Gegen Kaution Ex-Audi-Chef Stadler aus der Haft entlassen

Im Juni war er wegen Verdunkelungsgefahr im Dieselskandal verhaftet worden. Jetzt kommt der frühere Audi-Chef Stadler unter Auflagen aus der Untersuchungshaft frei.

Ex-Audi-Chef Stadler (Archivbild)
DPA

Ex-Audi-Chef Stadler (Archivbild)


Der ehemalige Chef des Autobauers Audi, Rupert Stadler, wird aus der Untersuchungshaft entlassen. Das Oberlandesgericht (OLG) München teilte am Dienstag mit, es habe den Haftbefehl gegen Stadler außer Vollzug gesetzt.

Allerdings verhängte das Gericht Auflagen: Stadler dürfe mit keiner der im Ermittlungsverfahren relevanten Personen Kontakt aufnehmen und müsse eine Kaution hinterlegen, da weiter Verdunkelungsgefahr bestehe. Auch der dringende Betrugsverdacht gegen Stadler dauere an.

Über die Höhe der Kaution wollte eine OLG-Sprecherin keine Angaben machen, weil daraus Rückschlüsse auf Stadlers Vermögen gezogen werden könnten. Wann der 55-Jährige die Justizvollzugsanstalt Augsburg-Gablingen verlassen kann, war zunächst nicht bekannt. Erst muss er das Geld bei Gericht hinterlegen.

Die Münchner Staatsanwaltschaft hatte Stadler Mitte Juni in Untersuchungshaft nehmen lassen. Sie verdächtigt Stadler, den Verkauf von Dieselautos mit manipulierten Abgaswerten in Europa nach Aufdeckung der Betrügereien in den USA 2015 geduldet zu haben: Er habe von den Manipulationen gewusst oder sie zumindest bewusst ignoriert. Ob Stadler die Vorwürfe bei den Vernehmungen weiterhin bestritten hat, ist nicht bekannt. Er hatte Haftbeschwerde eingelegt, die in erster Instanz abgelehnt wurde.

Stadler war elf Jahre lang Audi-Chef gewesen, seit 2007. Anfang Oktober hatte sich sein ehemaliger Arbeitgeber, der Volkswagen-Konzern, von Stadler getrennt. Als Grund nannte das Unternehmen die andauernde Untersuchungshaft. Die VW-Tochter Audi wird seitdem kommissarisch von Vertriebsvorstand Bram Schot geführt.

Der Autohersteller Audi zahlt in der Dieselaffäre ein Bußgeld in Höhe von 800 Millionen Euro. Das von der Staatsanwaltschaft München II eingeleitete Verfahren gegen Audi sei damit abgeschlossen, teilte die Volkswagen-Tochter Mitte Oktober mit. "Die Audi AG bekennt sich zu ihrer Verantwortung für die vorgefallenen Aufsichtspflichtverletzungen", schrieb der Konzern in einem Statement.

oka/dab/AFP/Reuters

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