Trotz BGH-Urteil Eventim will weiter Gebühren für Drucktickets erheben

Für das Selbstdrucken von Tickets verlangte der Veranstalter CTS Eventim bisher 2,50 Euro. Einem Urteil des Bundesgerichtshofs zufolge ist damit künftig Schluss. Eventim will die Gebühr trotzdem nicht ganz abschaffen.

RONALD WITTEK/EPA-EFE/REX/Shutterstock


Eine pauschale Gebühr von 2,50 Euro für die elektronische Übermittlung einer Eintrittskarte zum Selbstausdrucken ist unzulässig, hat der Bundesgerichtshof entschieden. Der Konzertveranstalter und Ticketverkäufer CTS Eventim hat jedoch angekündigt, womöglich weiterhin Geld dafür zu verlangen.

Sollte das Urteil es zulassen, behält sich CTS vor, auch künftig eine - wenn auch geringere Gebühr - für seinen Service zu erheben, sagte ein Unternehmenssprecher. Der BGH habe darauf hingewiesen, dass eine Anpassung der Gebühr zulässig sein könnte.

Eventim droht eine Million Euro Umsatzverlust

Das Aus für die pauschale Gebühr für Eintrittskarten zum Selbstausdrucken würde den Konzertveranstalter rund eine Million Euro an Umsatz kosten. Nach Einschätzung des MDax-Unternehmens fielen die wirtschaftlichen Folgen damit moderat aus, hieß es in einer Stellungnahme.

Das Urteil betreffe etwa fünf Prozent der über die Verkaufsplattform Eventim.de verarbeiteten Kundenaufträge. CTS hatte im ersten Halbjahr seine Erlöse um fast ein Viertel auf knapp 607 Millionen Euro gesteigert.

Der Wert der CTS-Aktie war am Donnerstag wegen des BGH-Urteils auf das tiefste Niveau seit März 2017 gefallen. Das Unternehmen will die erforderlichen Anpassungen beim Ticketverkauf vornehmen, sobald die ausführliche Begründung für den Gerichtsentscheid vorliegt.

Als größtem Tickethändler Deutschlands kommt CTS eine besondere Marktmacht zu. Deshalb hatte bereits das Kartellamt Geschäftspraktiken des Unternehmens verboten.

ans/dpa



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