklima
heute hell und morgen dunkel. Öffentlicherdienst bekommt 2,1 Prozent mehr Lohn.Mit dem Zusatz Abgaben für die Altersvorsorge leisten. Für unsere Politiker gibt es ständige hohe Beträge sie müssen für ihr Alter nicht sparen dafür ist der kl.dumme Arbeiter zuständig. Beschämend.
telltaleheart 30.03.2015
5. Bipolare Störung?
Wenn ich mir die starken Stimmungsschwankungen vor Augen führe, denen das Geschäftsklima in der vergangenen Zeit unterworfen war, frage ich mich ob wohlmöglich eine handfeste psychische Erkrankung vorliegt. Ich bin aber sicher, dass es unsere Macho-Fraktion hier im Forum sofort wieder auf die Frauenquote zurückführen wird (Gähn!).
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